Risiken durch Quantencomputer und Künstliche Intelligenz sind für Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen zum Dauerthema geworden. Nun schaltet sich auch Europol mit einer Warnung ein und sieht dringenden Handlungsbedarf.
Es sind deutliche Worte, welche Europol in seiner jüngst veröffentlichten Broschüre „Qantencomputer und Krypowährungen“ an Bitcoin, Ethereum und Co. richtet. „Technische Aktionen müssen jetzt beginnen“ heißt es dort und mehrfach wird mit „unmittelbar“ klar gemacht, dass die Kryptoszene keine Zeit mehr hat für theoretische Diskussionen. Europol fordert, „pro-aktiv“ tätig zu werden. Oft wird das Jahr 2029 genannt, in welchem Quantencomputer soweit sind, um kryptografische Sicherheitsmechanismen insbesondere bei Bitcoin und Ethereum zu knacken. Doch erst in dieser Woche hat die Künstliche Intelligenz von OpenAI hunderte historische Rätsel der Mathematik gelöst. KI in Kombination mit Quantencomputern könnte den Zeitraum erheblich verkürzen, welche der Kryptobranche noch bleibt, um die Leitwährung Bitcoin und das „digitale Silber“ Ethereum auf Angriffe vorzubereiten.
Wallets sind anfälliger für Attacken von Quantencomputern als Blockchains
Europol arbeitet in seinem Report heraus: Es sind Krypto Wallets mit Public Keys, welche das einfachste Ziel für Kriminelle sein dürften, wenn diese die neuen Möglichkeiten mit KI und Supercomputern einsetzen. Die Blockchains von Bitcoin und Ethereum hingegen sind durch ihre integrierten Hash-Funktionen wesentlich besser gewappnet vor Versuchen, die dort gespeicherten historischen Informationen zu überschreiben. Das Problem bei den Wallets ist bei Bitcoin schon klar umrissen: Rund 30 Prozent aller BTC lagern auf Wallet Adressen, deren Public Key tatsächlich bereits öffentlich wurde. Das betrifft auch die Bitcoin, welcher der BTC Erfinder Satoshi Nakamoto einst selbst „geschürft“ hat. Quantencomputer und/oder KI würden sich solche Wallets mit dokumentierten Public Keys wohl zuerst vornehmen, um aus diesen Information den Privat Key zu errechnen und damit die Kontrolle zu übernehmen.
Sofortmaßnahme gegen Quantencomputer: BTC und ETH auf neue Wallets
Ethereum Sicherheitsforscher Justin Drake hat in dieser Woche viel Unterstützung für seinen Vorschlag gefunden, einen „Bunker Modus“ umzusetzen. Einfach formuliert: Bitcoin und Ethereum sollen es ihren Nutzern leicht machen, Guthaben auf neue Wallets zu übertragen deren Public Keys erst einmal geheim bleiben. Damit würden KI und Quantencomputern der erste Angriffspunkt fehlen, um ihre Rechenpower und Intelligenz für das Finden der Private Keys einzusetzen. Auch Europol erwähnt ein solches Vorgehen als Sofortmaßnahme bis hin zu dem Zeitpunkt, an dem Bitcoin und Ethereum ihre digitale Infrastruktur generell „quantensicher“ machen. Die Experten der EU-Polizeibehörde wußten wohl noch nichts von dem Vorstoß durch Justin Drake, ihr Report kam fast zeitgleich. Gut an einer solchen Interimslösung wäre, dass sie ohne Änderungen im Code von Bitcoin und Ethereum auskommt. ETH Mastermind Vitalik Buterin empfiehlt aber trotzdem, nicht „überhastet“ zu handeln. Er selbst habe bei solchen „Migrationen“ von Kryptowerten mehr Geld verloren als durch Hacks. Was Buterin meint und auch Drake einsieht: Das Transferieren von BTC und ETH auf eine neue Wallet birgt einige Details, bei denen sich nicht nur Anfänger vertun könnten. Die Communities von Bitcoin und Ethereum sollten dementsprechend „idiotensichere Werkzeuge“ entwickeln und bewerben, damit der Normalnutzer von BTC und ETH stets auf der sicheren Seite bleibt.
Fazit: Quantencomputer und KI zwingen Bitcoin und Ethereum zum Handeln
Europol richtet sich auch an Regierungen und EU-Einrichtungen, die Erkenntnisse zu Quantencomputern bei Plänen zu einem digitalen Euro zu berücksichtigen. Doch erfrischend praxisorientiert adressieren die Fachleute immer wieder Bitcoin und Ethereum als die Kryptowährungen, die zuerst durch Quantencomputer unter Beschuss kommen dürften. Das passt zu der Initiative von Justin Drake, der aus dem ETH Lager stammt, aber Bitcoin in seinen „Bunker Modus“ miteinbeziehen will. Denn es setzt sich die Einsicht durch: Würde auch nur eine der beiden ganz großen Kryptowährungen in die Situation geraten, in der private Wallets massenfach geplündert werden, wäre das Vertrauen in Bitcoin, Etherum und Co. wohl unwiderruflich zerstört. Richten wir uns also darauf ein, dass Abwehrmaßnahmen nicht erst in zwei, drei Jahren beginnen, sondern zum Thema der Stunde werden.
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