Zinsen für US-Staatsanleihen steigen weiter, was die Attraktivität von Bitcoin, Ethereum und Co. schmälert. In Deutschland nimmt der Widerstand gegen eine Krypto Steuer zu. Bitmine stoppt bald ETH Käufe. Das Block-Builders Briefing.
BITCOIN
Bitcoin ist am Donnerstagmorgen mit einem Tagesminus von 1,5 Prozent auf knapp 83.000 Dollar gefallen. Die Bitcoin ETFs meldeten vom Börsenmittwoch deutliche 487 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.
In Deutschland bewegt eine geplante Bitcoin Steuer die Kryptoszene. Am Mittwoch (14. Oktober) kommt der Gesetzentwurf aus dem Finanzministerium ins Kabinett der Großen Koalition, doch zuvor wird der Widerstand deutlicher. Denn Interessenverbände waren zu Stellungnahmen aufgerufen, der gutinformierte FDP-Politiker Frank Schäffler hat Highlights gesammelt. Demnach stehen Organisationen wie Deutsche Kreditwirtschaft und Bundessteuerberaterkammer dem Vorhaben von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) kritisch entgegen. Der Tausch von Kryptowährungen untereinander etwa dürfte dem Gesetzentwurf zufolge einen steuerpflichtigen Vorgang auslösen, bemerkt die Deutsche Kreditwirtschaft – also Steuern zahlen, selbst wenn nicht einmal 1 Euro fließt. Steuerberater greifen auch die Kurzfristigkeit an, mit der die sogenannte Bitcoin Steuer schon zum 1. Januar 2027 gelten soll. Hier positionieren sich also Experten, die mit Bitcoin und Co. eher am Rande zu tun haben. Nächster Termin ist der Montag (12. Oktober), an dem eine Petition gegen die steuerliche Neueinordnung von Kryptowerten in Berlin öffentlich behandelt wird.
ETHEREUM
Ethereum steht am Donnerstagmorgen bei rund 2.550 Dollar, 2 Prozent Tagesminus. Die Ethereum ETFs verzeichneten am Börsenmittwoch 161 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.
Bitmine Immersion als weltgrößtes Ethereum Unternehmen war seit mehr als einem Jahr zuverlässiger ETH Käufer, jede Woche wurden die Reserven aufgestockt. Doch damit ist wohl schon bald Schluss. Bitmine Sprecher Tom Lee sorgte mit seinem Auftritt bei der Krypto-Konferenz Token2029 für Breaking News. Bitmine werde nach Erreichen seines Ziels, 5 Prozent aller Ethereum zu besitzen, die Zukäufe stoppen. „Wir dachten, wir würden fünf Jahre brauchen“, sagte Lee jetzt zur Bitmine Taktik, und: „Es hat etwas länger als ein Jahr gedauert.“ Tatsächlich besitzt Bitmine Immersion mittlerweile gut 6 Millionen Ethereum, was schon mehr als 4,9 Prozent aller ETH dedeutet. 100.000 zusätzliche Ethereum benötigt das Unternehmen laut Lee noch, beim derzeitigen Tempo der Ankäufe wäre dies in wenigen Wochen umgesetzt. Bislang hieß es, Bitmine werde erst im kommenden Jahr entscheiden, ob es die 5-Prozent-Marke nachkorrigiert. Kritische Anleger schauen auch auf die Zahlen, über die Bitmine nicht gerne spricht. Der Datendienst Drops Tab hat gut 20 Milliarden Dollar mitgezählt, welche Bitmine bisher für Ethereum ausgegeben hat – die sind aber bei aktuellen Marktpreisen nur noch gut 15 Milliarden wert. Bitmine könnte also mit mehreren Milliarden Dollar nicht realisierten Verlusten in die Phase starten, in der man nicht mehr mit ETH Zukäufen Aufmerksamkeit erreicht. Ähnlich wie beim Bitcoin Gegenstück Strategy spitzt sich die Frage bei Bitmine Immersion zu, ob das Konzept börsennotiertes Krypto Unternehmen überhaupt nachhaltig aufgehen kann.
ALTCOINS
Gewinner des Tages ist Jupiter (JUP) mit 13 Prozent Plus. Jupiter ist eine dezentralisierte Kryptobörse im Solana Ökosystem, ein Bonus-Programm für JUP könnte den Preissprung ausgelöst haben.
Verlierer des Tages ist SKY mit 10 Prozent Minus. Das DeFi-Projekt, welches früher unter den Namen Maker (MKR) lief, leidet unter den steigenden Zinsen für Staatsanleihen, weil SKY selbst Zinsen auf Krypto organisiert und so mehr Konkurrenz erfährt.
Das Krypto-Stimmungsbarometer ist zurück in der Zone „Neutral“, zuvor hatte es sich rund sechs Wochen lang bei „Gier“ gehalten. Es sind die Rekordzinsen auf US-Staatsanleihen, welche ein Umschwenken von Kapital bei Bitcoin und Co. Richtung risikoarme Rendite durch Schuldscheine bewirken könnte.
AUS DER KRYPTOINDUSTRIE
Der führende Hardware Wallet Hersteller Legder hat ein neues Feature freigeschaltet, mit dem man auf Bitcoin Guthaben einen Kredit in Dollar aufnehmen kann. Der Ledger Blogpost dazu verrät Morpho als Kooperationspartner und betont höchste Sicherheitsstandards. Die Hilfsseite zum Krypto-Kredit verrät: Bei einem typischen Vorgang würdest Du 50 Prozent des Tageswerts Deiner Bitcoin geliehen bekommen und musst dafür 3,3 Prozent Zinsen einplanen. Abgerechnet wird aber in US-Dollar, was beim Endziel Euro zusätzliche Währungsrisiken mit sich bringt. Falls die Deckungsrate des Bitcoin Pfands für den Kredit unter 15 Prozent fällt, werden automatisch BTC verkauft. Das Angebot ist also eher nichts für Anfänger, ähnliche Möglichkeiten gibt es auch bei Coinbase. Auf Ledger Hardware Wallets sind nach Angaben des Unternehmens fast 30 Prozent aller BTC verwahrt, die sich im Privatbesitz befinden. Der Markt für Krypto-Kredite kommt also zunehmend bei Nutzern an, die ihre Guthaben ansonsten einfach ruhen lassen.
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