Vier Folgen aus vier Podcasts liegen seit gestern vor. Finanzfluss erklärt zweimal Grundlagen – Sparraten-Optimierung und Rebalancing –, während Alles auf Aktien Chinas KI-Wette und Adidas beleuchtet und OHNE AKTIEN WIRD SCHWER den SpaceX-Einstieg ins Mobilfunkgeschäft sowie SGL Carbon als Atomkraft-Wette einordnet. Die wichtigste Erkenntnis: Klare Kaufempfehlungen gibt es nur für Alibaba und Tencent, während vor Hebel-ETFs und der betrieblichen Altersvorsorge gewarnt wird.
Auf einen Blick: Empfehlungen und Warnungen
| Asset | Einschätzung | Podcast | Sprecher |
|---|---|---|---|
| Altersvorsorgedepot | Kaufen | Finanzfluss Podcast | Markus |
| Geldmarkt ETF | Kaufen | Finanzfluss Podcast | Markus |
| VL-Depot mit ETFs | Kaufen | Finanzfluss Podcast | Markus |
| Alibaba BABA | Kaufen | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
| Tencent 0700 | Kaufen | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
| Betriebliche Altersvorsorge | Meiden | Finanzfluss Podcast | Markus |
| Hebel-ETFs (gehebelte ETFs) | Meiden | Finanzfluss Podcast | Sprecher 0 |
| SGL Carbon SGL | Kaufen (Tendenz) | OHNE AKTIEN WIRD SCHWER | Christoph |
| Adidas ADS | Kaufen (Tendenz) | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
| China Technology Semiconductors Star 50 ETF (Cran Shares) | Kaufen (Tendenz) | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
| Zoetis ZTS | Meiden (Tendenz) | OHNE AKTIEN WIRD SCHWER | Tymon Wunderlich |
| CXMT | Meiden (Tendenz) | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
| ASICS | Meiden (Tendenz) | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
Alle Folgen und Empfehlungen der letzten Tage findest du in unserem Podcast-Radar.
Was die Podcasts heute bewegt
Ein roter Faden ist die Skepsis gegenüber teuren oder komplexen Produkten: Finanzfluss rät von Hebel-ETFs und betrieblicher Altersvorsorge ab, Zschäpitz von chinesischen Chipwerten und dem STAR-50-ETF als Basisinvestment. Bei China gehen die Meinungen auseinander – Zschäpitz bevorzugt die günstigen Binnenmarkt-Plattformen Alibaba und Tencent, während er die Halbleiterwerte für überzogen hält. Bei Adidas und ASICS widersprechen sich die Einschätzungen nicht, aber die Bewertungslogik ist unterschiedlich: Adidas gilt als günstiger Nachzügler, ASICS als teurer Vorreiter. SGL Carbon und Zoetis werden als spekulative Wetten mit klaren Risiken beschrieben, nicht als sichere Anlagen.
Finanzfluss Podcast: In <10 min. deine Sparrate für maximale Förderung optimieren
Markus vom Finanzfluss Podcast erklärt, wie du deine monatliche Sparrate aufteilst. Die ersten 30 Euro sollten ins ab Januar 2027 startende Altersvorsorgedepot fließen, bis 150 Euro monatlich die volle Zulage mitnehmen, alles darüber ins freie Depot. Für eine in wenigen Jahren geplante Immobilie rät er, das Eigenkapital nicht am Aktienmarkt zu halten, sondern in kurzlaufenden Staatsanleihen höchster Bonität oder einem Geldmarkt-ETF zu parken. Die betriebliche Altersvorsorge hält er in den meisten Fällen für unattraktiv, während Arbeitgeberzuschüsse zu vermögenswirksamen Leistungen mitgenommen werden sollten.
Empfohlen
Die ersten 30 Euro monatlich bringen 50 Prozent Förderung, bis 150 Euro monatlich die volle Zulage – wer das Geld nur für die Rente braucht, sollte die Förderung mitnehmen.
Zitat & Begründung
„Willst Du dein Vermögen zum Beispiel nur für die Rente nutzen und zum regulären Renteneintritt aufhören zu arbeiten, dann kannst Du die vollen 150 Euro ins Altersvorsorgedepot einzahlen und die volle Förderung mitnehmen.“
- Bis 360 Euro jährlich legt der Staat 50 Prozent Förderung obendrauf.
- Zwischen 30 und 150 Euro monatlich gibt es noch 25 Prozent Zulage plus Steuervorteil.
