Drei große Finanz-Podcasts haben seit gestern neue Folgen veröffentlicht: OHNE AKTIEN WIRD SCHWER, Alles auf Aktien und der Finanzfluss Podcast. Die wichtigste Erkenntnis: Bei Lindt und Nvidia gehen die Meinungen auseinander, während Cybersicherheit und Aktienrückkäufe die Themen dominieren.
Auf einen Blick: Empfehlungen und Warnungen
| Asset | Einschätzung | Podcast | Sprecher |
|---|---|---|---|
| Breiter Welt-ETF | Kaufen | Finanzfluss Podcast | Sprecher 0 |
| Lindt LISN | Meiden | OHNE AKTIEN WIRD SCHWER | Sprecher 3 |
| Lindt LISN | Kaufen (Tendenz) | OHNE AKTIEN WIRD SCHWER | Christoph |
| Nike NKE | Kaufen (Tendenz) | OHNE AKTIEN WIRD SCHWER | Noah Leidinger |
| SPS Commerce SPSC | Kaufen (Tendenz) | OHNE AKTIEN WIRD SCHWER | Sprecher 3 |
| Adidas ADS | Kaufen (Tendenz) | Alles auf Aktien | Daniel Eckert |
| Rheinmetall RHM | Kaufen (Tendenz) | Alles auf Aktien | Sprecher 3 |
| Cybersecurity-ETFs | Kaufen (Tendenz) | Alles auf Aktien | Sprecher 3 |
| Defined Returns ETF | Kaufen (Tendenz) | Alles auf Aktien | Sprecher 3 |
| MSCI World ETF | Kaufen (Tendenz) | Alles auf Aktien | Daniel Eckert |
| Nvidia NVDA | Meiden (Tendenz) | Finanzfluss Podcast | Sprecher 0 |
Alle Folgen und Empfehlungen der letzten Tage findest du in unserem Podcast-Radar.
Was die Podcasts heute bewegt
Ein roter Faden zieht sich durch die Folgen: Bewertung und Risiko stehen im Vordergrund. Bei Lindt sieht Christoph nach rund 40 Prozent Kursverlust seit Jahresbeginn eine so niedrige Bewertung wie seit 15 Jahren, während ein anderer Sprecher die Aktie nicht kaufen würde – ein klarer Widerspruch innerhalb desselben Podcasts. Beim Finanzfluss Podcast gilt Nvidias Rekordrückkauf über bis zu 235 Milliarden Dollar ausdrücklich nicht als Kaufargument, während Alles auf Aktien Cyber-ETFs nach der Rallye nur als Beimischung mit Korrekturrisiko sieht. Insiderkäufe bei Adidas und Rheinmetall werden als mögliches Signal, aber ausdrücklich nicht als Kaufempfehlung gewertet. Die Themen Cybersicherheit, Aktienrückkäufe und Bewertungsrisiken dominieren die Berichterstattung.
OHNE AKTIEN WIRD SCHWER: Lindt-Aktie: endlich günstig? SpaceX bringt Google-Server ins All, Nike leidet, Deutschland unter Pharma-Druck
Bei Lindt sieht Christoph nach rund 40 Prozent Kursverlust seit Jahresbeginn eine so niedrige Bewertung wie seit 15 Jahren und verweist auf einen möglichen Kakao-Kostenpuffer ab 2027 sowie 2 Prozent Dividende. Ein anderer Sprecher hält die Produkte für zu teuer und würde die Aktie nicht kaufen – ein Widerspruch innerhalb der Folge. Bei Nike spricht Noah Leidinger von einer wackligen Turnaround-Wette, deren Bewertung schon auf viel Enttäuschung vorbereitet sei. Die SPS-Commerce-Aktie wird trotz KI-Sorgen und schwachem Wachstum als vergleichsweise günstig mit möglicher Übernahmefantasie dargestellt.
Empfohlen
Die Aktie ist nach 40 % Verlust seit Jahresbeginn so niedrig bewertet wie seit 15 Jahren; dank langfristiger Kakao-Einkäufe sieht Christoph Spielraum für Preissenkungen und 2 % Dividende.
Zitat & Begründung
„Dafür kriegt man die vergleichsweise niedrige Bewertung plus 2 Prozent Dividende“
- Seit Jahresbeginn hat die Lindt-Aktie rund 40 Prozent verloren, das KGV liegt nur noch beim 24-Fachen des erwarteten Gewinns.
- Laut UBS hat sich Lindt billigen Kakao langfristig gesichert, für 2027 sieht die Bank bis zu 550 Millionen Euro Spielraum.
- Dafür gibt es 2 Prozent Dividende; Preissenkungen trotz steigender Kakaopreise und zwei gesenkte Prognosen bleiben Risiken.
Für Noah bleibt Nike eine wacklige Turnaround-Wette: Einiges läuft schlechter als gedacht, die Bewertung ist aber schon auf viel Enttäuschung vorbereitet.
