In sieben Folgen vom 9. und 10. Oktober 2026 haben sich Deutschlands große Finanz-Podcasts vor allem mit dem KI-Boom und seinen Nebenwirkungen beschäftigt. Micron taucht bei drei Sprechern als Favorit auf, während Apple und die US-Mobilfunker unter Druck stehen. Die wichtigste Erkenntnis: Beim KI-Speicher sind sich die Podcaster weitgehend einig, beim Thema SpaceX-Funk widersprechen sie sich deutlich.
Auf einen Blick: Empfehlungen und Warnungen
| Asset | Einschätzung | Podcast | Sprecher |
|---|---|---|---|
| Gerd Kommer Multifaktor Equity ETF | Kaufen | echtgeld.tv | Gerd Kommer |
| Bovespa (Brasilien-Index) | Kaufen | Marktgeflüster | Holger Graf |
| Vonovia VNA | Kaufen | Marktgeflüster | Thomas Kehl |
| S&P 500 | Kaufen | Marktgeflüster | Holger Graf |
| Micron MU | Kaufen | Erichsen Geld & Gold | Lars Erichsen |
| Marvell Technology MRVL | Kaufen | Erichsen Geld & Gold | Lars Erichsen |
| Anthropic | Verkaufen | Doppelgänger Tech Talk | Philipp Glöckler |
| Delta Air Lines DAL | Kaufen (Tendenz) | Wall Street mit Markus Koch | Markus Koch |
| T-Mobile TMUS | Kaufen (Tendenz) | Wall Street mit Markus Koch | Markus Koch |
| Micron MU | Kaufen (Tendenz) | Wall Street mit Markus Koch | Markus Koch |
| SpaceX | Kaufen (Tendenz) | Handelsblatt Today | Andreas Neuhaus |
| Gold | Kaufen (Tendenz) | echtgeld.tv | Gerd Kommer |
| Micron MU | Kaufen (Tendenz) | echtgeld.tv | Gerd Kommer |
| MSCI World ETF | Kaufen (Tendenz) | echtgeld.tv | Gerd Kommer |
| Oracle ORCL | Kaufen (Tendenz) | Doppelgänger Tech Talk | Philipp Klöckner |
| American Tower AMT | Kaufen (Tendenz) | Marktgeflüster | Holger Graf |
| Crown Castle CCI | Kaufen (Tendenz) | Marktgeflüster | Holger Graf |
| Return Stack ETF | Kaufen (Tendenz) | Marktgeflüster | Holger Graf |
| Nemetschek NEM | Kaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Dietmar Deffner |
| DAX | Kaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Dietmar Deffner |
| US-Staatsanleihen | Kaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Dietmar Deffner |
| Apple AAPL | Verkaufen (Tendenz) | Wall Street mit Markus Koch | Markus Koch |
| T-Mobile US TMUS | Verkaufen (Tendenz) | Marktgeflüster | Holger Graf |
| Öl | Verkaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Dietmar Deffner |
| Anleihen | Verkaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Holger Zschäpitz |
| Aktienmarkt | Verkaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Holger Zschäpitz |
| Deutsche Telekom DTE | Verkaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Holger Zschäpitz |
| Flossbach von Storch Multiple Opportunities | Meiden (Tendenz) | echtgeld.tv | Gerd Kommer |
| SpaceX | Meiden (Tendenz) | Doppelgänger Tech Talk | Philipp Klöckner |
Alle Folgen und Empfehlungen der letzten Tage findest du in unserem Podcast-Radar.
