IOTA im Überblick (Stand Oktober 2026)
IOTA kostet Anfang Oktober 2026 rund 0,055 US-Dollar – fast 99 Prozent weniger als beim Rekordhoch von 5,25 US-Dollar im Dezember 2017 (0,055 ÷ 5,25 ≈ 1 Prozent des Hochs). Der Neustart als „IOTA Rebased“ im Mai 2025 hat den Absturz nicht gebremst: Ende Juli 2026 markierte der Token mit rund 0,031 US-Dollar sein bisheriges Allzeittief.
| Kennzahl | Wert (1. Oktober 2026) |
|---|---|
| Kurs | ca. 0,055 US-Dollar (0,049 Euro) |
| Marktkapitalisierung / Rang | ca. 256 Mio. US-Dollar / Platz 165 |
| Veränderung 12 Monate | −69 % (letzte 30 Tage: +36 %) |
| Abstand zum Rekordhoch | −99 % (5,25 US-Dollar am 18.12.2017) |
Quelle: CoinGecko, abgerufen am 1. Oktober 2026. Aktuelle Kurse findest du unter Krypto-Preise.
Rebased läuft technisch – auf geliehener Basis
Seit dem 5. Mai 2025 basiert IOTA auf Technologie der Blockchain Sui, inklusive Smart Contracts und Staking. Selbst die offizielle Dokumentation ist laut Fußzeile von der Sui-Dokumentation abgeleitet. Im April 2026 folgte mit „Starfish“ ein neues Konsensverfahren im Mainnet. Damit ist das jahrelang versprochene dezentrale Netz zwar Realität; Belege für einen technischen Vorsprung gegenüber Sui haben wir aber nicht gefunden.
Eine feste Obergrenze gibt es nicht mehr: Pro Epoche entstehen 767.000 neue IOTA als Belohnung für Validatoren und Staker. Hinzu kommen bis 2027 schrittweise freigegebene Token aus der Erhöhung der Geldmenge um 65 Prozent, die die Stiftung 2023 beschlossen hat. Staking – das Hinterlegen von Token gegen Belohnung – gleicht diese Verwässerung nur für diejenigen aus, die selbst staken; wer nicht stakt, verliert Anteil.
Partnerschaften sind überwiegend Pilotprojekte
Die Stiftung setzt auf den Welthandel. Laut ihrem Quartalsbericht Q2 2026 laufen beim Projekt TWIN Tests mit Behörden in Kenia und der Aufbau einer Infrastruktur für britische Häfen, für die eine Absichtserklärung mit fünf Unterzeichnern vorliegt. Bei ADAPT mit dem Sekretariat der afrikanischen Freihandelszone, dem Tony Blair Institute und dem Weltwirtschaftsforum wurden im Mai 2026 Kenia, Marokko und Nigeria als erste Länder ausgewählt. Der grenzüberschreitende Datenaustausch ist dort erst der nächste geplante Schritt.
Belastbare Nutzungszahlen wie Transaktionen oder Gebühreneinnahmen nennt der Bericht nicht. Auch ein Siemens-Projekt für digitale Produktpässe, das IOTA nutzt, ist laut Pressemitteilung vom März 2026 noch „in Entwicklung“. Ob daraus jemals Nachfrage nach dem Token entsteht, ist offen.
Die Stiftung steht selbst unter Druck
Im März 2026 räumte Stiftungschef Dominik Schiener einen Stellenabbau von rund zehn Prozent ein, aus der Community kursierten höhere Zahlen. Sein „IOTA Manifest“ vom Januar 2026 versprach erneut den großen Durchbruch im Welthandel. Frühere Hoffnungen wie ein Listing bei Kraken im Sommer 2025 zerschlugen sich; laut Krakens öffentlicher Schnittstelle führt die Börse IOTA auch am 1. Oktober 2026 nicht. Das Nebenprojekt Shimmer produziert laut shimmer.network seit dem 30. September 2026 keine Blöcke mehr. Die Abhängigkeit von wenigen Personen an der Spitze ist nach unserer Einschätzung eines der größten Risiken.
Die Community schwankt zwischen Hoffnung und Spott
In den von uns gelesenen Beiträgen im Subreddit r/Iota (Januar bis September 2026, über das Archiv Pullpush; Auswahl, nicht repräsentativ) überwiegen Mitteilungen der Stiftung, die oft kaum kommentiert werden. Unter Erfolgsmeldungen tauchen wiederholt spöttische Antworten auf wie „Probably nothing“ oder „10 years of nothing“; ein Nutzer fragte unter dem Manifest sinngemäß, wo die echten Fortschrittsberichte zu den Pilotprojekten blieben. Die Siemens-Nachricht weckte dagegen Hoffnung, das Projekt sei „nicht so tot“ wie behauptet. Kursdiskussionen verschiebt ein Bot ins Nebenforum r/IOTAmarkets. Das sind Stimmen Dritter, keine repräsentative Umfrage; Discord-Kanäle konnten wir nicht einsehen.
Kaufen und verwahren
Wo du IOTA in Deutschland handeln kannst und worauf du bei Gebühren achten solltest, zeigt unsere IOTA-Kaufanleitung mit Börsenvergleich. Hintergründe zur Technik liefert unsere IOTA-Übersicht. Wer Token selbst verwahren will, sollte vorher prüfen, ob sein Gerät IOTA nach dem Rebased-Umstieg unterstützt – unser Hardware-Wallet-Vergleich hilft bei der Auswahl.
Unsere Einschätzung: IOTA ist heute ein Sui-Ableger mit Handelspiloten, laufender Inflation und einem Kurs nahe dem Allzeittief. Die Erholung der letzten 30 Tage ändert daran nichts Grundsätzliches. Die stärkste Gegenposition: Ein laufendes Netz mit Smart Contracts und staatlichen Pilotpartnern ist mehr, als viele Projekte aus dem Jahr 2017 vorweisen können, und die Digitalisierung von Handelsdokumenten braucht Jahre. Entscheidend ist, ob TWIN und ADAPT 2027 messbaren Verkehr auf das Netz bringen – bis dahin bleibt IOTA eine hochspekulative Wette, bei der ein Totalverlust möglich ist.