Zitat & Begründung
„es bleibt eine Whisky Turnaround Wette, bei der einiges schlechter läuft als gedacht, paar Dinge auch besser und zumindest ist die Bewertung schon auf viel Enttäuschung vorbereitet.“
- Nike verliert weiter Umsatz, in China fällt er seit neun Quartalen, die Prognose wurde erneut gesenkt.
- Der Börsenwert ist auf den tiefsten Stand seit 2013 gefallen, die Erwartungen sind extrem niedrig.
- Noah nennt es eine wacklige Turnaround-Wette, bei der Bewertung und Nordamerika-Wachstum positive Überraschungen erleichtern.
Pascal sieht die Aktie nach 20 % Kursverlust nur noch mit dem 16-fachen Gewinn bewertet (5-Jahres-Schnitt 50); ein Übernahmeinteresse von GTCR könnte zusätzlich Fantasie bringen.
Zitat & Begründung
„Im Vergleich zur historischen Bewertung wäre aber auch das nicht viel.“
- SPS verdient mit dem Datenaustausch zwischen Herstellern und Handelsketten, 96 Prozent vom Umsatz sind wiederkehrend.
- Wachstum und Aktienkurs sind eingebrochen, dazu kam die Angst, KI könnte den Übersetzer überflüssig machen.
- Als Gegenargumente nennt er die niedrige Bewertung und ein mögliches Übernahmeinteresse von GTCR.
Abgeraten
Sprecher 3 hält die Produkte für zu teuer, will sie boykottieren und würde die Aktie nicht kaufen.
Zitat & Begründung
„Das ist einfach viel zu teuer und ja, das muss man einfach boykottieren. Ich würd's nicht kaufen.“
- Die Preiserhöhungen hätten die Kunden vertrieben, das Regal bleibe voll.
- Die Produkte seien schlicht zu teuer.
- Deshalb sein Fazit: nicht kaufen.
Alles auf Aktien: Der KI-Cyber-Rausch und 4 ETFs mit Renditeziel
Cybersicherheit ist das Thema des Tages: Weil KI Angriffe beschleunigt, halten die Moderatoren Cyber-ETFs für eine aussichtsreiche Beimischung, warnen aber nach der Rallye vor sportlichen Bewertungen und raten eher zum schrittweisen Einstieg per Sparplan. Bei Adidas und Rheinmetall deuten sie jüngste Insiderkäufe der Vorstandschefs als mögliches Attraktivitätssignal – ausdrücklich ohne Kaufempfehlung. Die neue Gattung der Defined-Return-ETFs mit angepeilten 6 bis 9 Prozent Rendite sehen sie als zusätzlichen Depot-Baustein, nicht als Ersatz für klassische Aktien-ETFs wie den MSCI World.
Empfohlen
Insiderkauf von Adidas-Chef Gulden über eine halbe Million Euro nach über 20 Prozent Kursverlust seit den Quartalszahlen – für die Moderatoren ein mögliches Signal, aber ausdrücklich keine Kaufempfehlung.
Zitat & Begründung
„Das sind jetzt natürlich keine Kaufempfehlung, aber Insiderkäufe können oft ein Signal dafür sein, dass das Management die eigene Aktie nach Kursrückgängen für attraktiv hält. Besonders interessant ist das auch bei Adidas.“
- Adidas-Chef Björn Gulden kaufte Aktien für mehr als eine halbe Million Euro.
- Die Aktie hat seit den Quartalszahlen Ende Juli über 20 Prozent verloren und notiert bei rund 144 Euro.
- Insiderkäufe können laut Moderatoren ein Signal sein, dass das Management die eigene Aktie für attraktiv hält – keine Kaufempfehlung.
Auch der Nachkauf von Rheinmetall-Chef Pappberger für knapp eine halbe Million Euro gilt den Moderatoren als Hinweis, dass das Management die eigene Aktie für attraktiv hält.
Zitat & Begründung
„Aber auch spannend oder aufschlussreich sind die Käufer und bei diesen fällt auf, dass Chefs verstärkt wieder bei ihren eigenen Unternehmen zugegriffen haben.“
- Rheinmetall-Chef Armin Pappberger kaufte Aktien für knapp eine halbe Million Euro.
- Die Moderatoren lesen Insiderkäufe als Signal für Attraktivität nach Kursrückgängen.
- Eine Kaufempfehlung sprechen sie ausdrücklich nicht aus.
Cybersicherheit wächst zweistellig und wird Pflichtprogramm, doch nach der Rallye sehen die Moderatoren Cyber-ETFs nur als Beimischung mit Korrekturrisiko, nicht als Fundament.
Zitat & Begründung
„Ein Cyber ETF taucht als Beimischung, nicht als Fundament und das minus 1 von Kostolany, das solltet ihr auf jeden Fall mit einplanen.“
- KI beschleunigt Angriffe, Security-Budgets wachsen zweistellig – laut Moderatoren ein struktureller Treiber.
- Einzelaktien sind wegen hoher Bewertungen ein Ritt auf der Rasierklinge, die ETF-Spanne reicht von rund 47 bis 88 Prozent Plus.