Was die Podcasts heute bewegt
Micron ist der auffälligste Konsens: Markus Koch (Wall Street), Gerd Kommer (echtgeld.tv) und Lars Erichsen (Erichsen Geld & Gold) nennen die Aktie positiv, wenn auch mit unterschiedlicher Begründung – von soliden Zahlen über ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis bis zur realen Nachfrage. Beim Thema SpaceX gehen die Meinungen auseinander: Koch hält den Kursrückgang der US-Mobilfunker für übertrieben, während Graf (Marktgeflüster) und Zschäpitz (Deffner & Zschäpitz) SpaceX als Bedrohung für T-Mobile US sehen. Ein zweites Streitthema sind die Anleiherenditen: Deffner erwartet bei über 5 Prozent wieder Nachfrage, Zschäpitz warnt vor weiter steigenden Renditen und 1987-ähnlichen Risiken. Mehrfach genannt wird auch die Frage, ob der KI-Boom sein Wachstumsmaximum erreicht hat.
Wall Street mit Markus Koch: KI-Comeback. Drosselt Apple die iPhone 18 Produktion?
Markus Koch lobt Delta Air Lines: Trotz um 62 Prozent gestiegener Treibstoffkosten wurden die Gewinnziele nur knapp verfehlt, die Preiserhöhungen kamen bei den Kunden an. Bei Apple wertet er die laut Nikkei um mindestens 15 Prozent gedrosselten Komponentenbestellungen für das iPhone 18 als schlechtes Omen. Den Kursrückgang bei T-Mobile, Verizon und AT&T nach dem SpaceX-Frequenzkauf hält er für übertrieben, warnt aber vor steigendem Schlagzeilenrisiko; Micron und Marvell hätten sehr feste Zahlen geliefert.
Empfohlen
Koch lobt Deltas Leistung trotz über 60 Prozent gestiegener Treibstoffkosten und erwartet nach Ende des Konflikts eher steigende Margen.
Zitat & Begründung
„was Delta Air hier geleistet hat bei 1 solchen Explosion der Treibstoffkosten, ist wirklich bewundernswert“
- Treibstoffkosten um über 60 Prozent gestiegen, Gewinnziele nur minimal verfehlt.
- Höhere Ticketpreise wurden erfolgreich weitergegeben, keine Abkühlung der Buchungslage.
- Koch erwartet nach Ende des Konflikts eher Auftrieb für Profitabilität und Margen.
Koch hält den Kursrückgang von T-Mobile, Verizon und AT&T nach dem SpaceX-Frequenzkauf für übertrieben, warnt aber vor steigendem Schlagzeilenrisiko.
Zitat & Begründung
„die unmittelbare Reaktion der Telekom Aktien heute nach unten vermutlich ein bisschen übertrieben“
- SpaceX kauft weitere Mobilfunkfrequenzen, Telekom-Aktien fallen deutlich.
- Koch betont, Starlink sei noch weit von ernsthafter Konkurrenz entfernt.
- Die unmittelbare Kursreaktion sei daher vermutlich übertrieben, das Schlagzeilenrisiko steige jedoch.
Koch bezeichnet Microns Zahlen und Aussichten als superfest und die langfristigen Aussichten als sehr bullish.
Zitat & Begründung
„Micron hatte superfeste Zahlen und Aussichten, Marvelle hatte superfeste Zahlen und Aussichten. Langfristige Aussichten waren sehr bullish.“
- Micron habe superfeste Zahlen und Aussichten geliefert, ebenso Marvell.
- Die langfristigen Aussichten seien sehr bullish gewesen.
- Die Frage nach dem Peak-Wachstum im KI-Sektor bleibt für Koch offen.
Abgeraten
Koch sieht die um 15 Prozent gedrosselten Komponentenbestellungen für das iPhone 18 als schlechtes Omen für Apple.
Zitat & Begründung
„ist das natürlich für Apple insgesamt kein besonders gutes Omen für die iPhone 18 Pro- und Pro Max Modelle“
- Nikkei meldet mindestens 15 Prozent weniger Komponentenbestellungen für das iPhone 18.
- Koch wertet dies als kein gutes Omen für die iPhone 18 Pro- und Pro-Max-Modelle.
- Er rechnet mit einer Belastung der Apple-Aktie im New Yorker Handel.