- Für eine reine Rentennutzung kann man die vollen 150 Euro einzahlen und die Förderung mitnehmen.
Für in wenigen Jahren benötigtes Eigenkapital empfiehlt der Sprecher kurzlaufende Staatsanleihen höchster Bonität oder einen Geldmarkt-ETF statt Aktien-ETFs.
Zitat & Begründung
„Im Altersvorsorgedepot kannst Du dann dein Eigenkapital statt den ETFs einfach in kurzlaufende Staatsanleihen höchster Bonität oder ein Geldmarkt ETF investieren.“
- Bei kurzem Anlagehorizont kann ein Crash genau zum Kaufzeitpunkt das Eigenkapital vernichten.
- Deshalb rät er, das Eigenkapital nicht am Aktienmarkt zu parken.
- Stattdessen kurzlaufende Staatsanleihen höchster Bonität oder ein Geldmarkt-ETF.
Einen Arbeitgeberzuschuss zu vermögenswirksamen Leistungen sollte man mitnehmen und nur so viel einzahlen, dass der volle Zuschuss erreicht wird.
Zitat & Begründung
„Wenn Du sonen Zuschuss bekommst, kann es sich lohnen, den mitzunehmen. Mein Tipp wär dann, maximal so viel einzuzahlen, dass Du eben den vollen Zuschuss bekommst.“
- Manche Arbeitgeber zahlen einen Zuschuss, wenn man ein VL-Depot etwa mit ETFs bespart.
- Nach sieben Jahren lässt sich das Vermögen aus dem VL-Depot in ein normales Depot überführen.
- Unter 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen gibt es zusätzlich 20 Prozent Arbeitnehmersparzulage.
Abgeraten
bAV-Verträge lohnen sich aus Sicht des Sprechers in den meisten Fällen nicht, wegen Unflexibilität, hoher Kosten und Sozialabgaben im Alter.
Zitat & Begründung
„Aus unserer Sicht lohnt sich eine BV in den meisten Fällen nicht, denn zum einen sind die Verträge unflexibel, wenn Du zum Beispiel den Arbeitgeber wechseln willst.“
- Die Verträge sind unflexibel und werden vom Arbeitgeber für den ganzen Betrieb ausgewählt.
- Viele bAV-Verträge haben hohe Kosten, im Alter fallen zusätzlich Sozialabgaben an.
- Nur bei deutlich höherem Arbeitgeberzuschuss (20 bis 30 Prozent) könnte sich bAV lohnen.
OHNE AKTIEN WIRD SCHWER: SpaceX attackiert T-Mobile. Atomkraft mit SGL. Zoetis mit Chance oder PE-Gefahr?
Christoph von OHNE AKTIEN WIRD SCHWER ordnet den Kurseinbruch der US-Telco-Aktien nach dem SpaceX-Einstieg ins Mobilfunkgeschäft ein. SGL Carbon hält er für einen spekulativen Schaufelverkäufer im Atomkraft-Trend, der anders als Reaktor-Firmen schon Gewinne macht, nach der Rally aber kein Schnapper mehr ist. Bei Zoetis sieht Tymon Wunderlich die Wachstumsthese durch sparsame Tierbesitzer, stärkere Konkurrenz und auslaufende Patente beschädigt, verweist aber auf das historisch niedrige KGV von 12. Die Kursbewegungen bei Impf-Aktien, Apple und den Medicare-Versicherern werden überwiegend als Nachrichten wiedergegeben.
Empfohlen
SGL Carbon sei ein Schaufelverkäufer für den Atomkraft-Trend, der im Gegensatz zu Reaktor-Firmen schon Gewinne macht – nach der Rally aber kein Schnapper mehr.
Zitat & Begründung
„Nach dem Comeback und der Rally ist das kein Schnapper mehr, aber wer eher spekulativ auf neue Atomkraft Player setzen will, kriegt hier einen Schaufelverkäufer, der im Gegensatz zu den Atomkraftfirmen schon Gewinne macht.“
- Carbonsegment verdient wieder Geld, Fokus liegt auf dem Graphitgeschäft mit fast 60 Prozent Umsatzanteil.
- 10-Jahres-Rahmenvertrag mit X Energy, erster Auftrag über 100 Mio. Dollar, Kapazitätsverdopplung bis 2030.
- Nach über 80 Prozent Kursplus und KGV 23 nur noch etwas für spekulative Anleger.
Abgeraten
Die Wachstumsthese bei Zoetis bröckelt, weil Tierbesitzer sparen, Konkurrenz zulegt und Patente auslaufen – das KGV von 12 könnte die Probleme aber schon einpreisen.
