Nvidia und Microsoft führen die Empfehlungslisten der deutschen Finanz-Podcasts, während Rheinmetall und offene Immobilienfonds am häufigsten kritisch bewertet werden. In 46 ausgewerteten Folgen zeigt sich ein klarer Schwerpunkt auf KI- und Tech-Werten – bei einzelnen Titeln gehen die Meinungen jedoch deutlich auseinander.
Meistempfohlen und meistgewarnt
Am häufigsten empfohlen
Nvidia6 PodcastsMicrosoft6 PodcastsAmazon5 PodcastsAlphabet5 PodcastsS&P 5005 PodcastsApple4 PodcastsMSCI World ETF4 PodcastsAnthropic3 Podcasts
Am häufigsten abgeraten
Rheinmetall3 PodcastsApple3 PodcastsOffene Immobilienfonds2 PodcastsAnthropic2 PodcastsÖl2 PodcastsOpenAIPumaReddit
Was die Podcasts diese Woche bewegt
Die dominierenden Themen sind KI-Infrastruktur und breite Index-Anlagen. Nvidia und Microsoft nennen je sechs Podcasts als Empfehlung, Amazon und Alphabet je fünf, der S&P 500 ebenfalls fünf. Philipp Klöckner (Doppelgänger Tech Talk) begründet seine Position bei Hyperscalern damit, dass das KI-Zeitalter dauerhaft mehr Rechenleistung brauche und sich diese mit guten Margen vermieten lasse. Klaus Matzia (Money Train – DER AKTIONÄR) hält Nvidia bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 für günstig bewertet. Der MSCI World ETF taucht viermal auf, unter anderem bei Klöckner als Empfehlung für eine größere Erbschaftssumme per Einmalanlage.
Widersprüche gibt es vor allem bei Apple und Anthropic: Beide stehen gleichzeitig auf der Empfehlungs- und der Ablehnungsliste. Apple nennen vier Podcasts positiv, drei raten ab. Anthropic befürworten drei Sprecher, zwei lehnen es ab – Klöckner würde den KI-Anbieter unter einer Billion US-Dollar Bewertung kaufen, während andere offenbar Vorbehalte haben. Bei Nvidia setzt Matzia auf weiteres Wachstum, während die Verkaufsempfehlung für CoreWeave aus einer früheren Folge inzwischen einen Kursrückgang von 29,5 Prozent verzeichnet. Holger Graf und Thomas Kehl (Marktgeflüster) nennen offene Immobilienfonds „Scheißprodukte“ und verweisen auf Verkaufssperren und jahrelange Abwicklungen – eine deutliche Warnung, die zwei weitere Podcasts teilen.
Die klaren Empfehlungen der Woche
Hat Bitcoin im Bereich von 67.000 Dollar bei sehr schlechtem Sentiment gekauft, weil eine RSI-Divergenz und erste Bodensignale für einen Einstieg vor der Masse sprachen.
Zitat & Begründung
„Also wir haben Bitcoin bei 67000, so was die Größenordnung gekauft. Die Stimmung war sehr, sehr schlecht.“
- Kauf um 67.000 Dollar bei sehr schlechter Stimmung im Markt
- RSI-Divergenz beim Jahrestief wertet er als Signal der Bodenbildung
- Ziel ist, vor der Masse investiert zu sein und die große Bewegung mitzunehmen
Holger Graf und Thomas Kehl warnen vor offenen Immobilienfonds: Sie nennen sie 'Scheißprodukte' und verweisen auf Verkaufssperren und jahrelange Abwicklungen bei Fonds wie Grundbesitz Europa.
Zitat & Begründung
„Richtiges Scheißprodukt, genau.“
- Grundbesitz Europa notiert an der Börse weit unter dem Net Asset Value
- Nur rund 10 Prozent der Anteile werden exekutiert, der Rest wird gestrichen
- Kehl verweist auf den jahrelang abgewickelten SB Immo Invest
Beck nennt den von ihm mitentwickelten Patent-Small-Cap-ETF als Produkt, auf das er besonders stolz ist – seit zwei Jahren investierbar und mit Outperformance.
Zitat & Begründung
„X-Trackers hat einen ETF drauf aufgelegt. X-Trackers World Small Cap GTI, Green Transition Innovators. Und der liefert eine super Outperformance.“
- Der Index gewichtet Small Caps nach Patentaktivität der letzten drei Jahre.
- Seit zwei Jahren ist der ETF laut Beck investierbar.
- Er lief gegenüber Small-Cap-Benchmarks deutlich besser.
Klöckner bleibt long bei Hyperscalern, weil das KI-Zeitalter dauerhaft mehr Compute braucht und die Hyperscaler diesen mit guten Margen vermieten – auch Open-Source-Modelle liefen dort.