Handelsblatt Today: Wann greift die Anleihekrise auf den Aktienmarkt über? | Gegen den Trend: Mega-Wasserstoffprojekt in Deutschland geplant
Handelsblatt-Analyst Andreas Neuhaus erklärt, warum der Aktienmarkt trotz US-Anleiherenditen auf dem höchsten Stand seit 2002 nahe Rekordhochs notiert: stark steigende Unternehmensgewinne und KI-Investitionen. Die Zinsbelastung sei aber schon bei Versorgern, Immobilien und Industrie sichtbar. Kritisch werde es erst bei rund 6 bis 7 Prozent Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen. Außerdem zögern EWE und Verbund bei einem 500-MW-Elektrolyseur in der Wesermarsch wegen EU-Vorgaben.
Empfohlen
Neuhaus hält das Satellitengeschäft von SpaceX für sehr interessant, sieht aber Skepsis bei den kapitalintensiven KI-Plänen; eine klare Kaufempfehlung gibt er nicht ab.
Zitat & Begründung
„Das Satellitengeschäft von SpaceX ist einfach total interessant. Das ist ja auch Konsens, dass das interessant ist bei SpaceX, ne? Die Bedenken beziehen sich ja eher auf die KI Pläne von denen“
- SpaceX kauft Frequenzen und dringt damit in den US-Mobilfunkmarkt vor.
- Das Satellitengeschäft nennt Neuhaus 'total interessant', Bedenken betreffen die KI-Investitionen.
- Eine konkrete Kauf- oder Verkaufsaussage zur SpaceX-Aktie folgt daraus nicht.
echtgeld.tv: egtv #487 Kommer-ETF: 1 % mehr pro Jahr nach Kosten. Machbar?
Gerd Kommer kauft seinen eigenen Multifaktor-ETF per Sparplan nach und erwartet daraus langfristig 1 bis 1,5 Prozentpunkte Mehrrendite nach Kosten. Als Gegenbeispiel nennt er den Flossbach von Storch Multiple Opportunities: Über zehn Jahre bis Ende September 2026 erreichte er 4,2 Prozent p.a., ein passives 60/40-Portfolio 7,5 Prozent bei ähnlichem Risiko. Gold hält er als Beimischung für sinnvoll, kauft es selbst aber nicht und nennt die Preise hoch. Micron führt er als günstig bewertete Tech-Aktie mit KGV 6 bis 8 an.
Empfohlen
Kommer kauft seinen eigenen globalen Multifaktor-ETF per Sparplan regelmäßig nach und erwartet langfristig 1 bis 1,5 Prozentpunkte Mehrrendite nach Kosten bei ähnlichem Risiko.
Zitat & Begründung
„Ich tue da auch brav einen bestimmten Prozentsatz meines Monatsgehaltes rein investieren, weil ich von dem Produkt natürlich sehr überzeugt bin.“
- Er hat einen Sparplan auf den eigenen ETF und investiert monatlich einen Teil seines Gehalts.
- Factor Investing soll langfristig 1 bis 1,5 Prozentpunkte Mehrrendite nach Kosten bringen.
- Er ist nach eigener Aussage von dem Produkt sehr überzeugt und investiert auch privat darin.
Kommer hält Gold als Beimischung in einem aktiendominierten Portfolio für sinnvoll, kauft es selbst aber nicht und bevorzugt Gold-ETFs gegenüber physischem Besitz.
Zitat & Begründung
„Gold kann eine gute Beimischung sein, ich selber habe es nicht. Überlege mir aber auch, ob ich nicht ein bisschen was in Gold investieren sollte.“
- Gold hat seit 1975 schlechtere Renditen als Aktien bei höherer Volatilität, korreliert aber niedrig.
- Als Beimischung bewertet er es positiv, eine 100-Prozent-Gold-Allokation lehnt er ab.
- Wenn Gold, dann über Gold-ETFs oder ein versichertes Schließfach, niemals zu Hause; aktuell findet er die Preise hoch.
