In acht Folgen der vergangenen zwei Tage haben Deutschlands Finanz-Podcasts vor allem über Tesla, CoreWeave und die Frage diskutiert, ob die KI-Investitionen eine Blase sind. Die wichtigste Erkenntnis: Bei CoreWeave und Tesla warnen mehrere Sprecher unabhängig voneinander – bei Gold und chinesischen Aktien widersprechen sie sich deutlich.
Auf einen Blick: Empfehlungen und Warnungen
| Asset | Einschätzung | Podcast | Sprecher |
|---|---|---|---|
| Gold | Kaufen | Alles auf Aktien | Jochen Sengpiel |
| BYD | Kaufen | Alles auf Aktien | Jochen Sengpiel |
| Xiaomi | Kaufen | Alles auf Aktien | Jochen Sengpiel |
| Hang Seng Tech ETF | Kaufen | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
| CSI Star 50 ETF | Kaufen | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
| Inline-Zertifikat auf den DAX | Kaufen | Alles auf Aktien | Jochen Sengpiel |
| Philip Morris PM | Kaufen | Marktgeflüster | Holger Graf |
| Micron MU | Kaufen | Deffner & Zschäpitz | Holger Zschäpitz |
| Mainstreet Capital MAIN | Meiden | echtgeld.tv | Tobias Kramer |
| Chinesische Aktien | Meiden | Alles auf Aktien | Nando Sommerfeld |
| PNE PNE3 | Meiden | Deffner & Zschäpitz | Holger Zschäpitz |
| DAX | Kaufen (Tendenz) | Handelsblatt Today | Dorothee Blessing |
| Vienna Insurance Group VIG | Kaufen (Tendenz) | OHNE AKTIEN WIRD SCHWER | Noah Leidinger |
| SK Hynix | Kaufen (Tendenz) | Marktgeflüster | Holger Graf |
| Bending Spoons | Kaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Dietmar Deffner |
| DAX | Kaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Dietmar Deffner |
| CoreWeave CRWV | Verkaufen (Tendenz) | Doppelgänger Tech Talk | Philipp Klöckner |
| Oracle ORCL | Verkaufen (Tendenz) | Doppelgänger Tech Talk | Philipp Klöckner |
| Berliner Immobilien | Verkaufen (Tendenz) | Alles auf Aktien | Jochen Sengpiel |
| CoreWeave CRWV | Verkaufen (Tendenz) | Marktgeflüster | Holger Graf |
| DAX | Verkaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Holger Zschäpitz |
| Tesla TSLA | Meiden (Tendenz) | Wall Street mit Markus Koch | Markus Koch |
| CoreWeave CRWV | Meiden (Tendenz) | Wall Street mit Markus Koch | Markus Koch |
| Accenture ACN | Meiden (Tendenz) | Doppelgänger Tech Talk | Philipp Klöckner |
| Tesla TSLA | Meiden (Tendenz) | Doppelgänger Tech Talk | Philipp Klöckner |
| Porsche P911 | Meiden (Tendenz) | Alles auf Aktien | Jochen Sengpiel |
| Tesla TSLA | Meiden (Tendenz) | Alles auf Aktien | Nando Sommerfeld |
| SOXL (3x Leveraged Semiconductor ETF) SOXL | Meiden (Tendenz) | Marktgeflüster | Thomas Kehl |
| MSCI Indonesia | Meiden (Tendenz) | Marktgeflüster | Holger Graf |
Alle Folgen und Empfehlungen der letzten Tage findest du in unserem Podcast-Radar.
Was die Podcasts heute bewegt
Ein breiter Konsens besteht bei CoreWeave: Markus Koch, Philipp Klöckner und Holger Graf nennen die hohe Verschuldung und die Refinanzierungskosten als Risiko, keiner von ihnen sieht darin ein Kaufargument. Auch Tesla wird mehrfach skeptisch bewertet – Koch und Klöckner bezweifeln eine Serienproduktion des Roadster, Nando Sommerfeld hält die Bewertung für visionsgetrieben. Beim Thema China widersprechen sich die Podcasts dagegen offen: Jochen Sengpiel und Nando Sommerfeld raten von chinesischen Aktien ab, Holger Zschäpitz führt seinen Hang-Seng-Tech-Sparplan weiter und will zusätzlich in den Star 50 investieren. Gold ist das zweite Streitthema: Sengpiel rät ausdrücklich dazu, Zschäpitz und Deffner diskutieren dagegen vor allem das KI-Klumpenrisiko im Depot.
