Die Berliner Koalition will im Oktober die sogenannte Bitcoin Steuer verabschieden. Die Kryptoszene lehnt das Gesetz ab, weil es Investments in BTC, Ethereum und Co. wenig attraktiv macht und Innovation abwürgt.
Vermutlich letzte Chance, die in Deutschland geplante Bitcoin Steuer doch noch zu stoppen. Schon am Dienstag (6. Oktober) läuft die Frist ab, bis zu Verbände und Interessenvertretungen Stellungnahmen zum Referentenentwurf einreichen können. Gut eine Woche später soll das Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am 14. Oktober das Vorhaben absegnen. Läuft alles wie von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) geplant, würde sich zum 1. Januar 2027, also in weniger als zwei Monaten, in Deutschland die Besteuerung von Bitcoin, Ethereum und all den anderen Kryptowährungen für Anleger wie Dich grundsätzlich und deutlich zum Schlechteren verändern. Block-Builders fasst den Stand der Dinge zusammen:
Deutsche Krypto Steuer von mehr als 25 Prozent – Haltefrist soll entfallen
Wir haben schon im Juli die damals durchgesickerten Eckpunkte der Bitcoin Steuer erklärt und der nun kursierende Referentenentwurf hält wenig Neues bereit, wie der fachkundige FDP-Politiker Frank Schäffler hervorhebt. Bislang bist Du als Anleger fein raus, wenn Du Bitcoin, Ethereum oder andere Altcoins erst ein Jahr nach dem Kauf wieder veräußerst. Denn egal ob, BTC, ETH, Solana oder Dogecoin – Krypto wurde im deutschen Steuerrecht so wie Gold behandelt und nach einjähriger Haltefrist gelten die Regeln für „private Veräußerungsgeschäfte“ ohne Steuern. Für Bitcoin und Artgenossen, die ab dem 1. Januar 2027 gekauft werden, sollen nach den Berliner Plänen 25 Prozent Kapitalertragssteuer plus Solidaritätszuschlag plus Kirchensteuer gelten. Auch Staking und Krypto-Kreditgeschäfte sollen entsprechend als Kapitalerträge mit Steuerpflicht eingestuft werden.
Bitcoin Bundesverband mit starken Argumenten gegen Krypto Steuer
Eine Petition gegen die Krypto Steuer hat im August problemlos die notwendigen 30.000 Unterschriften erreicht. Nun meldet der Deutsche Bundestag den 12. Oktober als Datum für die öffentliche Beratung. Erwartet wird von Seiten der Kryptoszene auch ein Sprecher des Bitcoin Bundesverbands. Dieser hat seine Position bereits eine Stellungnahme formuliert und unterstützt die Initiative Pro Haltefrist. Die Stoßrichtung ist klar: Die Haltefrist und damit mögliche Steuerfreiheit für Bitcoin und Altcoins muss bleiben. Sonst werden Krypto Sparpläne gekillt, Innovationen in Deutschland gefährdet und neue Probleme geschaffen. Denn der Gesetzentwurf aus dem Hause Klingbeil hat auch handwerkliche Schwächen, wie Fachpolitiker Schäffler auf X herausarbeitet: Jeder Zahlvorgang mit Bitcoin würde zum Steuerfall, das Lightning Netzwerk in Deutschland nutzlos. Zudem wäre Bitcoin Mining Made in Germany von Doppelbesteuerung bedroht, warnt Schäffler.
Rebellische CDU-Abgeordnete als letzte Chance gegen Bitcoin Steuer?
Schäffler sammelt auch Antworten von Abgeordneten auf Bürgerfragen zum Thema Krypto Steuer. Prominente CDU-Abgeordnete wie Armin Laschet oder Roderich Kiesewetter sind mit dem Vorhaben Bitcoin Steuer keineswegs einverstanden. Die Bild Zeitung berichtet auch von Widerstand unter den CDU-Ministerpräsidenten, welche Steuererhöhungen rundweg ablehnen, neben der Krypto Steuer wird die Zuckersteuer explizit erwähnt. Kanzler Merz hat die Zuckersteuer bereits (vorläufig) gestoppt und wird die Einwände seiner Parteikollegen beim Thema Bitcoin und Co. hoffentlich nicht einfach abtun.
Fazit: Endspiel um Bitcoin Steuer steht unmittelbar bevor
Gerade einmal 350 Millionen Euro Einnahmen prognostiziert der Entwurf zur Bitcoin Steuer, und dies auch erst ab 2031. Zu den Kosten für die Eintreibung der Krypto Steuer liegen noch gar keine Schätzungen vor. Der Bundeshaushalt mit einem Volumen von mehr als einer halben Billion Euro wird also durch eine Bitcoin Steuer garantiert nicht saniert. Wir meinen: Finanzminister Klingbeil will hier mit Bitcoin Symbolpolitik betreiben. Stattdessen sollte die Koalition in Berlin lieber nachdenken, wie man die innovative Kryptoindustrie in Deutschland stärkt und die auch juristisch umstrittene Änderung der Besteuerungsgrundlage für Bitcoin und Co. schnellstmöglich in der Ablage Papierkorb entsorgen.
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