Ledger Hardware Hack: Situation an Tag Fünf – Wallet Hersteller blamiert sich

Ledger Hardware Hack: Situation an Tag Fünf - Wallet Hersteller blamiert sich

Vor fünf Tagen gab es erste Berichte über einen Hack der Hardware von Ledger. Manipulierte Wallets des Marktführers wurden zunächst in Asien bestätigt. Doch offenbar sind auch Ledger Wallets in Europa betroffen.

Bislang galten Hardware Wallets als der Königsweg, um Guthaben in Bitcoin und Co. sicher aufzubewahren und trotzdem Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten. Aber der Skandal um Ledger Hardware Wallets trifft die Branche tief, der Hersteller selbst blamiert sich mit peinlicher Kommunikation. An Tag Fünf verweist auf der Ledger Homepage noch immer kein Hinweis auf die bedrohliche Situation und mögliche Auswege für Kunden. Stattdessen wirbt der Marktführer unverdrossen mit „Sicherheit ohne Kompromisse“ und mehr als 8 Millionen verkauften Ledger Hardware Wallets, die rund 20 Prozent der globalen Krypto-Bestände absichern würden. Was ist da los?

Ledger Hardware Wallets in Südostasien von Reseller CryptoBilis betroffen

Am Freitag war der Krypto-Detektiv Specter einer der ersten, der Meldungen von Ledger Kunden folgte, bei denen Krypto-Guthaben auf schier unerklärliche Weise abhanden gekommen waren. Er konnte Transaktionen in Ethereum, Bitcoin und Tron nachverfolgen und war sich dann sicher, dass die Vorfälle zusammenhängen. Ebenfalls am Freitag teilte der Ledger Support die Mitteilung, man gehe den Hinweisen nach und könne sie auf Südostasien und den Wiederverkäufer CryptoBillis einschränken. Der Experte Mark Karpeles, bekannt als früherer Chef der Kryptobörse Mt. Gox, konnte parallel mit Fotos beweisen, dass in Ledger Nano X Hardware Wallets ein „Spionage Modul“ eingebaut war und die Geräte trotzdem originalverpackt in den Umlauf kamen.

Erste manipulierte Ledger Hardware in Europa gesichtet

Über das Wochenende kam von Ledger nur ein vages Update, man könne einen Fall von Hardware betätigen, in dem ein nicht-authorisiertes „Implantat“ gefunden sei. In den sozialen Netzwerken aber kursierten aber schon immer mehr Posts von Ledger Kunden, die ihre Hardware Wallets öffneten und darin Bauteile identifizierten, welche verdächtig schienen. Karpeles fiel dabei auch eine Ledger Stax auf, eines der Luxusmodelle. Aus Europa meldete sich X-Nutzer Johannes mit einer kompromittierten Ledger Nano und schrieb, die offizielle Darstellung mit Beschränkung auf Südostasien sei nicht mehr zu halten.

Mehr als 100 Millionen Dollar Schaden durch Ledger Hack vermutet

Doch aus dem französischen Hauptquartier von Ledger gab es erst am Sonntagabend eine neue Wasserstandsmeldung, in der man erneut die Schuld auf den Reseller CryptoBilis schob und irgendwie die ganze Branche mit ins Boot holen wollte. Kein offizielles Wort weiterhin von Ledger zu möglichen Entschädigungen, kein Report zu den Methoden der Hacker, keine Angaben zu Schadenssummen. Das Team von YFarmX hatte zu dem Zeitpunkt bereits mehr als 450 gehackte Leder Hardware Wallets ausgemacht und bezifferte den Schaden auf 94 Millionen Dollar. Die Angreifer seien dabei, ihre Beute durch Krypto Mixer zu jagen und so zu sichern. Man habe Ledger eine Liste der Blockchain Recherchen übermittelt, so YFarmX – aber anscheinend erfolgte keine Rückmeldung.

Ledger verdient in Krisenkommunikation eine glatte Sechs, ungenügend

Der Stand der Dinge am frühen Dienstagmorgen: Hunderte von Ledger Hardware Wallers sind wohl manipuliert über die offiziellen Vertriebskanäle verkauft worden, sie zeichnen Eingaben auf und senden sie per mobilem Internet an die Hacker. Auszugehen ist von einer Beute in Höhe von mehr als 100 Millionen Dollar. Johannes hat in Europa eine weitere manipulierte Ledger Nano X bei  einem Media Markt eingekauft. Von Ledger selbst bleibt es bisher bei drei offiziellen Mitteilungen seit Freitag und im heutigen Licht wirken sie allesamt auffällig nichtsagend.

Fazit: Ledger versagt bei Sicherheitsversprechen zu Hardware Wallets

Seit gut einem Jahrzehnt stellt Ledger Hardware Wallets her und hatte in dem Zeitraum mindestens zweimal den Leak von Kundendaten zu beklagen. Aber die jetzige Affäre hat eine andere Situation, wenn Ledger seine weltweiten, offiziellen Vertriebsketten nicht vor manipulierten Geräten absichern kann. Die Kommunikation ist aus Kundensicht eine einzige Katastrophe, sollen wir jetzt alle tatsächlich alle unsere Ledger Hardware Wallets physisch knacken und auf merkwürdige Zusatz-Module überprüfen? Dieser Ledger Skandal wird in die Kryptogeschichte eingehen und könnte das Vertrauen in Hardware Wallets zerstören. 

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