Wall Street mit Markus Koch: Big Show bei Tesla. Anthropic-Investoren senken Bewertungsziele.
Markus Koch ordnet in seiner Freitagsfolge die Nachrichtenlage ein, ohne konkrete Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Er bezweifelt, dass die zweite Generation des Tesla Roadster je an Endkunden ausgeliefert wird, und hält die Show für Entertainment; JP Morgan bleibe nur neutral. Bei CoreWeave nennt er die Marktnervosität angesichts von Verbindlichkeiten und negativem Cashflow nachvollziehbar.
Abgeraten
Koch hält die Roadster-Show für Entertainment, bezweifelt aber, dass die zweite Generation je an Kunden ausgeliefert wird; JP Morgan bleibt nur neutral.
Zitat & Begründung
„Das wird so natürlich an die Endkunden wahrscheinlich nie ausgeliefert werden.“
- Tesla inszeniert die zweite Roadster-Generation als große Show.
- Die Produktion ist erst für 2028 geplant, Jahre nach der ursprünglichen Ankündigung.
- Koch bezweifelt eine Auslieferung an Endkunden und verweist auf JP Morgans neutrale Einstufung.
Koch hält die Nervosität des Marktes bei CoreWeave wegen hoher Verbindlichkeiten und negativen Cashflows für nachvollziehbar.
Zitat & Begründung
„dass der Markt nervös ist bei einem Unternehmen, das so etwa 36000000000 Marktwert hat“
- Jensen Huang verteidigt CoreWeave und sieht keinen Rettungsbedarf für die Neo-Cloud-Unternehmen.
- Koch verweist auf hohe Verbindlichkeiten und negativen Cashflow.
- Die Nervosität des Marktes sei daher nicht von der Hand zu weisen.
Handelsblatt Today: Mehr Verbrenner, weniger China: Merz und Macron besiegeln Autopakt | Wie Deutschland wieder Kapital anzieht
Handelsblatt Today diskutiert, wie Deutschland wieder mehr Kapital anzieht. JP-Morgan-Investmentbankerin Dorothee Blessing zeigt sich für deutsche Aktien zuversichtlich, nennt aber keine konkrete Kaufempfehlung; KKR-Europapartner Philipp Freise bezeichnet Deutschland als offensichtliche Opportunität für Anleger, die aus den USA diversifizieren wollen. Industrieexperte Gregor Williams bewertet den Merz-Macron-Autopakt als positives Signal für die Autobranche, klimapolitisch aber als Rückschritt.
Empfohlen
Blessing sieht die Zuversicht für deutsche Aktien als gegeben und wünscht sich mehr ausländisches Kapital – nötig seien dafür investierbare Projekte und passende Rahmenbedingungen.
Zitat & Begründung
„die Zuversicht für deutsche Aktien, die ist eigentlich da“
- Für deutsche Aktien sei die Zuversicht vorhanden, sagt JP-Morgan-Investmentbankerin Blessing.
- Es mangele nicht an Kapital, wohl aber an investierbaren Projekten und geeigneten Rahmenbedingungen in Deutschland.
- Erst wenn Reformen greifen, rechnet sie mit dauerhaftem Kapitalzufluss aus dem Ausland in deutsche Werte.
echtgeld.tv: egtv #488 Main Street Capital: Monatsdividende, 8 % p.a., aber zu teuer?
Tobias Kramer hält Mainstreet Capital bei 54 US-Dollar für eindeutig zu teuer: Der BDC notiere rund 60 Prozent über dem NAV von 33,92 US-Dollar, während der Gewinn je Aktie von 5,23 US-Dollar (2023) auf geschätzt 3,77 US-Dollar (2026) gesunken sei. Als faire Bewertung nennt er das 1,4-Fache des NAV (48 US-Dollar), preiswert wäre das 1,2-Fache (41 US-Dollar) – diese Marke solle man im Auge behalten.
Abgeraten
Bei 54 US-Dollar eindeutig zu teuer: Das 1,6-Fache des NAV sei bei gesunkenen und bis 2028 kaum wachsenden Gewinnen nicht gerechtfertigt, erst ab 41 US-Dollar werde es interessant.