Kommer nennt Micron als Beispiel für eine Tech-Aktie mit sehr niedrigem KGV, die als Value-Titel in Faktor-Indizes hoch gewichtet wird.
Zitat & Begründung
„unglaublich profitabel, unglaublich tolle Aktie gewesen, aber immer noch ein sehr niedriges KGV, unheimlich niedriges KGV von, ich weiß nicht, 6 oder 7 oder 8, was ja für ein Techunternehmen spottbillig ist.“
- Micron sei unglaublich profitabel und die Aktie habe eine sehr gute Performance gehabt.
- Der Kurs sei deutlich weniger gestiegen als die Gewinne, daher das niedrige KGV von 6 bis 8.
- Damit sei sie eine 'Edel-Value-Aktie' und werde in Value-Indizes entsprechend hoch gewichtet.
Als passive Benchmark dient Kommer ein 60/40-Portfolio aus globalem Aktien-ETF und Geldmarkt-ETF, das über zehn Jahre 7,5 Prozent p.a. erwirtschaftete.
Zitat & Begründung
„Für ein 60 40 Portfolio würde ich mal sagen, ist es sehr schön, sehr beachtlich.“
- Ein 60/40-Portfolio aus MSCI World/ACWI-ETF und Geldmarkt-ETF erzielte 7,5 Prozent p.a. über zehn Jahre.
- Das bezeichnet Kommer als für ein solches Portfolio sehr beachtlich.
- Damit schlägt die einfache passive Lösung den aktiv gemanagten Flossbach-Fonds deutlich.
Abgeraten
Kommer rechnet vor, dass der größte aktiv gemanagte Mischfonds Deutschlands über zehn Jahre nur 4,2 Prozent p.a. erzielte – bei gleichem Risiko wie ein 60/40-Portfolio mit 7,5 Prozent.
Zitat & Begründung
„Er hat also im Prinzip das gleiche Risiko, aber eine deutlich schlechtere Rendite und ja, das ist schon für ein so populäres Produkt, also den größten aktiv Fonds in Deutschland, nicht optimal.“
- Über zehn Jahre bis Ende September 2026: 4,2 Prozent p.a. gegenüber 7,5 Prozent für ein einfaches 60/40-Portfolio.
- Risikoseitig (Volatilität, maximaler Drawdown) kaum Unterschied zur passiven Benchmark.
- Bei 1,68 Prozent TER und hoher Meinungsstärke sei das für ein so populäres Produkt nicht optimal.
Doppelgänger Tech Talk: Formel 1 & Sauerteig: Open Source vs. Frontier-Labs | Fear-Mongering oder Extrapolation? | Starlinks umgekehrte Netzwerkeffekte #604
Philipp Glöckler erwartet für den Anthropic-Börsengang eine Bewertung von zwei Billionen Dollar und danach zunächst einen fallenden Kurs; für die KI-Labore selbst gibt es keine Kaufempfehlung. Philipp Klöckner hält den Kursrutsche bei Oracle, CoreWeave, SoftBank und Broadcom nach der OpenAI-Umsatzdebatte für übertrieben, weil die kolportierten 70 Milliarden Dollar Umsatz nicht gestimmt hätten. SpaceX' terrestrische Mobilfunk-Ambitionen bewertet Klöckner skeptisch und spricht von „Unfug".
Empfohlen
Klöckner hält den Kursrutsche von Oracle nach der OpenAI-Umsatzdebatte für schwer nachvollziehbar, weil die zugrunde liegende Zahl falsch gewesen sei.
Zitat & Begründung
„Daraufhin sind die Kurse von Oracle 5 Prozent eingebrochen, Core Weef, Soft Bank und Billard mitgelitten. Ich versteh's nicht wirklich.“
- Oracle verlor rund 5 Prozent, CoreWeave, SoftBank und Broadcom litten mit.