Zitat & Begründung
„Das heißt, ich bleib Long Hyperscaler. Ich bleib auch Long Entropic.“
- KI-Nachfrage werde nicht einbrechen, sondern weiter wachsen.
- Auch Open-Source-Modelle würden auf Hyperscaler-Infrastruktur berechnet.
- Die Hyperscaler vermieten Compute aktuell mit guten Margen.
Klöckner würde Anthropic unter einer Billion Dollar Bewertung kaufen – das sei rund das Zwölffache des Umsatzes und für ein schnell wachsendes, cashflow-positives Unternehmen attraktiv.
Zitat & Begründung
„Wer Entropic Public unter 1 Billion würde ich's kaufen, ehrlich gesagt.“
- Eine Billion Dollar entspräche etwa dem Zwölffachen des Umsatzes.
- Anthropic wächst schnell und erwirtschaftet positiven Cashflow.
- Ein moderierter Data-Center-Ausbau schadet dem Geschäftsmodell nicht, knapper Compute könnte die Preise sogar stützen.
Klöckner hat Cloudflare im Kursrückgang nachgekauft; 40 Prozent unter dem Hoch sei ein guter Einstieg, und der anschließende Quartalsbericht bestätigte ihn.
Zitat & Begründung
„Ich habe diesen diesen Dip bisschen genutzt, ein paar Sachen zu zu kaufen, unter anderem Cloudflair“
- Die Aktie lag rund 40 Prozent unter ihrem Hoch.
- Cloudflare hat das Wachstum zuletzt wieder beschleunigt.
- Der Dip bot ihm einen günstigen Nachkauf-Zeitpunkt.
Für eine große Erbschaftssumme hält Klöckner breite ETFs per Einmalanlage weiterhin für die beste Anlage – Timing sei nicht möglich, Cash liegen zu lassen koste durch Inflation.
Zitat & Begründung
„Also prinzipiell bleibt ETF und die Einmalzahlung auch die beste Anlage.“
- Märkte lassen sich nicht timen, auch nicht nach einem Rücksetzer.
- Rumliegendes Cash verliert durch Inflation an Wert.
- Eine Einmalzahlung in ETFs bleibt für ihn die beste Option.
Hält PayPal für deutlich unterbewertet und setzt auf Aktienrückkäufe, Kostensenkungen sowie eine mögliche Übernahme; er ist investiert und hat nachgekauft.
Zitat & Begründung
„Die Aktie war dann so billig, dass ich drin geblieben bin und sogar noch nachgekauft hab.“
- Stefan Waldhauser hält die Aktie für so billig, dass er trotz enttäuschender Entwicklung investiert blieb.
- Er hat sogar nachgekauft und erwartet Wertrealisierung durch Rückkäufe, Kostensenkungen oder Übernahme.
- Deshalb bezeichnet er PayPal als große Halteposition für unruhige Börsenzeiten.
Sieht in People Inc. einen Sum-of-the-Parts-Value-Fall: MGM-Anteil plus Cash seien mehr wert als die Aktie, der Rest komme gratis; er hält eine große Position.
Zitat & Begründung
„eine große Halteposition, wo ich sehr, sehr optimistisch bin.“
- Der MGM-Anteil und die Cashposition seien zusammen mehr wert als die gesamte Marktkapitalisierung.
- Das digitale Verlagshaus und andere Beteiligungen bekomme man als Aktionär quasi kostenlos.
- Stefan Waldhauser erwartet eine Auflösung oder Entflechtung in den nächsten Jahren und bleibt optimistisch investiert.
Ist bei Angi ausgestiegen, weil er das Vertrauen in die Plattform und die Refinanzierung der Schulden verloren hat; rät, einen Verkauf zu prüfen.
Zitat & Begründung
„Ich bin ausgestiegen, als der alte CEO sein Vertrauen zumindest bei mir verloren hatte“
- Der CEO habe die Plattform neu bauen wollen, Stefan Waldhauser habe das Vertrauen verloren.
- Die für 2028 fällige Finanzierung sei zu den alten Konditionen kaum verlängerbar.
- Deshalb sei er ausgestiegen und würde das Geld eher anders investieren.
Hält Netflix trotz des Kursrückgangs für nicht attraktiv bewertet: EV/FCF von 23 sei bei nachlassendem Wachstum zu teuer; er würde nicht einsteigen.
Zitat & Begründung
„Ich hab kurz die Zahlen angeschaut und keine attraktive Bewertung gefunden.“
- Stefan Waldhauser findet keine attraktive Bewertung bei Netflix.
- Ein Enterprise Value zu Free Cashflow von 23 sei für ein Wachstumsprofil von 14 bis 15 Prozent zu hoch.
- Deshalb bleibe er an der Seitenlinie und kaufe nicht.
