Milliarden verschoben: Diese Aktien kaufen die größten Fonds der Welt

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Die größten Hedgefonds und Investoren der Welt haben in den vergangenen Tagen einen seltenen Einblick in ihre Portfolios gewährt. Die neuen sogenannten 13F-Filings zeigen, welche US-Aktien institutionelle Investoren zum Ende des zweiten Quartals 2026 gehalten haben – und vor allem, was sich gegenüber dem vorherigen Quartal verändert hat.

Eine Auswertung von PerpEquities umfasst aktuell 15 bekannte Investoren und Fonds mit einem zusammengefassten gemeldeten Aktienvermögen von rund 518 Milliarden US-Dollar. Mit dabei sind unter anderem Berkshire Hathaway, Coatue, Bridgewater, Tiger Global, ARK Invest, Altimeter, Soros Fund Management, Stanley Druckenmillers Duquesne Family Office und Peter Thiels Thiel Macro.

Besonders interessant ist dabei weniger die Frage, welche Aktie aktuell die größte Position eines Fonds darstellt. Viel spannender ist, wo neue Positionen entstehen und welche Investmentthemen gleichzeitig bei mehreren der großen Investoren auftauchen. Und dabei zeichnen sich einige erstaunlich klare Trends ab.

Was die 13F-Filings tatsächlich zeigen

Institutionelle Investmentmanager mit mindestens 100 Millionen US-Dollar an bestimmten meldepflichtigen Wertpapieren müssen ihre Positionen quartalsweise bei der US-Börsenaufsicht SEC melden. Die Daten haben allerdings einen entscheidenden Nachteil: Sie sind verzögert. Die aktuell veröffentlichten Portfolios zeigen den Stand zum 30. Juni 2026. Seitdem können die Fonds ihre Positionen längst wieder verändert haben.

Außerdem zeigen 13F-Daten nicht das vollständige Portfolio eines Investors. Short-Positionen fehlen beispielsweise. Auch aus einem gestiegenen Marktwert einer Position lässt sich nicht automatisch ablesen, dass im gleichen Umfang Aktien gekauft wurden – ein Teil der Veränderung kann schlicht durch Kursbewegungen entstehen.

Trotzdem sind die Daten enorm interessant. Gerade wenn mehrere unabhängige Fonds gleichzeitig ähnliche Unternehmen oder Sektoren stärker gewichten, lassen sich daraus größere Investmenttrends erkennen.

KI bleibt das dominante Thema – aber die Wette verändert sich

Der vielleicht deutlichste Trend ist weiterhin künstliche Intelligenz. Allerdings scheint sich die Art und Weise zu verändern, wie professionelle Investoren darauf setzen. Die KI-Wette besteht längst nicht mehr nur aus Nvidia. Bei mehreren Fonds finden sich inzwischen Unternehmen entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette: Taiwan Semiconductor Manufacturing, Micron, Lam Research, Applied Materials, AMD, Intel, Qualcomm oder Arm.

Besonders deutlich wird das bei Coatue Capital. Taiwan Semiconductor macht inzwischen rund 8,8 Prozent des gemeldeten Portfolios aus, Lam Research 8,4 Prozent und Micron 7,5 Prozent. Hinzu kommen Applied Materials mit 6,3 Prozent, GE Vernova mit 6,2 Prozent, Broadcom mit 4,5 Prozent und Eaton mit 4,4 Prozent.

Bemerkenswert ist vor allem Micron. Der gemeldete Marktwert der Position stieg gegenüber dem vorherigen Quartal von lediglich rund 56 Millionen auf etwa 3,6 Milliarden US-Dollar. Coatues Portfolio wirkt damit mittlerweile fast wie eine Wette auf die komplette physische Infrastruktur hinter dem KI-Boom.