- Klöckner hält Medienberichte über 70 statt 50 Mrd. Dollar OpenAI-Umsatz für fehlerhaft; richtungsweisend seien 50 Mrd. bei OpenAI und rund 75 Mrd. bei Anthropic.
- Die Marktreaktion wundert ihn – eine ausdrückliche Kaufempfehlung gibt er nicht.
Abgeraten
Glöckler erwartet den Börsengang bei zwei Billionen Dollar Bewertung und danach zunächst fallende Kurse, weil die großen Plattformen bei KI aufholen.
Zitat & Begründung
„ich glaube, der Börsengang wird die 2 haben und ich glaub, danach geht's erst mal nach unten.“
- Für Anthropic-Anteile würde er heute weniger zahlen als der Einstandspreis.
- Der IPO wird bei zwei Billionen Dollar erwartet, danach geht es seiner Einschätzung nach erst einmal nach unten.
- Begründung: Die Großen ziehen nach, Anthropic und OpenAI werden eher zum 'Intel Inside'.
Klöckner bezweifelt das Mobilfunk-Geschäftsmodell von SpaceX: Starlink könne Millionen Nutzer terrestrisch nicht mit vernünftigem Datendurchsatz versorgen.
Zitat & Begründung
„Nach meinen First Principals Berechnungen mithilfe meines Telekommunikationsmarkt erprobten KI Modells ist es eigentlich Unfug.“
- Der US-Mobilfunkmarkt ist laut Klöckner mit rund 250 Mrd. Dollar Umsatz kein Riesenmarkt im Verhältnis zur SpaceX-Bewertung.
- Alle Satelliten teilen dieselbe Frequenz, mit mehr Nutzern sinkt die Qualität – inverse Netzwerkeffekte.
- Er kommt zu dem Schluss, die Mobilfunk-These sei 'Unfug', ohne eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung auszusprechen.
Marktgeflüster: Wir helfen der LINKE beim Enteignen! (#221)
Holger Graf und Thomas Kehl reklamieren ihre Brasilien-Wette als Trade des Jahres: Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl legte der Bovespa rund 8 Prozent zu. Kehl hält einen Kauf der Vonovia für naheliegend, da die Aktie über 60 Prozent unter dem NAV der Immobilien bewertet wird. Graf sieht US-Tower-Konzerne wie American Tower und Crown Castle als Profiteure von SpaceX' Mobilfunklizenzen und erwartet Belastung für T-Mobile US; für den US 500 prognostiziert er saisonal bedingt rund 5,6 Prozent Plus bis Jahresende.
Empfohlen
Sie haben die Brasilien-Wette vor der ersten Wahlrunde empfohlen; nach dem starken Abschneiden von Bolsonaro junior hat der Bovespa rund 8 % zugelegt.
Zitat & Begründung
„Hätte er auf Markeflüster gehört und hätte der groß gehebelt auf Brasilien gewettet, dann wär der jetzt richtig doll im Plus.“
- Große Call-Optionen auf den Brasilien-ETF deuteten auf Wetten auf einen Bolsonaro-Sieg hin.
- Bolsonaro junior outperforme in der ersten Wahlrunde die Umfragen deutlich.
- Der Bovespa machte daraufhin rund 8 % – 'So wie wir's empfohlen haben'.
Kehl hält einen Kauf für naheliegend, weil die Vonovia-Aktie über 60 % unter dem NAV der Immobilien bewertet wird und ein Spin-off des Berlin-Portfolios Wert heben könnte.
Zitat & Begründung
„Von daher läge es ja nah, diese Firma halt einfach zu kaufen.“
- Die Aktie wird mit über 60 % Abschlag zum NAV der Immobilien bewertet.
- Rund 28 % des Bestands liegen in Berlin, also im Enteignungsrisiko.
- Bei einem Spin-off käme man implizit für etwa 4 Mrd. Euro an das Berlin-Portfolio.
Graf leitet aus der Saisonalität im Zwischenwahljahr ein Plus von rund 5,6 % für den US 500 bis Jahresende ab.
