Bitcoin Red Team, Ethereum Neobank ether.fi, Trezor warnt — Block-Builders Briefing

Das Bitcoin Red Team findet Tausende Probleme bei BTC Open Source Software. Ether.fi wird zur Ethereum Neobank. Der Hardware Hersteller Trezor verliert Kundendaten. Täglich gut informiert mit dem Block-Builders Briefing.

BITCOIN

Bitcoin notiert am Freitagmorgen bei rund 63.300 Dollar, ein schleichender Abwärtstrend. Die Bitcoin ETFs meldeten vom Börsendonnerstag 131 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.

Seit rund einer Woche sorgt das Bitcoin Red Team für Sorgenfalten. Denn es hat sich zum Ziel gesetzt, mittels Künstlicher Intelligenz die gesamte Open Source Software auf Fehler und Sicherheitslücken zu durchkämmen, welche rund um Bitcoin eingesetzt wird. Initiator Calle zieht nun auf X ein brutales Zwischenfazit: „Alles ist kaputt, Bitcoin brennt“. Schon vor einigen Tagen hatte er ebenfalls per X 4.962 Auffälligkeiten in 390 BTC Projekten gemeldet, davon 85 kritische Probleme und 635 von hoher Dringlichkeit. Zusätzlich interessant: Calle und seine Mitstreiter verlassen sich mittlerweile hauptsächlich auf das chinesische KI-Modell Kimi K3, weil die US-Spitzenmodelle von Claude und ChatGPT zu viele Beschränkungen bei sicherheitsrelevanten Aufgaben eingebaut haben. Besonders oft wurde Bitcoin Red Team bei Lightning fündig, dem BTC Netzwerk für schnelle Transaktionen von Kleinbeträgen. Die Fachleute haben ihre genauen Analysen zunächst den jeweiligen Entwicklern mitgeteilt, damit sie Fehler beheben können, bevor sie ausgenutzt werden. Calle wagt sogar einen optimistischen Ausblick und schreibt: „Bitcoin wird (durch uns) stärker“. Aber klar ist: Wenn schon bei Bitcoin Open Source Software Künstliche Intelligenz so viele kritische Fundstellen liefert, dürfte es bei Ethereum und Co. kaum besser aussehen.

ETHEREUM

Ethereum wird am Freitagmorgen bei seitwärts bei etwa 1.880 Dollar gehandelt. Die Ethereum ETFs verzeichneten am Börsendonnerstag 7 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss.

Ether.fi hatte sic bislang auf Ethereum Staking als Service konzentriert. Doch nun baut das Projekt seine Aktivitäten massiv aus und nimmt dafür auf X den Begriff „Neobank“ in den Mund. Tatsächlich können Nutzer ab sofort bei ether.fi tokenisierte Aktien und Rohstoffe handeln sowie Kreditgeschäfte tätigen. Dazu kommt die Möglichkeit, mehr als 30 Fiat-Währungen direkt ein- und auszuzahlen. Auch Apple Pay kann jetzt genutzt werden. Die ether.fi ETHFI Kryptowährung verzeichnet 13 Prozent Tagesplus, die Sommeroffensive Richtung Neobank kommt bei Anlegern also gut an. Das neue Portfolio von ether.fi erinnert an die Robinhood Chain, welche seit Anfang Juli im Ethereum Ökosystem für Furore sorgt. 

ALTCOINS

Gewinner des Tages ist ETHFI mit 13 Prozent Plus, Grund ist er oben beschriebene massive Ausbau von Angeboten bei ether.fi.

Verlierer des Tages ist Lighter (LIT) mit 7 Prozent Minus. Auch hier dürfte ether.fi eine Rolle spielen, was nun in Konkurrenz mit Lighter tritt.

Das Krypto-Stimmungsbarometer bleibt in der Zone „Angst“ stehen, der Iran greift in der Straße von Hormus Öltanker an und die Kryptomärkte scheinen in einer Art Sommerschlaf.

AUS DER KRYPTOINDUSTRIE

Der Hardware Hersteller Trezor muss ein Besorgnis erregendes Problem melden. Per Blogpost warnt Trezor, dass der Logistik-Partner ShipMonk ein Datenleck hatte, bei dem gut 13.000 Adresssätze verloren gingen. Betroffen sind demnach neue Trezor Kunden, die in den 90 Tagen vor dem 8. August Lieferungen erhalten habe. Weiter schränkt Trezor die Gruppe der Betroffenen auf die USA, Großbritannien, Schweden, Kolumbien, Brasilien, Italien und Portugal ein. Kunden aus Deutschland, Österreich un der Schweiz hätten demnach Glück gehabt. Doch die Angreifer haben nun Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von mehr als 10.000 Menschen, die oft erstmals eine Hardware Wallet kauften. Beim Konkurrenten Ledger waren 2020 Daten von fast 300.000 Kunden abhanden gekommen und die Hacker nutzen diese bis heute, um zu versuchen, per Phishing an die wertvollen Bitcoin, Ethereum und Co. auf den Hardware Wallers zu kommen. Der Vorfall bei Trezor ist zwar gänzlich anderer Art als der bei Coldcard vor zehn Tagen. Aber das Image von Hardware Wallets als sicherste Aufbewahrungsmethode für Kryptowährungen bekommt Risse.

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