BTC und ETH sind über das Wochenende leicht ins Minus gerutscht. Unterdessen beschäftigen Konzepte zu Bitcoin als Privacy Coin und Ethereum als Weltcomputer die Kryptoszene. Das Block-Builders Briefing.
BITCOIN
Die Bitcoin Preiskurve bewegt sich am Montagmorgen um 83.000 Dollar und hat so über das Wochenende rund 1 Prozent Minus gemacht. Die Bitcoin ETFs meldeten vom Börsenfreitag 134 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss, was das Wochenergebnis auf 2,4 Milliarden Plus schraubt. Bloomberg Experte Eric Balchunas bemerkt: Damit sind die Bitcoin ETFs in den USA auch seit Jahresanfang nach langer Durststrecke wieder in den schwarzen Zahlen.
Bitcoin als Privacy Coin? Eine Forschungsarbeit zu diesem Thema erhält viel Aufmerksamkeit in der Kryptoszene. Drei erfahrene Entwickler stellen darin ihr Konzept vor, wie bei Bitcoin durch das Bilden eines Pools anonyme Transaktionen möglich wären, ohne in den BTC Code einzugreifen. Das Prinzip gleicht dem von Zcash (ZEC), dem aktuell nach Marktkapitalisierung wichtigstem Privacy Coin. In der Diskussion zu dem Vorstoß wendet Fachmann Vadim Zavodil per X ein, dass ein solcher Bitcoin Privacy Pool anfangs noch keine kritische Größe hätte, in der einzelne Transaktionen nicht mehr nachverfolgbar werden. Pierre-Luc Dallaire-Demers von Pauli Group lobt auf X die „interessante Konstruktion“, welche aber noch keinen Schutz vor Quantencomputern biete. Doch die Idee, Bitcoin in den Wettbewerb der Privacy Coins zu schicken, findet generell viel Anklang. Das Team hinter der Initiative hält es für möglich, Bitcoin als Privacy Coin innerhalb eines Jahres bis zur Praxisreife zu bringen.
ETHEREUM
Ethereum notiert am Montagmorgen bei gut 2.600 Dollar, rund 1,5 Prozent Minus über das Wochenende. Die Ethereum ETFs verzeichneten am Börsenfreitag 87 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss und schlossen so die Gesamtwoche mit 690 Millionen Plus ab.
ETH Mastermind Vitalik macht sich erneut Gedanken über die Zukunft von Ethereum, sein Essay dazu trägt den Titel „Kryptografischer Weltcomputer“. Demnach werde mit dem für das kommende Jahr geplanten Upgrade Hegota das letzte klassische ETH Update umgesetzt. Anschließend drehe sich der Fokus auf Sicherheit vor Quantencomputern, Ethereum als Privacy Coin und in Richtung „statt nur eine Blockchain etwas viel stärkeres“ zu werden. Buterin will Ethereum so nicht zum ersten Mal von einem auf Geldwert ausgerichtetem Ökosystem hin zu einem Netzwerk wandeln, welches durch hohe Dezentralisierung Zensurschutz bietet, etwa für soziale Netzwerke und Messenger Dienste. Das Jahr 2030 nennt Buterin als Zieldatum für diese Transformation, welche in weiten Teilen auch dem Mandat der Ethereum Stiftung aus dem März ähnelt.
ALTCOINS
Gewinner des Tages ist wieder Quant (QNT), diesmal sind es beeindruckende 49 Prozent Plus. Das DeFi-Projekt Quant liegt beim Großthema Tokenisierung im Trend, eine Partnerschaft mit US-Instituten liefert Rückenwind für QNT.
Verlierer des Tages ist Stacks (STX) mit 10 Prozent Minus. Nach 30 Prozent Monatsplus erlebt Stacks, welches sich um Bitcoin Zinsen dreht, Preiskorrektur für STX.
Das Krypto-Stimmungsbarometer steht weiter in der Zone „Gier“, hohe Ölpreise und hartnäckige Inflation verderben die Stimmung.
AUS DER KRYPTOINDUSTRIE
Zwei prominenten Personalien in den USA bewegen die Kryptobranche. Hester Peirce, bekannt als „Mama Krypto“, verlässt die US-Börsenaufsicht SEC zum 2. Oktober. In ihrem Rücktrittsschreiben wünscht sich Peirce, die in der SEC seit 2018 für Bitcoin und Co. eintrat, die Fortsetzung des neuerdings kryptofreundlichen Kurses der mächtigen Behörde. Parallel wird Summer Mersinger künftig nicht mehr die Geschäfte der Blockchain Assoziation leiten, dem wohl wichtigsten Lobby-Verband der Kryptoindustrie in den USA. Mersinger kam 2025 zum Blockchain Verband und war vorher für die US-Regierung tätig. Gut möglich, dass das Scheitern der Clarity Krypto Gesetze ihr angerechnet wird. In der Pressemitteilung zu Summer Mersingers Rückzug werden aber ihre Verdienste gelobt, insbesondere die Genius Gesetze für Stablecoins und die Neuaufstellung der SEC. Übergangsweise soll nun ab Mitte Oktober wieder Vorgängerin Kristin Smith als CEO und Gesicht der Blockchain Interessenvertretung dienen.
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