Zitat & Begründung
„Mein Problem ist mal wieder der Preis und deswegen ist die auch hier zutage tretende klassische Formulierung bei Echtgeld TV eben, mir ist Mainstreet Capital bei 54 US Dollar eindeutig zu teuer.“
- Der innere Wert (NAV) liegt bei 33,92 US-Dollar, die Aktie bei rund 54 US-Dollar – ein Aufschlag von etwa 60 Prozent.
- Der Gewinn je Aktie fiel von 5,23 US-Dollar (2023) auf erwartete 3,77 US-Dollar (2026) und soll bis 2028 nicht wachsen.
- Fair wären für ihn das 1,4-Fache des NAV (48 US-Dollar), preiswert das 1,2-Fache (41 US-Dollar); darunter würde er kaufen.
Doppelgänger Tech Talk: Fliegende Autos, billige Wanzen und blutende Neoclouds #606
Philipp Klöckner sieht CoreWeave und Oracle als die am stärksten gefährdeten Unternehmen, falls die KI-Investitionsblase Risse bekommt: CoreWeave finanziere Rechenzentren fast vollständig mit Schulden, die Rendite seiner Anleihe sei auf rund 15 Prozent gestiegen. Bei Accenture bezweifelt er, dass der Konzern mit KI Geld verdient, weil er seine Mitarbeiter auf ein 29-Dollar-Claude-Abo begrenzt. Die Tesla-Show mit dem fliegenden Roadster hält er für gelungenes Marketing, aber wirtschaftlich sinnlos.
Abgeraten
Klöckner hält CoreWeave für die am stärksten verschuldete KI-Aktie und erwartet, dass sie bei ersten Rissen im KI-System zuerst und am härtesten getroffen wird.
Zitat & Begründung
„dann sind Core Weef ein paar andere Neo Clouds und Oracle sicherlich die Unternehmen, die zuerst und am massivsten betroffen werden“
- CoreWeave habe kein Kerngeschäft und finanziere seine Rechenzentren fast vollständig über Schulden.
- Die Schulden seien nur bedienbar, wenn die Auslastung dauerhaft bei 80 bis 100 Prozent liege.
- Microsoft, Google oder Amazon hätten dagegen Milliardenerträge als Puffer und wären nicht so stark betroffen.
Klöckner zählt Oracle wegen der hohen Schuldenlast zu den Titeln, die bei einem Platzen der KI-Blase am stärksten einbrechen würden.
Zitat & Begründung
„Deswegen ist Core Weef, aber auch Oracle, die auch sehr stark mit Schulden belastet sind, die, die die stärksten Schwankungen zeigen würden oder am härtesten am Limit fahren“
- Oracle sei wie CoreWeave stark verschuldet und fahre damit am Limit.
- Bei ersten Rissen im KI-System sei ein massiver Kursverlust oder ein Rettungsplan dort relativ wahrscheinlich.
- Die etablierten Hyperscaler mit Kerngeschäft träfe es deutlich weniger.
Klöckner bezweifelt, dass Accenture mit KI Geld verdient, weil der Konzern seine eigenen Mitarbeiter auf ein 29-Dollar-Abo begrenzt.
Zitat & Begründung
„die traurigste Nachricht an dem Ganzen ist ja, dass Accenture es offensichtlich nicht schafft, Geld mit KI zu verdienen“
- Accenture verkaufe anderen KI-Kompetenz, bezahle den eigenen Leuten aber nur ein Consumer-Abo.
- Die undifferenzierte Kürzung sei betriebswirtschaftlich falsch, weil sie produktive Mitarbeiter ausbremse.
- Das werfe ein schlechtes Licht auf das Geschäft mit KI.
Klöckner hält die Flugshow des Tesla Roadster für gelungenes Marketing, aber für wirtschaftlich sinnlos und rechnet nicht mit einer Serienproduktion 2028.
Zitat & Begründung
„Es macht wirtschaftlich keinen Sinn, dieses Auto zu bauen. Es ist annähernd unmöglich, damit Geld zu verdienen.“
- Der Roadster wäre nur eine Kleinserie und passe nicht zu Teslas Strategie der Massenproduktion.
- Das Fliegen sei auf der Straße nicht nutzbar und die Technik reine Show.
