Neuerliche Bombardements im Iran-Krieg bescheren Bitcoin und Ethereum ein spürbares Minus. Der ETH Layer-2 Abstract muss aufgeben. Bitcoin.de blitzt in Sachen MiCA-Lizenz bei der BaFin ab. Das Block-Builders Briefing.
BITCOIN
Die Bitcoin Preiskurve bewegt sich am Mittwochmorgen nahe 84.000 Dollar, ein Tagesminus von 1,5 Prozent. Die Bitcoin ETFs verzeichneten am Börsendienstag 119 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss.
Vor einem Jahr kletterte Bitcoin auf sein bis heute gültiges Allzeithoch von gut 126.000 Dollar. Etwa ein Drittel hat die Krypto-Leitwährung auf sein Rekordhoch bei heutigen Preisen verloren – und manche Analysten sehen dies als beruhigend, was auf den ersten Blick überrascht. Doch dann wird auf frühere Rekordhochs von Bitcoin wie aus dem November 2021 verweisen, als BTC ein Jahr später 75 Prozent unter der selbst gesetzten Marke notiert. Bei Bitcoin Allzeithochs aus 2013 und 2017 waren jeweils nach Jahresfrist 70 Prozent beziehungsweise 82 Prozent Minus zu beobachten. Eine Schlussfolgerung aus der heutigen Situation also lautet, dass Bitcoin sich weniger volatil als in früheren Zyklen verhält. Hier spielen die BTC ETFs eine wichtige Rolle, bei denen mittel- und langfristig denkende Anleger Bitcoin Schwächephasen bislang ziemlich geduldig ausgesessen haben. So schauen die Experten derzeit oft auf den Bitcoin Preis von gut 87.500 Dollar, mit dem das Jahr 2026 eröffnet und der seit Ende Januar nicht mehr erreicht werden konnte. Eigentlich könnte der Oktober, in der Kryptoszene auch „Uptober“ genannt, dafür eine geeignete Basis bieten. Doch zur Wahrheit gehört auch: Bitcoin hat dutzendfach beweisen, bei seiner realen Preisentwicklung Prognosen die kalte Schulter zu zeigen.
ETHEREUM
Ethereum notiert am Mittwochmorgen bei gut 2.600 Dollar, drei Prozent Tagesminus. Die Ethereum ETFs meldeten vom Börsendienstag auffällige 202 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.
Mit Abstract streicht nach Blast der zweite Ethereum Layer-2 innerhalb weniger Tage die Segel. Abstract nennt den 15. Dezember als das Datum, wenn die Blockchain abgeschaltet wird. Finanziert wurde der Start von Abstract im Januar 2025 durch Igloo, bekannt durch die Pudgy Penguins Kuscheltiere und entsprechende NFTs. Igloo CEO Luca Netz verrät nun, man habe achtstellige Summen Minus mit Abstract gemacht, also mehrere zehn Millionen Dollar. Zu den Kunden von Abstract zählten mit Disney und Red Bull große Namen. Mehr als 4 Millionen Wallets waren angemeldet, mehr als 300 Millionen Transaktionen organisierte Abstract im Ethereum Ökosystem und gut 100 Apps bauten auf dem Layer-2. Doch die Einnahmen haben wie bei Blast die Kosten nicht gedeckt, die Umsätze schrumpften immer weiter zusammen und jemand musste die Notbremse ziehen. Wer noch Krypto-Bestände bei Abstract hat, soll bis zum 15. Dezember tätig werden. Ethereum Gründer Vitalik Buterin hatte Layer-2 Anfang des Jahres für weitgehend überflüssig erklärt und scheint Recht zu behalten.
ALTCOINS
Gewinner des Tages ist Stacks (STX) mit 6 Prozent Plus. Das Projekt begreift sich Bitcoin Layer-2 mit Staking Möglichkeiten für BTC, erste Stacks Pools dafür finden ausreichend Nutzer.
Verlierer des Tages ist Polkadot (DOT) mit 9 Prozent Minus. Polkadot notiert derzeit 98 Prozent von seinem Rekordhoch aus 2021 entfernt, das Konzept mit Parachains hat sich überholt.
Das Krypto-Stimmungsbarometer scheint aus der Zone „Gier“ Richtung „Neutral“ umzuschlagen. Im Iran-Krieg sprechen wieder Bomben statt Diplomaten, der Ölpreis bleibt gefährlich hoch, Zinsen für Staatsanleihen steigen – ob sich Bitcoin und Co. gegen diesen Mix behaupten können, bleibt offen.
AUS DER KRYPTOINDUSTRIE
Nächster Rückschlag für Bitcoin.de: Der BTC Marktplatz mit der Traumdomain für Deutschland muss per Ad-hoc-Mitteilung bekanntgeben, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Antrag auf eine MiCA-Lizenz für die Futurum Bank AG abgelehnt hat. Mit einer solchen Lizenz wollte Bitcoin.de seine Geschäfte in Deutschland und der EU endlich wieder aufnehmen, die seit 12. Juni weitgehend ruhen. In einer zweiten Bitcoin Group SE Mitteilung heißt es, man suche nun mithilfe der Futurum Bank nach einem Partner, der bereits über eine Lizenz verfüge. Bitcoin.de zählt nach eigenen Angaben gut 1 Million Kunden und mehr als zehn Jahre Erfahrung, die Futurum Bank ist im Besitz der Bitcoin Group, welche wiederum den Krypto-Marktplatz verantwortet. Wie und wann es dort weitergeht, scheint offen. Auszahlungen seien aber möglich, versichert Bitcoin.de auf seiner Webpräsenz.
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