US-Staatsanleihen mit höchsten Zinsen seit 20 Jahren, Bitcoin und Ethereum reagieren nervös. EU warnt Blockchains vor Quantencomputern. Die Ära BitMEX, Erfinder von Perps, endet. Täglich aktuell ist das Block-Builders Briefing
BITCOIN
Bitcoin wird am Donnerstagmorgen bei rund 84.000 Dollar gehandelt, 3 Prozent Tagesminus. Die Bitcoin ETFs meldeten vom Börsenmittwoch 347 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss und setzen ihre sehr gute Woche damit fort.
Am morgigen Freitag werden vierteljährliche Bitcoin Optionen im Wert von gut 15 Milliarden Dollar abgerechnet, wie Daten von Deribit zeigen. Fachleute erwarten im Vorfeld erhöhte Volatilität der BTC Preiskurve. Bei Options, wie hier für Bitcoin, setzen Händler zu Beginn auf „Call“ (steigende Preise) oder „Put“ (sinkende Preise). Das Verhältnis von Put/Call zum Stichtag 25. September für Bitcoin Options beträgt rund 0,7, die Marktteilnehmer haben also deutlich mehr Calls als Puts platziert, was Zuversicht in eine steigende BTC Preiskurve ausdrückte. Deribit CEO Luuk Strijers macht per X auf den bevorstehenden Großkampftag aufmerksam und hebt 75.000 Dollar als die Marke hervor, bei denen für Händler der Bitcoin Options „max pain“ (übersetzt: größter Schmerz) einsetzen würde. Andererseits werden morgen keinesfalls 15 Milliarden Dollar den Besitzer wechseln, Strijers prognostiziert gut 5 Milliarden Dollar, welche durch Ausübung der Optionen zur Realisierung von Gewinnen werden. Übrigens sind auch Bitcoin Futures bei der Börse Chicago morgen fällig, ein weiterer Einfluss, der für BTC preisrelevant sein kann. Profi-Händler nutzen sowohl Optionen und Futures, um ihre Bitcoin Strategien abzusichern. Zum Wochenende wäre ein Zittern der Bitcoin Preiskurve in diesem Umfeld keine Überraschung.
ETHEREUM
Ethereum notiert am Donnerstagmorgen bei rund 2.700 Dollar, 3 Prozent Tagesminus. Die Ethereum ETFs verzeichneten am Börsenmittwoch 105 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss, auch hier eine gute Woche.
Ethereum und Bitcoin werden prominent von der Diskussion begleitet, wann Quantencomputer in der Lage sein werden, die bisher genutzten kryptografischen Sicherheitssysteme auszuhebeln. EU-Behörden haben nun ihrem Herbstbericht zu Risiken im europäischen Finanzsystem Blockchains und Quantencomputer identifiziert. Sie empfehlen den EU-Staaten, schon bis Jahresende Strategien für Post-Quantum Kryptografie zu entwicklen – anders gesagt: die Zeit drängt. Zwar werden Bitcoin und Ethereum nicht namentlich erwähnt, doch deren Blockchains sichern zusammengerechnet etwa 2 Billionen Dollar Kapital ab, weit mehr als jede andere Blockchain-Lösung. In den USA hatte Präsident Donald Trump schon im Juni verfügt, mit Blick auf Quantencomputer pro-aktiv vorzugehen. Die Ethereum Stiftung will das ETH Netzwerk bis Ende 2029 gegen Quantencomputer absichern. Bei Bitcoin ohne zentrale Anlaufstelle ist das Thema zwar akut, aber unter verschiedenen Lösungsvorschlägen noch kein Favorit gefunden. Die EU-Warnung kommt spät und dürfte die Kryptoszene nur am Rande interessieren – doch nur weil in Brüssel die Mühlen wieder einmal langsam mahlen, ist die Schattenseite von Quantencomputern nicht aus der Welt geschafft.
ALTCOINS
Gewinner des Tages ist Litecoin (LTC) mit 5 Prozent Plus. Der traditionsreiche Altcoin scheint von seinen Privacy Features zu profitieren, zudem arbeitet Litecoin an mehr Schnittstellen zu Dezentralisierten Finanzen.
Verlierer des Tages ist Arbitrum (ARB) mit 13 Prozent Minus. Dem stehen aber weiterhin 30 Prozent Wochenplus für ARB und 120 Prozent Monatsplus entgegen. Arbitrum ist durch den Boom der Robinhood Chain verstärkt in das Blickfeld von Anlegern gelangt.
Das Krypto-Stimmungsbarometer fällt im Bereich „Gier“ leicht zurück, Monatsende und Quartalsschluss spielen hier ebenso wie die US-Finanzdaten eine Rolle.
AUS DER KRYPTOINDUSTRIE
Bei der Kryptobörse BitMEX sind die Lichter wie angekündigt ausgegangen. Der Handel mit Bitcoin und Co. wurde gestern eingestellt, teilt man per Blogbeitrag mit. BitMEX hatte sein Ende am 23. Juli verkündet und die wachsende Konkurrenz unter Kryptobörsen als Hauptgrund genannt. In der Kryptoszene war BitMEX kein x-beliebiger Anbieter, Nachrufe in internationalen Fachmedien heben allesamt die Pionierrolle beim Handel mit Krypto Derivaten und Hebelhandel hervor. Nirgendwo anders war es schon 2015 möglich, seine Einsätze mit einem Hebel von damals 100 zu erhöhen und ab 2016 dies auch mit Bitcoin in der Form umzusetzen, was heute unter dem Namen Perps läuft. Diese Sparte setzt mittlerweile anderswo Billionen US-Dollar monatlich um, Tendenz steigend. Unsere Einführung zu Perps bei Kryptobörsen hilft Dir beim Einstieg in das Thema der Stunde. Bei BitMEX brennt derweil immer noch in Notlicht für Kunden, die ihre Guthaben nicht rechtzeitig abgehoben haben.
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