- Tesla wolle das Auto nicht bauen; die Vorführung diene vor allem der Markenpflege.
OHNE AKTIEN WIRD SCHWER: Osteuropa-Wachstum & Dividende seit 1994. Vienna Insurance Group im OAWS-Deep-Dive.
Im Deep-Dive zur Vienna Insurance Group nennt Moderator Noah Leidinger den Versicherer als Möglichkeit, an der Börse vom Wachstum in Osteuropa zu partizipieren – eine ausdrückliche Kaufempfehlung bleibt aus. Finanz- und Risikochefin Liane Hirner erklärt die Osteuropa-Strategie: Die Versicherungsausgaben pro Kopf erreichten dort nur etwa ein Zehntel des österreichischen Niveaus. Als Kennzahlen nennt sie eine Contractual Service Margin von rund 6,2 Mrd. Euro (Ende 2025) und eine Solvenzquote von knapp 300 Prozent.
Empfohlen
Moderator Leidinger nennt die Vienna Insurance Group als Weg, an der Börse vom Wachstum in Osteuropa zu partizipieren – eine klare Kaufempfehlung spricht er nicht aus.
Zitat & Begründung
„genau so ein Business ist die Vienna Insurance Group“
- Direkte Osteuropa-Firmen seien oft klein oder illiquide, so Leidinger.
- Alternativ könne man Firmen kaufen, die ihr Wachstum überwiegend in Osteuropa erzielen.
- Als genau solches Business nennt er die Vienna Insurance Group.
Alles auf Aktien: China, Volkswagen, Mittelstand – die Warnung des Multi-Insiders
Der frühere VW-Marketingchef Jochen Sengpiel rät jedem Anleger, Gold beizumischen – er hält selbst 20 bis 25 Prozent in Edelmetallen, auch Goldminen. Chinesische Aktien sieht er trotz eigener Positionen in BYD und Xiaomi als Value Trap; Nando Sommerfeld drängt es derzeit ebenfalls nicht, in China zu investieren. Holger Zschäpitz hält dagegen am Hang-Seng-Tech-Sparplan fest und erwägt einen kleinen Sparplan auf den Star 50. Zu Volkswagen und Porsche gab es keine Kaufempfehlung.
Empfohlen
Rät jedem, Gold nicht nur über ETFs zu halten, sondern auch Minen beizumischen; Edelmetalle machen 20 bis 25 Prozent seines Vermögens aus.
Zitat & Begründung
„Ich kann jedem nur raten, nicht nur ETFs auf Gold, sondern die Beimischung mit Minen finde ich super.“
- Für Gold sprechen laut Sengpiel alle Indikatoren, die üblichen Makro-Korrelationen seien aber ausgehebelt.
- Er hält selbst 20 bis 25 Prozent in Edelmetallen, überwiegend Gold und Minen.
- Deshalb empfiehlt er jedem eine Gold-Beimischung inklusive Minen.
Kaufte BYD aus eigener Anschauung in China, sieht chinesische Aktien insgesamt aber als Value Trap und rät nur zu vorsichtiger Beimischung.
Zitat & Begründung
„Als ich natürlich da drüben war und gesehen hab, was da Xiaomi und Xiopeng und BYD anrichtet, hab ich natürlich sofort Aktien gekauft.“
- Sah vor Ort, wie Xiaomi, Xpeng und BYD den chinesischen Markt aufrollen.
- Kaufte daraufhin BYD-Aktien und hält sie, warnt aber vor Transparenz- und Staatseingriffsrisiken.
- Sein Fazit: klein beimischen, nicht zu viel Geld hinein.
Hält Xiaomi-Aktien und verweist auf den Hightech-Konzern, der auf der IFA Autos auf Porsche-, Audi- und BMW-Niveau samt vernetztem Ökosystem zeigte.
Zitat & Begründung
„Na, ich hab dir erzählt, ich hab ich hab Xiaomi und ich hab auch BYD.“
- Beeindruckte auf der IFA: Xiaomi zeigte Autos und rund 100 vernetzbare Geräte.
- Für ihn ist Xiaomi ein Plattformkonzern, der Ökosysteme baut – anders als deutsche Hersteller.
- Er hält die Aktie weiter, warnt aber vor den Risiken chinesischer Aktien.