Altimeter geht bei AI-Infrastruktur noch aggressiver vor

Noch deutlicher wird diese Entwicklung bei Brad Gerstners Altimeter Capital. Der Fonds meldete für das zweite Quartal unter anderem neue Positionen in Cerebras, Qualcomm, SpaceX, Micron, Applied Materials, KLA, Lam Research und Alphabet. Gleichzeitig bleibt Nvidia mit rund 19,2 Prozent des Portfolios die größte Position.

Direkt dahinter folgt allerdings bereits Cerebras mit 16,2 Prozent. Taiwan Semiconductor kommt auf 6,9 Prozent, CoreWeave auf 6,2 Prozent und Arm auf 5,9 Prozent. Damit steckt ein erheblicher Teil des gesamten gemeldeten Altimeter-Portfolios direkt oder indirekt im Ausbau der weltweiten AI-Compute-Infrastruktur. Das ist interessant, weil die zweite Phase des KI-Booms zunehmend anders aussehen könnte als die erste.

Während Anleger in den vergangenen Jahren vor allem darauf blickten, wer die besten AI-Chips produziert, wird inzwischen mindestens genauso wichtig, wer Speicher liefert, wer die Maschinen zur Chipproduktion baut, wer Rechenzentren betreibt – und woher all diese Rechenzentren überhaupt ihren Strom bekommen.

Der vielleicht spannendste Smart-Money-Trade: Strom

Genau hier taucht das zweite große Thema der neuen Fonds-Offenlegungen auf: Energie und Stromversorgung. Bridgewater Associates baute im zweiten Quartal unter anderem neue Positionen bei Eversource Energy, Consolidated Edison, NiSource und Duke Energy auf. Noch auffälliger ist allerdings das Portfolio von Peter Thiels Thiel Macro. Das gemeldete Portfolio umfasst rund 419 Millionen US-Dollar und ist extrem stark auf Energie und Stromversorger konzentriert.

Amazon ist mit 28,2 Prozent zwar die größte Einzelposition. Danach folgen jedoch Vista Energy mit 18,1 Prozent und Vistra mit 14,1 Prozent. Dazu kommen American Electric Power mit 10,1 Prozent, DTE Energy mit 9,6 Prozent, FirstEnergy mit 9,5 Prozent sowie CMS Energy mit 9,4 Prozent. Zusammengenommen entfallen damit rund 72 Prozent des Portfolios auf Unternehmen aus den Bereichen Energie und Stromversorgung.

Selbst eine kleinere Position in X-Energy findet sich im Portfolio. Die dahinterliegende Investmentthese ist relativ leicht zu erkennen: KI benötigt Rechenleistung, Rechenleistung benötigt Rechenzentren und Rechenzentren benötigen enorme Mengen Strom. Während Nvidia und andere Halbleiterunternehmen bereits seit Jahren im Mittelpunkt des AI-Booms stehen, könnten Stromerzeuger, Netzbetreiber und Anbieter der notwendigen Energieinfrastruktur zu den großen Profiteuren der nächsten Phase werden.

Alphabet taucht überraschend häufig auf

Ein weiteres Unternehmen fällt beim Vergleich der Portfolios auf: Alphabet. Bei Berkshire Hathaway stieg der gemeldete Marktwert der Alphabet-Position von rund 16,6 Milliarden auf 37,8 Milliarden US-Dollar. Damit ist Alphabet mit 12,6 Prozent inzwischen die drittgrößte gemeldete Position hinter Apple und American Express.

Auch bei anderen bekannten Investoren ist Bewegung zu sehen. Stanley Druckenmillers Duquesne Family Office meldete Alphabet als neue Position. Soros Fund Management erhöhte den gemeldeten Positionswert, genauso wie Seth Klarmans Baupost Group. Auch Third Point hält Alphabet inzwischen als zweitgrößte Position des gemeldeten Portfolios mit einem Anteil von rund 9,5 Prozent.

Allerdings gibt es keinen vollständigen Konsens: Tiger Global reduzierte seine Alphabet-Position. Gerade das macht die Aktie interessant. Alphabet scheint derzeit bei vielen professionellen Investoren weit oben auf der Beobachtungsliste zu stehen, ohne dass sich daraus bereits ein völlig überfüllter Konsenstrade ableiten lässt.