Zitat & Begründung
„Dass sie jetzt bei höheren Kosten doch an Tierarztbesuchen und teurer Medizin sparen, spricht gegen die These und damit auch gegen Sodys.“
- Tierbesitzer sparen wegen hoher Preise an Tierarztbesuchen – These vom unelastischen Haustiermarkt bröckelt.
- Blockbuster Apokell und Simparica Trio bekommen Konkurrenz und verlieren 2030/32 den Patentschutz.
- Bewertung mit erwartetem KGV 12 historisch niedrig; ob die Probleme eingepreist sind, bleibt offen.
Alles auf Aktien: Chinas KI-Wette und das 97-Gramm-Aktien-Geheimnis von Adidas
Holger Zschäpitz von Alles auf Aktien hält Alibaba und Tencent im Depot und zieht die günstigen Binnenmarkt-Player (12- bis 13-faches Gewinn) den chinesischen Chipwerten vor, deren Bewertung er für überzogen hält. Einen STAR-50-ETF auf Chinas Halbleiterwerte sieht er allenfalls als kleine Beimischung, nicht als Basisinvestment. In der Triple-AID dreht sich alles um Adidas: Die These vom Laufschuh als nächstem Sneaker trägt laut den Moderatoren, die Aktie ist mit rund 150 Euro deutlich günstiger als das besser gelaufene ASICS, hat aber seit Jahresbeginn 11 Prozent verloren. Prüfstein sind die nächsten Quartalszahlen und die Laufsparte.
Empfohlen
Zschäpitz hält Alibaba im Depot und bevorzugt die Binnenmarkt-Plattform gegenüber chinesischen Chipwerten: mit dem 13-fachen Gewinn günstig bewertet und frei von der Politikprämie.
Zitat & Begründung
„die Alibama und Tencent, die sind mir da lieber mit dem Zwölf- bis Dreizehnfachen und eben keine Politik, aber die wachsen eben auch nicht so doll, hab ich auch schon im Depot.“
- China-Aktien sind weltweit stark untergewichtet: nur 6 Prozent Anteil in den Fonds.
- Alibaba kostet das 13-fache des für 2027 erwarteten Gewinns, Tencent das 12-fache.
- Zschäpitz hat beide im Depot und behält sie, räumt aber schwaches Wachstum ein.
Zschäpitz hält Tencent im Depot und präferiert die Binnenmarkt-Story gegenüber den hoch bewerteten chinesischen Chipwerten, auch wenn das Wachstum begrenzt bleibt.
Zitat & Begründung
„die Alibama und Tencent, die sind mir da lieber mit dem Zwölf- bis Dreizehnfachen und eben keine Politik, aber die wachsen eben auch nicht so doll, hab ich auch schon im Depot.“
- Tencent notiert mit dem 12-fachen des erwarteten Gewinns, international ein niedriges Niveau.
- Die Binnenmarkt-Player hängen an Peking statt am Silicon Valley, also kein verkapptes Nvidia-Risiko.
- Zschäpitz hält die Position weiter, erwartet aber kein starkes Wachstum.
Die Moderatoren sehen die Adidas-These vom Laufschuh als nächstem Sneaker tragen; die Aktie ist mit rund 150 Euro deutlich günstiger als ASICS und liegt über 30 Prozent unter ihrem Hoch.
Zitat & Begründung
„Adidas hat grade erst Tempo aufgenommen, ist deutlich günstiger zu haben.“
- Das Laufgeschäft von Adidas wuchs im Sommerquartal um 28 Prozent, Analysten sehen im Schnitt rund 205 Euro Kursziel.
- Die Aktie hat seit Jahresbeginn 11 Prozent verloren und notiert mehr als 30 Prozent unter dem 12-Monats-Hoch.
- Risiko bleibt die Mode: Wellen wie bei Samba können brechen, Prüfstein sind die nächsten Quartalszahlen.
Zschäpitz könnte sich den STAR-50-ETF als kleine Beimischung vorstellen, warnt aber, dass er genau die Ecke mit der höchsten Politikprämie abbildet und kein Basisinvestment ersetzt.
Zitat & Begründung
„aber vielleicht als kleine Beimische wär son Star ETF vielleicht was, eben da nicht was zu verpassen, aber das wär sicherlich nicht das große Basisinvestment“
- Der ETF bündelt zu über 70 Prozent Halbleiter, die zehn größten Werte machen fast 60 Prozent aus.