Führt den Hang Seng Tech als Sparplan weiter und nutzt die Schwäche für monatliche Käufe, hofft aber auf eine Trendwende.
Zitat & Begründung
„mein Hang Seng Tec, den ich als Sparplan mache, da kann ich jeden jeden Monat ein bisschen billiger zugreifen“
- Er hält den Hang Seng Tech bereits als Sparplan.
- Die Kursschwäche senkt seine Einstandskosten bei monatlichen Käufen.
- Offen bleibt für ihn, ob der Index irgendwann nach oben dreht.
Will einen kleinen Sparplan auf den Star 50 aufsetzen, der das neue China mit Halbleitern und Robotik abbildet.
Zitat & Begründung
„vielleicht nehm ich den Star 50 noch mal so als kleinen Sparplan dazu“
- Der Star 50 enthält laut Zschäpitz die staatlich geförderten Zukunftsfirmen Chinas.
- Er sieht dort mehr Potenzial als im alten China-Tech-Index.
- Deshalb will er klein einsteigen.
Setzt mit einem von UniCredit gekauften Inline-Zertifikat darauf, dass der DAX in den kommenden Wochen zwischen 21.000 und 27.000 Punkten bleibt.
Zitat & Begründung
„ich hab die jetzt gekauft von Uni Credit Ja. Für 6 Euro 10.“
- Er zockt lieber über Korridore und Zeitverläufe als über Einzelaktien.
- Das Zertifikat kostete 6,10 Euro, bei Verbleib in der Spanne winken 10 Euro.
- Nach rund sechs Wochen entscheidet sich die Wette.
Abgeraten
Ihn drängt es derzeit nicht, in chinesische Aktien zu investieren; das Umfeld sei so schwierig wie selten, obwohl China wirtschaftlich dominiere.
Zitat & Begründung
„drängt es mich gar nicht dazu, jetzt mich persönlich in China zu investieren“
- China gewinne Marktanteile und Fabriken, die Börse profitiere davon aber kaum.
- Das Paradoxon aus wirtschaftlicher Stärke und schwachen Kursen schreckt ihn ab.
- Deshalb investiert er persönlich derzeit nicht in China.
Sieht den Porsche-Mythos in China erodieren und hält den angekündigten Luxus-Turnaround mit Ferrari-Preisen für eine hohe Wette.
Zitat & Begründung
„Das ist eine hohe Wette. Ob das funktioniert, ich bin mir nicht so sicher.“
- Hatte das Porsche-Management schon 2023 gewarnt, dass die Marke in China an Strahlkraft verliert.
- Nun will Porsche per Vorstandsbeschluss in den Luxusbereich mit Ferrari-Preisen.
- Ob das gelingt, bezweifelt er.
Hält die Tesla-Bewertung für visionsgetrieben: eine Billionen-Dollar-Firma, die eigentlich nur ein Autokonzern ist, und die Roadster-Show für eine Enttäuschung.
Zitat & Begründung
„wir reden ja immer noch über eine Billionen Dollar Aktie, die eigentlich nur ein Automobilkonzern ist“
- Die Präsentation lieferte kein fahrbares Auto und keine Preise, der Roadster kommt erst in zwei Jahren.
- Musk müsse solche Visionen liefern, um das Bewertungsniveau zu halten.
- Er sieht darin eher Marketing als Substanz.
Glaubt, der Berliner Immobilienmarkt hat den Wendepunkt erreicht und die Preise geben wegen Kapitalabflusses zunächst nach.
Zitat & Begründung
„Ich glaub, das wird den Tipping Point im Immobilienmarkt Berlins erreicht haben und jetzt geht's“
- Viele Investoren und vermögende Leute verließen Berlin.
- Damit fehle Kapital für Neuansiedlungen und Käufe.
- Er rechnet mit zunächst fallenden Preisen.
Marktgeflüster: Zentralbank Nvidia rettet Merz! (#222)
Holger Graf und Thomas Kehl sehen vor allem bei der KI-Finanzierung Risiken: CoreWeave leide unter stark gestiegenen Refinanzierungskosten und einem Finanzierungsloch, die Erholung nach dem Nvidia-Bekenntnis überzeuge fundamental nicht. Bei Halbleitern verweist Graf auf günstige Bewertungen (SK Hynix mit Forward-KGV 4), offen bleibt für ihn die Nachhaltigkeit der Margen; gehebelte Semiconductor-ETFs wie der SOXL bezeichnet Thomas als Spielball der Zockerei. Den MSCI Indonesia hält Graf wegen hoher Bankenkonzentration für schlecht diversifiziert.