Auch SpaceX und Cerebras tauchen bei mehreren Fonds auf

Interessant sind zudem einige Unternehmen, die erst vergleichsweise neu im Fokus öffentlicher Aktienanleger stehen. SpaceX taucht beispielsweise neu in den Portfolios von Coatue, ARK Invest und Altimeter auf. Bei ARK macht SpaceX mit einem gemeldeten Wert von rund 765 Millionen US-Dollar bereits etwa fünf Prozent des Portfolios aus. Bei Coatue liegt der Anteil sogar bei rund 6,5 Prozent beziehungsweise mehr als drei Milliarden US-Dollar.

Auch Cerebras Systems findet sich gleichzeitig bei mehreren wachstumsorientierten Fonds. Coatue, Tiger Global und Altimeter meldeten Positionen. Bei Altimeter ist Cerebras mit einem Anteil von rund 16,2 Prozent sogar die zweitgrößte Position des gesamten Portfolios. Damit zeigt sich auch hier: Einige der bekannten Technologieinvestoren suchen inzwischen verstärkt außerhalb der etablierten Mega-Caps nach den nächsten Gewinnern des AI-Infrastrukturbooms.

Smart Money ist sich keineswegs überall einig

Allerdings wäre es falsch, aus den Daten eine einheitliche Meinung der Wall Street abzuleiten. Es gibt auch auffällige Verkäufe. Daniel Loebs Third Point ist beispielsweise vollständig aus Nvidia und Meta ausgestiegen. Gleichzeitig erhöhte der Fonds sein Engagement in Alphabet, TSMC und anderen Unternehmen.

Bridgewater wiederum verkaufte seine Palantir-Position vollständig und reduzierte unter anderem Amazon, Micron und TSMC. Tiger Global trennte sich unter anderem von AppLovin und Netflix, während gleichzeitig neue Positionen in Cerebras, AMD und Seagate hinzukamen. Die unterschiedlichen Entscheidungen zeigen, weshalb 13F-Daten nicht einfach als Copy-Trading-Signal verstanden werden sollten.

Die Fonds verfolgen völlig unterschiedliche Strategien, Zeithorizonte und Risikomodelle. Spannend wird es vor allem dort, wo sich ihre Investmententscheidungen überschneiden.

Drei große Trends lassen sich erkennen

Unter dem Strich lassen sich aus den neuen Q2-Portfolios drei besonders interessante Entwicklungen herauslesen.

Erstens bleibt künstliche Intelligenz eines der wichtigsten Investmentthemen institutioneller Anleger. Die Wette wird allerdings breiter. Neben Nvidia fließt zunehmend Kapital zu Chipproduzenten, Speicherherstellern, Halbleiterausrüstern und Rechenzentrumsunternehmen.

Zweitens rückt die Stromversorgung immer stärker in den Mittelpunkt. Die Positionierungen von Bridgewater und insbesondere Peter Thiel zeigen, dass einige Investoren bereits versuchen, die nächste Konsequenz des AI-Booms zu handeln: den massiv steigenden Energiebedarf.

Und drittens fällt Alphabet als einer der wenigen Mega-Cap-Werte auf, der gleichzeitig in mehreren sehr unterschiedlichen Portfolios stärker vertreten ist. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass diese Aktien automatisch steigen werden. Die 13F-Daten zeigen zudem lediglich einen Blick in die Vergangenheit. Für Anleger liefern sie aber einen interessanten Hinweis darauf, welche Themen einige der bekanntesten Investoren der Welt derzeit besonders beschäftigen.

Wer die Veränderungen selbst verfolgen möchte, findet im neuen Smart-Money-Bereich von PerpEquities die aktuellen Portfolios von 15 großen Fonds und Investoren inklusive der größten Positionen, neuen Investments, vollständigen Exits und Veränderungen gegenüber dem vorherigen Quartal:

https://perpequities.com/trade-ideas/smart-money

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