Zitat & Begründung
„Oktober wird positiv, November wird positiv und Dezember wird positiv. Und da wir in' Zwischenwahljahr sind, machen wir jetzt so raffly 5.6 Prozent bis Ende des Jahres noch.“
- Der September fiel wie saisonal erwartet negativ aus.
- Im Zwischenwahljahr folgen laut Saisonalität positive Monate Oktober bis Dezember.
- Prognose: rund 5,6 % Plus bis Ende des Jahres.
Graf sieht die US-Funkturmkonzerne als Profiteure, weil SpaceX für sein neues Mobilfunknetz auf Mobilfunktürme angewiesen sein dürfte.
Zitat & Begründung
„Und für wen's aber megagut ist und wer indikativ jetzt zur Markteröffnung schon fast zweistellig im Plus war, sind die ganzen Tower. Also zum Beispiel American Tower oder Crowncastle“
- SpaceX hat Mobilfunklizenzen erworben und will über Satelliten funken.
- Für den Aufbau braucht Musk Mobilfunktürme, die er kauft oder mietet.
- Tower-Aktien wie American Tower und Crowncastle legten daraufhin fast zweistellig zu.
Graf sieht die US-Funkturmkonzerne als Profiteure, weil SpaceX für sein neues Mobilfunknetz auf Mobilfunktürme angewiesen sein dürfte.
Zitat & Begründung
„Und für wen's aber megagut ist und wer indikativ jetzt zur Markteröffnung schon fast zweistellig im Plus war, sind die ganzen Tower. Also zum Beispiel American Tower oder Crowncastle“
- SpaceX hat Mobilfunklizenzen erworben und will über Satelliten funken.
- Für den Aufbau braucht Musk Mobilfunktürme, die er kauft oder mietet.
- Tower-Aktien wie American Tower und Crowncastle legten daraufhin fast zweistellig zu.
Graf ist großer Fan eines dreifach gehebelten ETFs aus 100 % Aktien, 100 % Gold und 100 % Bitcoin, der in Deutschland aber nicht erreichbar ist.
Zitat & Begründung
„ich bin immer noch der große Fan von diesem Return Stack ETF, der 100 Prozent Aktien, 100 Prozent Gold und 100 Bitcoin quasi mit' Dreifach Leverage abbildet, aber leider nicht in Deutschland erreichbar.“
- Der ETF kombiniert Aktien, Gold und Bitcoin mit Dreifach-Leverage.
- Graf bezeichnet sich als großen Fan des Konstrukts.
- In Deutschland ist der ETF nicht handelbar.
Abgeraten
Graf erwartet, dass SpaceX mit eigenen Mobilfunklizenzen den US-Mobilfunkern wie T-Mobile USA börsentechnisch schadet.
Zitat & Begründung
„Börsentechnisch schlecht für die ganzen US Mobilfunkkonzerne, unter anderem zum Beispiel G-Mobil USA eben.“
- SpaceX hat sich Mobilfunklizenzen gesichert.
- Damit entsteht neue Konkurrenz für die US-Mobilfunker.
- Graf: börsentechnisch schlecht, unter anderem für T-Mobile USA.
Erichsen Geld & Gold: -30%! Crash wie 1987?
Lars Erichsen warnt vor Nebenwirkungen der in den USA populären „Tax aware long short"-Strategie: Sie erzeuge brutto hohen Leverage und lasse Gewinner wie Verlierer lange im Portfolio, was niedrige Korrelation und Volatilität verstärke – eine Parallele zur Portfolio Insurance vor dem Crash von 1987. Eine konkrete Crashprognose leitet er daraus aber nicht ab. Seine Portfolios hat er nicht angepasst und bleibt in KI-Speicheraktien wie Micron und Marvell investiert, weil er die Nachfrage für real und die Bewertungen mit einstelligen KGVs für günstig hält.