- Deshalb Cyber-ETFs nur als Beimischung, Einstieg per Sparplan und Korrektur einplanen.
Neue ETF-Gattung mit Optionsstrategien peilt 6 bis 9 Prozent Rendite an; die Moderatoren halten sie als zusätzlichen Depot-Baustein für spannend, ohne Garantie.
Zitat & Begründung
„Und genau deshalb finden wir die Produkte spannend, nicht weil sie den heiligen Gral gefunden hätten, sondern weil sie eine zusätzliche Option im Werkzeugkasten geben.“
- Strukturierte Strategien mit Optionen auf den EuroStoxx 50 sollen Aktien- und Volatilitätsprämie einsammeln.
- Dafür wird ein Teil des Aufwärtspotenzials verkauft – in starken Börsenjahren ist ein klassischer Aktien-ETF besser.
- Für Anleger mit großem Vermögen oder kurz vor dem Ruhestand ein Baustein, kein Ersatz für die Aktienanlage.
Für Anleger mit sehr langem Horizont bleibt nach Einschätzung der Moderatoren die volle Aktienmarktrendite eines klassischen Aktien-ETFs wie dem MSCI World die bessere Wahl.
Zitat & Begründung
„Wer einen Anlagehorizont von 30 Jahren oder so hat oder mehr, der sollte zunächst mal die volle Aktienmarktrendite anstreben.“
- Wer 30 Jahre Anlagehorizont oder mehr hat, sollte die volle Aktienmarktrendite anstreben.
- Defined-Return-ETFs begrenzen das Aufwärtspotenzial zugunsten planbarerer Erträge.
- Für langfristige Anleger bleibt der klassische Aktien-ETF daher die passendere Lösung.
Finanzfluss Podcast: Was Aktienrückkäufe für DICH bedeuten (#746)
Auslöser der Folge ist Nvidias Rekord-Rückkaufprogramm über bis zu 235 Milliarden Dollar. Der Sprecher erklärt, wie Aktienrückkäufe funktionieren, und ordnet ein: Ein Rekordrückkauf sei kein Kaufargument, und wer die Nvidia-Einzelaktie zusätzlich kaufe, erhöhe das Klumpenrisiko im Depot. Stattdessen empfiehlt er, breite Welt-ETFs zu besparen, in denen Rückkäufe automatisch in der Rendite stecken, und für Einzelaktien-Fans eine Core-Satellite-Strategie.
Empfohlen
Ein breit gestreuter Welt-ETF bildet Rückkäufe automatisch ab, Anleger müssen sich um Details keine Gedanken machen und gehen kein Klumpenrisiko ein.
Zitat & Begründung
„Wenn Du einfach einen breiten ETF besparst, dann musst Du dir über all das keine Gedanken machen.“
- Rückkäufe der Indexunternehmen stecken bereits in den Kursen und damit in der Rendite.
- Wer einen breiten ETF bespart, muss dafür selbst nichts tun.
- Für Einzelaktien-Fans empfiehlt er eine Core-Satellite-Strategie mit Großteil im Weltportfolio.
Abgeraten
Der Rekordrückkauf ist für den Sprecher kein Kaufargument, und ein zusätzlicher Kauf der Einzelaktie erhöht das Klumpenrisiko, da Nvidia ohnehin größte Position in Welt-ETFs ist.
Zitat & Begründung
„Wenn Du jetzt also zusätzlich noch die Einzelaktie kaufst, dann erhöhst Du auf jeden Fall das Klumpenrisiko in deinem Portfolio.“
- Nvidia ist das wertvollste Unternehmen und in den meisten Welt-ETFs bereits größte Position.
- Ein zusätzlicher Einzelaktienkauf erhöht damit das Klumpenrisiko.
- Der Rückkauf selbst wird ausdrücklich nicht als Kaufargument gewertet.
Fazit
Die Podcasts zeigen, wie unterschiedlich dieselben Fakten gelesen werden: Für Christoph ist Lindt nach dem Kursverlust günstig, für einen anderen Sprecher bleibt die Aktie ein Fall zum Meiden. Nvidias Rekordrückkauf wird nicht als Kaufsignal gewertet, sondern als Anlass, das eigene Klumpenrisiko zu prüfen. Bei Cyber-ETFs und Defined-Return-Produkten überwiegt die Skepsis gegenüber der Rallye. Es handelt sich um die Meinungen der Podcast-Sprecher, nicht um Tatsachen oder Anlageempfehlungen.
Selbst investieren
Aktien, ETFs und Kryptowährungen in einer App – bei Bitpanda schon ab 1 €.
Hinweis: Dieser Artikel fasst automatisiert ausgewertete Aussagen aus Podcast-Folgen zusammen und kann Fehler enthalten. Er gibt die Meinungen der Podcast-Sprecher wieder, nicht die von Block-Builders.de, und ist keine Anlageberatung. Alle Zitate mit Zeitmarke findest du im Podcast-Radar.