- Goldman Sachs weist auf Sanktionsrisiken aus Washington hin, der Fonds ist mit 67 Millionen Euro winzig.
- Für Zschäpitz käme er daher nur als kleine Beimischung infrage, nicht als Basisinvestment.
Abgeraten
Zschäpitz hält die Bewertung des Speicherchip-Herstellers CXMT für absurd – mehr als das 60-Fache des Umsatzes und rund das 800-Fache des Gewinns; ohne exponentielle Kurve wäre er raus.
Zitat & Begründung
„Und ich muss gestehen, wenn da jetzt nicht eine exponentielle Kurve nach oben geht, wehr ich da raus.“
- CXMT ging im Juli an den STAR Market und versechsfachte sich am ersten Tag auf 554 Milliarden Dollar Bewertung.
- Bei 9 Milliarden Dollar Umsatz blieben nur 300 Millionen Dollar Gewinn.
- Chinesische Chipwerte kosten 237 Prozent Aufschlag auf die globale Konkurrenz – für ihn eine Politikprämie.
ASICS liegt mit rund 30 Prozent Plus im laufenden Jahr schon vorn und ist laut Zschäpitz entsprechend teuer – die Bewertung lässt weniger Luft als bei Adidas.
Zitat & Begründung
„Essigs liegt schon vorn und ist entsprechend teuer.“
- ASICS profitiert bereits von der Laufschuh-Welle und notiert rund 30 Prozent im Plus.
- Für Zschäpitz ist die Aktie dadurch entsprechend teuer.
- Adidas bietet dagegen mit durchschnittlich 205 Euro Kursziel mehr Luft nach oben.
Finanzfluss Podcast: Rendite aus dem Nichts? Wie funktioniert Shannon's Demon? (#748)
Finanzfluss erklärt in der Folge das Rebalancing-Konzept "Shannon's Demon" am Beispiel einer fiktiven Achterbahn-Aktie mit Cash und zeigt, dass regelmäßiges Zurückschichten in der Theorie einen kleinen Zusatzertrag bringt. Der Sprecher betont aber, dass dieser Effekt in der Realität klein ist, in langen Aufwärtstrends sogar Rendite kostet und durch Steuern auf Verkäufe aufgezehrt werden kann. Zur Hörerfrage nach Hebel-ETFs sagt er, ein Hebel-ETF wirke der Logik von Shannon's Demon entgegen, da er täglich nach Anstiegen nachkauft und bei Rückgängen verkauft; Rebalancing sei vor allem ein Risikowerkzeug, keine Gelddruckmaschine. Ausdrücklich rät er, auf Hebel im Depot eher zu verzichten oder ihn nur als ganz kleinen Anteil mit Geld einzusetzen, dessen Verlust man verkraftet.
Abgeraten
Der Sprecher rät, auf Hebel im Depot eher zu verzichten oder ihn nur als ganz kleinen Anteil beizumischen, da ein Hebel-ETF der Logik von Shannon's Demon entgegenwirkt und das Risiko erhöht.
Zitat & Begründung
„Ich würde dir raten, auf einen Hebel im Depot eher zu verzichten beziehungsweise ihn nur als einen ganz kleinen Anteil in deinem Depot beizumischen“
- Hebel-ETFs passen ihren Hebel täglich an: sie kaufen nach Anstiegen nach und verkaufen bei Rückgängen.
- Shannon's Demon macht genau das Gegenteil – nach Anstieg Gewinne mitnehmen, nach Absturz günstig nachkaufen.
- Deshalb rät der Sprecher, auf Hebel im Depot eher zu verzichten oder ihn nur minimal beizumischen.
Fazit
Die Podcasts setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Finanzfluss bleibt bei Grundlagen und warnt vor Hebel-ETFs sowie betrieblicher Altersvorsorge, während Alles auf Aktien klare Präferenzen für Alibaba und Tencent zeigt und chinesische Chipwerte meidet. OHNE AKTIEN WIRD SCHWER behandelt SGL Carbon und Zoetis als spekulative Wetten mit erkennbaren Risiken. Es handelt sich um die Meinungen der Podcast-Sprecher, nicht um Tatsachen oder Anlageempfehlungen.
Selbst investieren
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Hinweis: Dieser Artikel fasst automatisiert ausgewertete Aussagen aus Podcast-Folgen zusammen und kann Fehler enthalten. Er gibt die Meinungen der Podcast-Sprecher wieder, nicht die von Block-Builders.de, und ist keine Anlageberatung. Alle Zitate mit Zeitmarke findest du im Podcast-Radar.