Empfohlen
Erichsen bleibt in Micron investiert: Die Nachfrage sei real, die Bewertungen seien mit einstelligen KGVs günstig, daher lässt er sich vom „Kartenhaus"-Ruf nicht herausdrängen.
Zitat & Begründung
„Und deswegen steige ich auch nicht aus, obwohl natürlich ganz viele sagen, ja, ist ja alles ein Kartenhaus und das muss zusammenbrechen.“
- Viele Marktteilnehmer halten den KI-Boom für ein Kartenhaus, das zusammenbrechen muss.
- Erichsen verweist auf ausverkaufte Kapazitäten und einstellige KGVs als Beleg für reale Nachfrage.
- Deshalb steigt er nicht aus und bleibt in diesen Aktien investiert.
Erichsen nennt Marvell als Beispiel für KI-Titel mit realer Nachfrage und bleibt investiert, statt aus Crash-Angst zu verkaufen.
Zitat & Begründung
„Noch mal, ich bleibe hier drin und ich möchte keine Crashprognose hier mit euch ableiten“
- Erichsen verweist auf Firmen wie Micron oder Marvell, die ihre Produktion über anderthalb Jahre hinaus verkauft haben.
- Das sei völlig reale Nachfrage und keine reine Blase.
- Daher bleibt er in diesen Positionen drin, ohne eine Crashprognose abzuleiten.
Deffner & Zschäpitz: KI-Schuldenflut: droht der Börse ein Crash wie 1987?
Dietmar Deffner nennt Nemetschek seinen Bullen der Woche: Der Bausoftware-Konzern könnte nach seiner Einschätzung zu den Gewinnern des KI-Booms gehören. Holger Zschäpitz kürt die Deutsche Telekom zum Bären der Woche, weil Elon Musk mit eigenem Mobilfunkspektrum T-Mobile US angreift. Beide erwarten für die Woche ab dem 12. Oktober 2026 eine Pluswoche im DAX. Deffner sieht US-Anleihen bei Renditen über 5 Prozent als zunehmend nachgefragt, Zschäpitz warnt dagegen vor weiter steigenden Anleiherenditen und 1987-ähnlichen Risiken.
Empfohlen
Deffner nennt Nemetschek seinen Bullen der Woche: Die Bausoftware könnte wegen hohen Spezialwissens zu den Gewinnern des KI-Booms gehören.
Zitat & Begründung
„Nametschek gilt jetzt als ein möglicher Gewinner, als ein Konzern für ja Bausoftware, die man herstellt. Und da hat man wirklich sehr viel Spezialwissen und da könnte man möglicherweise vom KI Boom profitieren“
- Die Angst, KI fresse die Softwarebranche, weicht einer differenzierteren Sicht.
- Nemetschek gilt Deffner zufolge als möglicher Überlebender und Gewinner.
- Er stützt sich dabei auch auf eine Baerenberg-Studie.
Deffner und Zschäpitz erwarten für die Woche ab dem 12. Oktober 2026 nach mehreren schwachen Wochen eine Pluswoche im DAX.
Zitat & Begründung
„So, nächste Woche glaube ich, dass wir jetzt nach vielen schwachen Wochen endlich mal wieder eine Pluswoche im DAX heben.“
- Deffner rechnet nach vielen schwachen Wochen wieder mit einem DAX-Plus.
- Zschäpitz verweist auf die startende Berichtssaison.
- Die Erwartungen in Deutschland seien deutlich niedriger als in den USA.
Bei Renditen deutlich über 5 Prozent rechnet Deffner mit verstärkter Nachfrage nach US-Anleihen, was den Renditeanstieg bremsen dürfte.
Zitat & Begründung
„das ist dann natürlich auch ein Niveau, wo Anleger auch bei Anleihen dann wieder verstärkt zugreifen werden“
- Die zehnjährige US-Anleihe rentiert auf einem 24-Jahres-Hoch von deutlich über 5 Prozent.
