Nach US-Zwischenwahl: Bitcoin, Ethereum und Co. im Plus — Block-Builders Briefing

Trump-Zwischenwahl-Bitcoin-Ethereum

US-Präsident Trump scheint durch Niederlage bei US-Zwischenwahl angezählt. Bitcoin, Ethereum und Co. reagieren im ersten Moment positiv. ETHGas mit spannendem Konzept. Justin Sun gegen WLFI. Das Block-Builders Briefing.

BITCOIN

Bitcoin steht am Mittwochmorgen bei etwa 78.000 Dollar, 1,5 Prozent Tagesplus. Die Bitcoin ETFs meldeten vom Börsendienstag 116 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.

US-Präsident Donald Trump hat Krypto-Politik als Chefsache betrachtet und dafür sogar Preise eingeheimst. Doch die krachende Niederlage seiner Republikaner bei den Zwischenwahlen dürften seinen Plänen wie einer „strategischen Bitcoin Reserve“ der USA und den Clarity Gesetzen Grenzen setzen. US-Fachmagazine wie CoinDesk und CoinTelegraph betonen in ihren ersten Wahlanalysen zwei Punkte: Trump hat die Mehrheit in beiden US-Parlamentskammern verloren. Daher kann der Präsident zwar noch durch Dekrete und Personalentscheidungen Politik für Bitcoin und Co. machen, doch sein Nachfolger hat die Option, solche Entscheidungen im Handstreich zurückzudrehen. Nicht unterschätzen sollte man auch den Einfluss der milliardenschweren Krypto-Geschäfte der Familie Trump, bei denen Anleger finanziell bluten und die dem Image des Präsidenten spürbar schadeten. Es wird für Bitcoin und die Kryptobranche jetzt zwar nicht über Nacht alles anders in den USA, doch ohne die Demokraten sind nachhaltige Entscheidungen für Trump versperrt, so die Experten.  

ETHEREUM

Ethereum notiert am Mittwochmorgen bei fast 2.300 Dollar, 2 Prozent Tagesplus. Die Ethereum ETFs verzeichneten am Börsenmittwoch 85 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.

Bei Ethereum sorgt das Geschäftsmodell von ETHGas für Aufmerksamkeit. Das Projekt will es ermöglichen, Kapazitäten auf der Ethereum Blockchain im voraus zu reservieren. Ziel ist es, dadurch Banken und anderen Großkunden verlässliche Planbarkeit bei ihren Aktionen im ETH Umfeld zu garantieren. ETHGas umgarnt dafür Netzwerkpunkte, die ihren Zugang zu Ethereum mit zugesicherten Einnahmen exklusiv vermarkten sollen. Eine von ETHGas in Auftrag gegebene Analyse von DelphiDigital sieht in der Idee ein Milliardengeschäft und verweist auf die Zusage von Ether.fi, in den kommenden drei Jahren 3 Milliarden Dollar in Ethereum einzubringen. Doch noch hat keine Bank oder anderer Marktteilnehmer aus der klassischen Finanzindustrie Interesse an ETHGas bekundet. Laut der Analyse müssen im Normalfall mehrere Minuten bei einer Transaktion über die Ethereum Blockchain eingeplant werden. Wenn sich etwa ein Drittel der ETH Validatoren für ETHGas entscheiden, soll die garantierte Bearbeitungszeit auf unter eine Minute fallen. Das Projekt könnte auch Sperrlisten bei Ethereum umsetzen. Ein „institutionelles Ethereum“ als Puzzlestück der ETH Basis – das Konzept dürfte Befürworter ebenso finden wie Kritiker. 

ALTCOINS

Gewinner des Tages ist PUMP mit 11 Prozent Plus. Der Altcoin der Meme-Coin Plattform pump.fun dürfte von den US-Zwischenwahlen profitieren, die politische Memes mit PUMP provozierten. 

Verlierer des Tages ist TRUMP mit 4 Prozent Minus. Der offizielle Meme-Coin des Präsidenten bleibt von der deutlichen Wahlniederlage seiner Republikaner nicht verschont, TRUMP hat aber auch zuvor schon Kritikern viele Argumente geliefert. 

Das Krypto-Stimmungsbarometer verharrt vorerst in der Zone „Angst“. Doch historisch sind US-Zwischenwahlen Ausgangspunkt für Kursgewinne an klassischen Börsen ebenso wie bei Bitcoin und Co., ein Stimmungswechsel liegt in der Luft.

AUS DER KRYPTOINDUSTRIE

Beim Projekt World Liberty Financial (WLFI) versprach Donald Trump noch vor seiner Wiederwahl, US-Bürgern eine faire Alternative zu Banken zu liefern. Krypto-Skandalnudel Justin Sun beteiligte sich an WLFI früh mit 30 Millionen Dollar, stockte später auf 45 Millionen auf und verkrachte  sich im September 2025 öffentlich mit der Familie Trump und World Liberty Financial. Der Fall landete vor Gericht und Justin Sun berichtet jetzt per X über eine überraschende Erkenntnis. WLFI habe vor einem US-Bundesgericht einräumen müssen, dass wichtige Anteilseigner aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammen. Damit ist ein Bundesgericht nicht zuständig, Justin Sun beklagt unnötige Ausgaben für Rechtshilfe in Höhe von Hunderttausenden Dollar. Doch für die Familie Trump und WLFI wohl viel pikanter ist: World Liberty Financial  warb im Still der MAGA-Bewegung für sich als „uramerikanisch“ – und macht den Einfluss von ausländischen Scheichs erst dann öffentlich, als das prozesstaktisch vonnöten wurde. WLFI hat die brisante Entwicklung bislang nicht kommentiert, der Altcoin ist von seinem Allzeithoch aus dem September 2025 fast 90 Prozent entfernt. Und Justin Sun? Der Gründer von Tron (TRX) will weiter für Transparenz in Sachen WLFI kämpfen und wird dabei aber ganz sicher seine Investitionen in das Projekt nicht einfach abschreiben wollen. 

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