Bei einem KGV von 19 sei Nvidia ein Einstiegspreis – wer jetzt nicht kauft, habe die KI-Geschichte nicht verstanden; weitere Rückschläge seien verkraftbar.
Zitat & Begründung
„Wer bei 19 eine NVIDIA nicht kauft, hat die Geschichte nicht verstanden aus meiner Sicht. Das kann vielleicht noch mal ein bisschen runtergehen, aber für mich sind das jetzt Einstiegspreise.“
- Nvidia steht laut Matzia aktuell bei einem KGV von 19.
- Im Vergleich zu SAP (KGV 30) sei die Bewertung günstig.
- Deshalb seien die aktuellen Kurse für ihn Einstiegspreise.
Gewinner und Verlierer seit der Empfehlung
Seit ihrer Empfehlung am besten entwickelt haben sich Moderna mit plus 27,0 Prozent, Bayer mit plus 26,4 Prozent und Duolingo mit plus 25,3 Prozent. Die Verkaufsempfehlung für CoreWeave liegt mit minus 29,5 Prozent im Minus – aus Sicht der Warner also im richtigen Bereich.
| Wert | Einschätzung | Podcast | Seit Folge |
|---|---|---|---|
| CoreWeave | Verkaufen | Wall Street mit Markus Koch | -29,5 % |
| Moderna | Kaufen | Mission Money | +27,0 % |
| Bayer | Kaufen | Handelsblatt Today | +26,4 % |
| Duolingo | Kaufen | Wall Street mit Markus Koch | +25,3 % |
| CoreWeave | Verkaufen | Money Train – DER AKTIONÄR | -25,3 % |
| Marvell Technology | Kaufen | Erichsen Geld & Gold | -48,7 % |
| Intel | Kaufen | Bulle & Mensch | -46,2 % |
| CoreWeave | Kaufen | Alles auf Aktien | -33,4 % |
| Micron | Kaufen | echtgeld.tv | -33,4 % |
| Micron | Kaufen | Wall Street mit Markus Koch | -33,4 % |
Trefferquote der Podcasts
Wie haben sich die klaren Kauf- und Verkaufsempfehlungen entwickelt? Gemessen wird der Kurs 7 Tage nach der Folge gegenüber dem letzten Schlusskurs vor der Veröffentlichung – bei „Verkaufen“ zählt ein fallender Kurs als Treffer. Eine Trefferquote zeigen wir erst ab 20 gemessenen Empfehlungen, vorher ist sie nicht aussagekräftig.
| Podcast | Gemessen | Trefferquote | Ø Entwicklung |
|---|---|---|---|
| Alles auf Aktien | 53 / 58 | 55 % | -0,2 % |
| Deffner & Zschäpitz | 29 / 38 | 55 % | +1,7 % |
| Bulle & Mensch | 25 / 26 | 48 % | -0,7 % |
| Money Train – DER AKTIONÄR | 14 / 22 | noch 6 Messungen nötig | – |
| echtgeld.tv | 10 / 14 | noch 10 Messungen nötig | – |
| Leben mit Aktien | 8 / 8 | noch 12 Messungen nötig | – |
| Asset Class | 6 / 6 | noch 14 Messungen nötig | – |
| Finanzen ganz einfach | 5 / 5 | noch 15 Messungen nötig | – |
| Marktgeflüster | 5 / 5 | noch 15 Messungen nötig | – |
| Erichsen Geld & Gold | 4 / 9 | noch 16 Messungen nötig | – |
| Doppelgänger Tech Talk | 3 / 8 | noch 17 Messungen nötig | – |
| Wall Street mit Markus Koch | 2 / 3 | noch 18 Messungen nötig | – |
| Mission Money | 1 / 1 | noch 19 Messungen nötig | – |
| Handelsblatt Today | 1 / 1 | noch 19 Messungen nötig | – |
| OHNE AKTIEN WIRD SCHWER | 0 / 1 | noch 20 Messungen nötig | – |
Fazit
Die Podcast-Szene ist sich bei KI- und Tech-Werten weitgehend einig, bei Apple und Anthropic jedoch gespalten. Kursgewinne seit einer Empfehlung sind Momentaufnahmen und belegen keine Treffsicherheit – erst ab etwa 20 Messungen wäre eine Bilanz aussagekräftig. Alle genannten Einschätzungen sind Meinungen der Sprecher, keine Anlageempfehlung.
Alle Folgen, Zitate und Zeitmarken findest du im Podcast-Radar.
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Hinweis: Automatisch aus Podcast-Transkripten ausgewertet, Fehler sind möglich. Die Aussagen geben die Meinungen der Podcast-Sprecher wieder, nicht die von Block-Builders.de, und sind keine Anlageberatung.