- Auf diesem Niveau würden Anleger wieder verstärkt zugreifen.
- Das zusätzliche Kapital könne die Nachfrage nach dem großen Anleiheangebot ausgleichen.
Abgeraten
Deffner erwartet einen massiven Ölpreisrutsch, sobald die Straße von Hormus entschärft ist; sinkende Ölpreise würden auch die Anleiherenditen drücken.
Zitat & Begründung
„Wenn 1 Tages dann endlich mal für die Straße von Hormus eine Lösung gefunden wird, wird der Ölpreis massiv abschmieren und damit auch die Anleihe Renditen wieder zurückgehen. Da bin ich fest überzeugt.“
- Steigender Ölpreis hat zuletzt Inflationserwartungen und Anleiherenditen getrieben.
- Bei einer Lösung für die Straße von Hormus werde der Ölpreis massiv abschmieren.
- Deffner betont, davon fest überzeugt zu sein.
Zschäpitz rechnet langfristig mit weiter steigenden Anleiherenditen, weil KI-Konzerne und Staaten immer mehr Anleihen begeben – das drückt die Kurse.
Zitat & Begründung
„die Zinsen, die zwar jetzt schon mal son relatives Hoch erreicht haben, vielleicht noch mal kurzfristig runtergehen, aber langfristig auf' Niveau gehen und vielleicht sogar noch weiter nach oben gehen könnten“
- KI-Konzerne haben dieses Jahr rund 300 Milliarden Anleihen begeben, Tendenz steigend.
- Hinzu kommen Staaten wie die USA und Frankreich mit hohem Finanzbedarf.
- Anleger verlangen deshalb mehr realen Zins, die Renditen könnten weiter steigen.
Zschäpitz sieht Parallelen zu 1987: Kapital, das in Anleihen abfließt, könnte die Börsen unter Druck setzen, auch wenn er keinen 22-Prozent-Crash erwartet.
Zitat & Begründung
„so was könnte man sich auch jetzt wieder vorstellen. Ich werd nicht sagen, jetzt ein 22 Prozent plus Crash gibt, aber dass der Markt noch mal drauf reagieren muss, das könnte schon passieren.“
- 1987 stieg der Dow Jones bis Oktober um 40 Prozent, dann kamen steigende Zinsen und der Crash.
- Ähnlich könnte es jetzt laufen, wenn Geld in den Anleihemarkt wandert.
- Er sagt keinen 22-Prozent-Einbruch voraus, hält eine Marktreaktion aber für möglich.
Zschäpitz macht die Telekom zum Bären der Woche, weil Elon Musk in den US-Mobilfunk drängt und T-Mobile US über 60 Prozent des Werts stellt.
Zitat & Begründung
„auf der einen Seite kommt KI, auf der anderen Seite kommt Elon Musk und versucht Mobilfunk zu disruptieren und das keine so gute Sache und deswegen minus 6 Prozent der Woche.“
- Die Aktie verlor in der Woche 6 Prozent.
- Elon Musk kauft Mobilfunkspektrum und will selbst Anbieter werden.
- Damit gerät der größte Wachstumstreiber T-Mobile US unter Disruptionsdruck.
Fazit
Micron ist der einzige klare Konsens in dieser Woche, doch die Begründungen unterscheiden sich: Koch verweist auf die Zahlen, Kommer auf das niedrige KGV, Erichsen auf die reale Nachfrage. Beim SpaceX-Funk widersprechen sich die Podcaster deutlich – Koch hält die Reaktion der Mobilfunker für übertrieben, Graf und Zschäpitz sehen darin eine ernste Bedrohung. Wer den Empfehlungen folgt, sollte beachten, dass es sich um die Meinungen der Sprecher handelt, nicht um belegte Tatsachen. Besonders aufpassen sollten Anleger bei den widersprüchlichen Aussagen zu Anleiherenditen und zur Frage, ob der KI-Boom sein Wachstumsmaximum bereits erreicht hat.
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