Solana Konferenz in Shanghai geplatzt – Was war da wirklich los in China?

Solana Konferenz in Shanghai geplatzt - Was war da wirklich los in China?

Eigentlich wollte Solana mit einer Accelerate Konferenz in Shanghai eine Tour durch China beginnen. Doch als erste Teilnehmer eintrudelten, stoppten staatliche Sicherheitskräfte das Event. Solana tut sich schwer mit einer Erklärung.

Krypto-Expertin Olivia war eine der ersten, die am Freitagmorgen aus dem Shangri La Hotel in Shanghai die überraschende Nachricht in Welt postete: Die Solana Konferenz Accelerate (übersetzt: „Beschleunigen“) war zu Ende, bevor das Event überhaupt richtig begann. Beamte machten Besuchern klar, dass sie nicht in das Gebäude gehen sollten, einige Solana Fans und Promis waren Fotos zufolge bereits im Foyer unterwegs. Die Chefin der Solana Stiftung Lili Liu erklärte Stunden später per X, man müsse die Veranstaltung verschieben. Über Nacht hätten sich so viele Menschen angemeldet, dass die Konferenz überfüllt geworden wäre und man auch die bei örtlichen Behörden registrierte Zahl überschritten hätte.

Solana Stiftung: Accelerate Konferenz in Shanghai nur “verschoben”

Doch so wirklich glaubwürdig ist die Version der Geschichte, welche Lili Liu auftischt, dann wohl doch nicht. Binance Gründer Changpeng Zhao, selbst in China geboren, hatte sich schon zuvor gewundert, wie Solana überhaupt „grünes Licht“ für ein Event dieser Größenordnung bekommen hätte. „Seiner“ BNB Chain sei dies bislang nicht gelungen, so CZ. Als dann der Abbruch der Solana Konferenz belegt war, schrieb die Krypto-Legende auf X : „Traurig zu sehen. Schaut so aus, als ob die wirklich nicht die lokalen Richtlinien kennen.“

Binance Gründer CZ war von Genehmigung für Solana Event in China überrascht

Die erklärt Krypto-Berater und Buchautor Anndy Lian dann online ausführlich. Tech dürfe man in China promoten, aber Coins wie Solana bewerben sei ein „No-No“. China verbiete Krypto nach wie vor rigoros, nicht einmal Bitcoin, Ethereum oder Tether (USDT) haben irgendeinen legalen Status, so Lian. Er selbst besuche deshalb selbst seit Jahren keine Krypto Events in China. Die Gäste der Solana Konferenz haben aus seiner Perspektive Glück gehabt, wenn sie nicht festgenommen wurden und über ihre Guthaben in SOL und anderen Kryptowährungen Auskunft geben mussten.

Mit SOL Werbung und Superlativen hat Solana wohl chinesisches Regime provoziert

Solana hatte im Vorfeld dick aufgefahren, Stifungschefin Liu verbreitete ein Foto von riesiger Fassadenwerbung. Andere Solana Vertreter brüsteten sich damit, man verfüge nun in Shanghai über die „höchsten kommerziell verfügbaren Büroräume der Welt“. Skeptiker wie der anonyme rtsky777 warnten da schon, die übergroße Solana LED-Reklame sei keine gute Idee gewesen und die Suche nach „SOL Shanghai“ im Internet bereits als verdächtig eingestuft.

Setzt Solana seine Tour in China nach Eklat wirklich fort?

Aber auf der Solana Webpräsenz werden am Freitagabend weiterhin die nächsten drei Accelerate China Konferenz enbeworben, am 18.Oktober in Hangzhou, am 20. in Shenzhen und zum Schluss am 22. Oktober in Peking. Die drei Großstädte gehören allesamt nicht zu der Zone Hongkong, wo Krypto laut Lian gewisse Freiheiten genießt und so auch Kryptobörsen agieren können.

Fazit: Ist Solana in die China-Falle gelaufen?

Aus der Ferne wirkt es seltsam naiv, wie sich Solana Stiftung und Vordenker eine Vertretung in Festland-China und große SOL Konferenzen ausgedacht haben. Wenn sich Liu nun bei allen entschuldigt, „die von nah und fern gekommen sind, um Teil von Solana in Shanghai zu werden“, könnte das offizielle China das auch als Provokation verstehen. Für die Kryptoszene allgemein sollte das unschöne Erlebnis eine Warnung sein, China nicht mit Asien zu verwechseln. Die Parteilinie duldet kein Krypto im großen Stil, Tron Gründer Justin Sun war wohl 2019 sogar in China festgehalten worden, bis er sich wortreich entschuldigte und den Sozialismus lobte. Ob Solana Accelerate noch ein Nachspiel hat, zeigen die nächste Tage. 

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