Empfohlen
Holger verkündet scherzhaft "long Philip Morris": Wenn KI künftig Lungenkrebs heilt, werde wieder mehr geraucht und der Tabakkonzern profitiere davon.
Zitat & Begründung
„Wir gehen long, Philipp Morris. Weil wenn jetzt wieder mehr geraucht wird, weil das Ganze geheilt werden kann von der Superintelligence, brauchen wir ja mehr Philipp Morris.“
- KI-Forscher rauchen laut Anekdote wieder, weil sie Heilung durch KI erwarten.
- Mehr Rauchen bedeutet mehr Nachfrage nach Tabakprodukten.
- Daraus leitet Holger scherzhaft eine Long-Position in Philip Morris ab.
Holger taxiert SK Hynix auf ein Forward-KGV von 4 und hält die Bewertung damit für günstig; offen bleibt für ihn, ob Gewinnwachstum und Margen nachhaltig sind.
Zitat & Begründung
„SK Heinex handelt, wenn ich den Finvest Daten glauben kann, auf' Trading PE von 9 und auf' Forward PE von 4.“
- SK Hynix handelt laut Holger auf Trading-KGV 9 und Forward-KGV 4.
- Im Vergleich zu Tesla mit Forward-KGV 116 wirkt das sehr günstig.
- Ob die Margen Bestand haben, bleibt für ihn die entscheidende Unsicherheit.
Abgeraten
Holger sieht CoreWeave durch stark gestiegene Refinanzierungskosten und ein Finanzierungsloch unter Druck; die Erholung nach Nvidias Lob hält er fundamental nicht gedeckt.
Zitat & Begründung
„Aktuell yielden manche Anleihen von denen bei ungefähr 15 Prozent PA, yield you maturity. Das heißt, Du kannst quasi sagen zukünftig, deren Refinanzierungskosten sind relativ stark nach oben gegangen.“
- Anleihen von CoreWeave rentieren laut Holger bei rund 15 Prozent, die Refinanzierung wird teurer.
- Gleichzeitig besteht über die nächsten Monate und Jahre ein Finanzierungsloch.
- Die Kurzerholung nach dem Nvidia-Kommentar widerspricht für ihn den beobachtbaren Fakten.
Thomas sieht in gehebelten Semiconductor-ETFs wie dem dreifach gehebelten SOXL vor allem ein Zockervehikel, in das Anleger nach 21 Prozent Wochenverlust blind nachkauften.
Zitat & Begründung
„Das heißt, diese Leveraged Semiconductors ETFs sind so zum neuen Spielball der Zockerei geworden, könnte man eigentlich sagen.“
- Der dreifach gehebelte SOXL verlor innerhalb einer Woche 21 Prozent.
- Retail-Anleger schoben trotzdem rund 3,8 Milliarden Dollar frisches Kapital hinein.
- Für Thomas sind solche Produkte zum Spielball der Zockerei geworden.
Holger hält den MSCI Indonesia für kaum diversifiziert: Die drei größten indonesischen Banken machen rund 65 Prozent des Indexgewichts aus.
Zitat & Begründung
„Wobei man jetzt auch sagen muss, dass die der MSCI Indonesia jetzt auch nicht so megatop diversifiziert ist.“
- Drei Banken stellen zusammen etwa 65 Prozent des Indexgewichts.
- Damit hängt der Index stark an einem einzigen Sektor.
- Für Holger ist das ein erhebliches Konzentrationsrisiko.
Deffner & Zschäpitz: KI-Casino-Alarm: Chips vom Tisch oder Schnäppchen kaufen?
Holger Zschäpitz rät von der Windkraft-Aktie PNE ab und verweist auf andere erneuerbare-Energien-Werte. Beim KI-Chip-Thema bleibt er gelassen: Die Warnung des Broadcom-Chefs vor Casino-Mentalität kontert er mit vollen Auftragsbüchern bei ASML und TSMC und sieht bei Micron nach dem Kursrücksetzer noch Luft nach oben. Dietmar Deffner mahnt dagegen ein zu großes KI-Klumpenrisiko im Depot an und erwartet für die kommende Woche einen festeren DAX, während Zschäpitz kurzfristig mit einem Rücksetzer rechnet.
