Bitcoin und Ethereum über das Wochenende leicht im Plus. Der Hardware Hack von Ledger Wallets lässt tief blicken. Bei XRP mussten die Ripple Entwickler eine kritische Sicherheitslücke stopfen. Das Block-Builders Briefing.
BITCOIN
Bitcoin wird am Montagmorgen für rund 84.000 Dollar gehandelt und hat damit über das Wochenende gut 2 Prozent ins Plus gedreht. Die Bitcoin ETFs verzeichneten am Börsenfreitag bescheidene 21 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss, die Gesamtwoche blieb mit Minus 681 in den roten Zahlen.
Der nach eigenen Angaben erste Bitcoin Lebensversicherer Meanwhile meldet eine erfolgreiche Finanzierungsrunde von 37,5 Millionen Dollar. Damit werde man seine Aktivitäten Richtung Europa, Asien und den Nahen Osten ausbauen. Meanwhile beschränkt sich bisher auf ein einziges internationales Produkt, das sich hauptsächlich an vermögende Familien richtet. Dabei wird anfangs eine Versicherungsprämie in Bitcoin eingezahlt, die dann beim Todesfall ebenfalls in BTC fällig wird. Jährliche Zinsen werden genauso in Bitcoin abgerechnet und zudem besteht für Kunden die Möglichkeit, ihr Depot nach dem ersten Jahr bis zu 90 Prozent zu beleihen. Laut Pressemitteilung hat Meanwhile mittlerweile mehr als 180 Millionen Dollar von Pantera, Morgan Creek und anderen prominenten Krypto-Firmen eingesammelt, der OpenAI CEO Sam Altman wird sogar in der Titelzeile hervorgehoben. Meanwhile ermöglicht es sozusagen, Bitcoin einfach an die nächste Generation zu vererben. 2026 erwarte man doppelt so viele Vertragsabschlüsse wie im Vorjahr, schreibt Meanwhile, welches auch seine Bilanzen im Hauptquartier Bermuda in BTC vorlegt.
ETHEREUM
Ethereum notiert am Montagmorgen bei rund 2.550 Dollar und hat damit seit Freitag ein kleines Plus von 0,5 Prozent gemacht. Die Ethereum ETFs meldeten am Börsenfreitag 56 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss, damit wuchs das Wochenergebnis auf Minus 542 Millionen.
Anleger verwahren ihre Ethereum ebenso wie Bitcoin gerne auf Ledger Hardware Wallets. Doch jetzt erschüttert die Nachricht eines Hardware Hacks die Kunden. Am Freitag musste Ledger melden, dass man Meldungen nachgehe, denen zufolge Nutzer Guthaben verloren, ohne selbst Transaktionen veranlasst zu haben. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Frankreich konnte die Gruppe von Betroffen auf Käufer von Ledger Hardware Wallets in Asien durch CryptoBilis eingrenzen. Am Wochenende dann platze die Bombe: In einem Update gab Ledger bekannt, dass in die Hardware heimlich ein „Implantat“ eingebaut wurde. Der Technik-Spezialist Mark Karpeles war Hinweisen zuvor schon auf eigene Faust nachgegangen und hatte in den physischen Wallets ein „Spionage Modul“ entdeckt. Dieses scheint Eingaben aufzuzeichnen und an die Hacker zu senden, welche dann Guthaben in Ethereum, Bitcoin und Co. abräumen. Der Krypto-Detektiv Specter bezifferte die Verluste am Freitag auf mindestens 86 Millionen Dollar. CryptoBilis hat den Verkauf von Hardware Wallets mittlerweile vorläufig eingestellt, es muss der Verdacht bestehen, dass die Hacker dort Ledger Produkte manipulieren. Ob Betroffene auf Entschädigung hoffen können, bleibt bislang offen.
ALTCOINS
Gewinner des Tages ist LayerZero (ZRO) mit 19 Prozent Plus. Dort scheint die neue Kryptobörse Atlas ZRO aus dem Tal zu helfen, in welches Layer Zero nach dem Kelp Hack vom April gefallen war.
Verlierer des Tages ist MemeCore (M) mit 4 Prozent Minus. Die Story von Meme 2.0 scheint nicht mehr zu greifen, MemeCore hat auf sein Allzeithoch aus dem April jetzt schon 80 Prozent verloren.
Das Krypto-Stimmungsbarometer verweilt in der Zone „Neutral“, was angesichts weltpolitischer Turbulenzen durch US-Präsident Donald Trump und einer schlechten ETF Woche für Bitcoin und Ethereum für eine gewisse Abgeklärtheit spricht.
AUS DER KRYPTOINDUSTRIE
Kritische Lücke bei XRP: In einem Sicherheitsbericht musste zum Ripple Altcoin bekanntgegeben werden, dass es wohl schon seit 2015 ein Fehler im Code existierte, der es erlaubt hätte, große Mengen von XRP quasi aus dem Nichts zu generieren. Die Entwickler von RippleX haben laut den Angaben am 22. September von der Sicherheitslücke erfahren und diese am 25. September durch ein Update geschlossen, allerdings ohne speziellen Hinweis. Beteuert wird, dass es keine Hinweise darauf gäbe, welche auf eine Ausnutzung des möglichen Einfallstors gäbe. Das Szenario erinnert an einen Vorfall bei Zcash (ZEC) aus dem Juni, bei dem der Beweis schwer zu führen ist, ob nicht doch nicht-autorisierte Token in den Umlauf gekommen sind. Ripple hatte zum Start von XRP 100 Milliarden Token generiert und diese Zahl als absolute Höchstmenge definiert. Kritiker bemängeln, dass Ripple bis heute rund 40 Prozent aller XRP besitzt und damit jederzeit die Preisdynamik beeinflussen könnte. Doch die Nachricht von der kritischen Sicherheitslücke schickte XRP nur temporär für einige Stunden und Prozent ins Minus, Ripple Anleger scheinen zur Sorglosigkeit zu neigen.
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