Die US-Aktienindexe Nasdaq und S&P 500 erleben Kursstürze, Bitcoin und Ethereum rutschen tief ins Minus. Europas größter Vermögensverwalter Amuni tokenisiert bei ETH. Hyperliquid in den USA? Das Block-Builders Briefing.
BITCOIN
Bitcoin steht am Freitagmorgen bei etwa 75.500 Dollar, 6 Prozent Tagesminus. Die Bitcoin ETFs meldeten vom Börsendonnerstag 430 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.
Die Serie von Krypto Hacks in diesem Jahr scheint schier unendlich und führt zu der Frage: Lassen sich Bitcoin und Co. nicht gegen solche Ereignisse versichern? Soter Insure tritt mit einem solchen Konzept an und meldet aktuell, dass sich mit der SBI Group und Standard Chartered prominente Namen an einer Finanzierungsrunde beteiligen. Schon im im Juli hatte Soter Insure als Ziel ausgegeben, dabei mindestens 25 Millionen Dollar sowie mehr als 500 Bitcoin und 2.000 Ethereum einzusammeln. Nun sieht sich der Versicherer laut CEO Henson Orser in der Lage, Policen bis 5 Millionen Dollar, 200 Bitcoin oder 2.000 Ethereum anzubieten. Dabei arbeitet man mit Lizenzen aus Dubai und Bermudas. Die von DeFiLlama aufgelisteten Schadensummen der Krypto Hacks 2027 zeigen allerdings: Mit den Höchstgrenzen der Versicherungen von Soter Insure ist das Angebot allenfalls für kleinere Markteilnehmer und Family Offices interessant, bei Angriffen wie auf Binance und Mercado Bitcoin ging es um ganz andere Summen.
ETHEREUM
Ethereum notiert am Freitagmorgen bei gut 2.200 Dollar, 8 Prozent Tagesminus. Die Ethereum ETFs verzeichneten am Börsendonnerstag 100 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.
Europas größter Vermögensverwalter Amundi setzt technologisch auf Ethereum. Laut Pressemitteilung wird eines der Flaggschiff Produkte, der STOXX Europe 600 Index, tokenisiert auf der ETH Blockchain abgebildet. Der Index versammelt die 600 größten europäischen Unternehmen. Amundi schreibt, die Tokenisierung des STOXX 600 sei der erste Schritt für diese Anlageklasse in einer digitalen Strategie. Bei der Umsetzung für Ethereum habe man mit Experten von CACEIS kooperiert. Beide Finanzunternehmen sind in Frankreich heimisch. Amundi hatte sich in Sachen Tokenisierung nach eigenen Angaben bislang auf Stablecoins und Geldmanagement beschränkt, nun kommen Investmentmöglichkeiten dazu. Daten von rwa.xyz zeigen, dass der Markt für tokenisierte Wertpapiere rasant wächst und Milliardensummen erreicht hat. Je nach Sparte entfallen davon bis zu 50 Prozent der Umsätze auf das Ethereum Ökosystem. Amundi will sein Angebot dort ausbauen und verspricht parallel, die Ethereum Lösungen werden komplett in die existierenden Modelle integeriert. Als wichtige Vorteile bei der Tokenisierung gelten 24/7 Handelsmöglichkeiten und niedrige Gebühren. Ethereum steht zudem für hohe Dezentralisierung und damit verbunden für neutrale Zuverlässigkeit.
ALTCOINS
Gewinner des Tages ist Pieverse mit 15 Prozent Plus. Jetzt 40 Prozent Wochenplus für Pieverse zeigen, dass das Konzept von KI-Agenten auf der Blockchain für das Projekt aktuell aufgeht.
Verlierer des Tages ist LayerZero (ZRO) mit 12 Prozent Minus. LayerZero hatte zuletzt durch den Launch seiner eigenen Kryptobörse Atlas gepunktet. Doch das frühere Geschäft als Bridge leidet, jetzt hat sich dort auch ApeChain von ZRO abgewendet.
Gerade erst hatte sich das Krypto-Stimmungsbarometer in die Zone „Neutral“ vorgewagt, nun war der Rückfall in den Bereich „Angst“ keine Überraschung. Die massiven Kursverluste bei Tech- und KI-Aktien in den USA hinterlassen ihre Spuren auch bei Bitcoin und führenden Altcoins wie Ethereum.
AUS DER KRYPTOINDUSTRIE
Hyperliquid (HYPE) bleibt mit 200 Prozent Plus in der Preiskurve seit Jahresanfang der Überflieger der Saison. Aber bislang ist die dezentralisierte Krytobörse mit Fokus auf Perps für Kunden aus den USA gesperrt. Das HYPE Unternehmen Hyperliquid Strategies will das ändern und gibt in seinem Quartalsbericht bekannt, eine FCM-Lizenz zu beantragen. Solche Futures Commission Merchant wickeln in den USA Kundenaufträge an Terminbörsen ab, Hyperliquid Strategies sieht dabei natürlich seinen Namensgeber als Anlaufpunkt. Schon im August hatte US-Präsident Donald Trump die Behörden aufgefordert, Hyperliquid einen legalen Weg für amerikanische Kunden aufzuzeigen. Auch die New Yorker Börse arbeitet in Kooperation mit TradeXYZ daran, bestimmte Hyperliquid Märkte in ihre Angebote einzubinden. Bloomberg Experte James Seyffart kommentiert den Schritt von Hyperliquid Strategies mit dem Hinweis auf „Onshore“, also einer Unternehmung mit konkreter Adresse. Denn Hyperliquid steht bislang als dezentralisierter Marktplatz eigentlich für „Offshore“ ohne Ansprechpartner oder Adresse für Regulierungsbehörden. Hyperliquid Strategies hingegen ist an der Nasdaq gelistet und kann sich so um eine FCM-Lizenz bemühen.
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