Empfohlen
Für risikofreudigere Anleger hält Zschäpitz Micron nach dem Kursrücksetzer für interessant, solange die Nachfrage nach deren Chips anhält.
Zitat & Begründung
„Wenn man's ein bisschen riskanter will, nimmt man vielleicht auch eine Micron, wenn deren Chips weiter gefragt sind. Die ist jetzt auch so weit runterkommt, da geht noch was.“
- Viele Tech-Bewertungen sind nach der Schwächewoche deutlich günstiger geworden.
- Micron ist stark gefallen, die Chip-Nachfrage bleibt aus seiner Sicht intakt.
- Deshalb "da geht noch was" – als risikoreichere Variante.
Deffner kürt die italienische Digital-Holding zu seinem "Bullen der Woche", weil sie gefallene Digitalmarken einsammelt und Berkshire den Anteil aufgestockt hat.
Zitat & Begründung
„Mein Bulle der Woche kommt auch aus dem Digitalbereich. Die sind aber eher so ein im Digitalen. Die sammeln eher die gefallenen Stars des letzten Booms ein.“
- Bending Spoons kauft bekannte Digitalmarken wie AOL oder Evernote günstig ein.
- Berkshire hat das Investment um 330 Millionen erhöht und hält nun 4 Prozent.
- Das zog andere Anleger an, die Aktie legte mitten im Tech-Beben rund 50 Prozent zu.
Deffner erwartet, dass der DAX in der kommenden Woche an die Erfolge der letzten Woche anknüpft und weiter zulegt.
Zitat & Begründung
„ich glaube, dass der der DAX noch mal an die Erfolge dieser Woche anknüpft und wieder zulegt“
- Der DAX konnte sich dem Tech-Ausverkauf entziehen und legte 2,1 Prozent zu.
- Traditionelle Branchen wie Gesundheit und Konsum waren gefragt.
- Mit der startenden Berichtssaison sollte der Index weiter steigen.
Abgeraten
Zschäpitz rät von PNE ab: Gewinnwarnung, sinkende Preise durch zu viele Windparkbetreiber und fehlende Netzanschlüsse – andere Erneuerbare-Werte seien die bessere Wahl.
Zitat & Begründung
„Also das würde ich lieber lassen, da würde ich vielleicht lieber andere erneuerbare Energieaktien kaufen, deswegen, wer der Woche PNE.“
- PNE senkt die Prognose, der Gewinn bricht um 42 Prozent ein.
- Zu viele Betreiber drücken die Preise, oft fehlen Netzanschlüsse.
- Auch für 2027 wurden die Analystenprognosen gesenkt – daher lieber andere Erneuerbare-Aktien.
Zschäpitz rechnet nach dem kräftigen Wochenplus des DAX kurzfristig mit einem Rücksetzer.
Zitat & Begründung
„Ich würd sagen, nächste Woche, nee, jetzt geht's mal wieder runter.“
- Der DAX hat in der vergangenen Woche deutlich zugelegt.
- Der Vorsprung gegenüber dem S&P 500 war ungewöhnlich groß.
- Deshalb erwartet er für die nächste Woche wieder niedrigere Kurse.
Fazit
Die Podcasts liefern diese Woche vor allem Warnungen: CoreWeave und Tesla stehen bei mehreren Sprechern unabhängig auf der Risikoliste, begründet mit Schulden, Refinanzierung und Bewertung. Bei China und Gold widersprechen sich die Sprecher offen – wer beiden Seiten folgt, findet keine einheitliche Linie. Auffällig ist, dass mehrere Aussagen als beiläufige Bemerkungen fallen und nicht als ausgearbeitete Empfehlung. Es handelt sich durchweg um die Meinungen der Podcast-Sprecher, nicht um Tatsachen oder Anlageempfehlungen.
Selbst investieren
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Hinweis: Dieser Artikel fasst automatisiert ausgewertete Aussagen aus Podcast-Folgen zusammen und kann Fehler enthalten. Er gibt die Meinungen der Podcast-Sprecher wieder, nicht die von Block-Builders.de, und ist keine Anlageberatung. Alle Zitate mit Zeitmarke findest du im Podcast-Radar.