Ledger Hack zieht Kreise, Bitcoin Steuer Beratung verzögert — Block-Builders Briefing

Ledger Hack zieht Kreise, Bitcoin Steuer Beratung verzögert — Block-Builders Briefing

Ledger Hardware Hack führt bei MediaMarkt und Saturn zu Verkaufsstopp, auch Trezor reagiert. Berliner Kabinett verschiebt Beratung über Bitcoin Steuer. Ethereum Name Service Version 2 deutet sich an. Das Block-Builders Briefing.

BITCOIN

Die Bitcoin Preiskurve pendelt am Mittwochmorgen wie am Vortag dicht bei 83.500 Dollar. Die Bitcoin ETFs verzeichneten am Börsendienstag 176 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss.

Die Große Koalition in Berlin wird am morgigen Donnerstag nicht wie geplant über die Bitcoin Steuer beraten. Der gutinformierte FDP-Politiker Frank Schäffler hat erfahren, dass das Projekt vorerst in der „Ressortabstimmung“ festhängt und die zuvor angekündigte Behandlung im Kabinett nicht auf der Tagesordnung steht. Am Montag hatte der deutsche Bundestag die Anhörung zu der Petition  gegen die Bitcoin Steuer veranstaltet, dabei waren von politischer Seite Zweifel an dem Vorhaben aus den Reihen der CDU zu hören. Die Initiatorin der Petition, Nicole Nowak, fragt sich auf X, ob diese Anhörung vielleicht zur Verschiebung geführt hat. Die Kryptoszene lehnt die Abschaffung der Haltefrist für Bitcoin ab, welche den Verkauf von BTC nach einjährigem Besitz steuerfrei stellt. Das Finanzministerium unter Lars Klingbeil (SPD) hingegen will die Bitcoin Steuer im Schnelldurchgang durchpeitschen, damit sie schon zum 1. Januar in Kraft treten kann. Zumindest der Zeitplan könnte nun unrealistisch werden.

ETHEREUM

Ethereum notiert am Mittwochmorgen bei rund 2.500 Dollar, keine Veränderung zum Vortag. Die Ethereum ETFs meldeten vom Börsendienstag  25 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss.

Der Ethereum Name Service ist seit 2017 live, 2021 kam die Kryptowährung ENS dazu. Die Idee dahinter: ETH Nutzer können eine Internet-Domain mit dem Kürzel .eth ersteigern und diese beispielsweise dann angeben, wenn sie Zahlungen empfangen wollen. Rund 1 Millionen solcher aktiven ETH-Adressen gibt es mittlerweile. Als Kapitalanlage hat sich der ENS Altcoin zwar nicht bewährt mit Notierungen von gut 90 Prozent unter dem  Allzeithoch aus 2021. Aber jetzt dürfte er als Stimmzettel in seiner Funktion als Governance Token wichtig werden, denn der Vorschlag für einen ENS Version 2 liegt vor und wird auch schon auf der Webpräsenz angepriesen. Doch zuvor muss der Vorstoß von Mitgründer Nick Johnson in einem Referendum abgesegnet werden, was mindestens 1 Prozent Wahlbeteiligung erfordert. Mit ENS Version 2 würde der Ethereum Name Service komplett in die Selbstverwaltung übergehen, die Labs von Johnson wollen sich offenbar zurückziehen. Erste Reaktionen befürworten das Update des Ethereum Name Service, ein Datum für das Referendum liegt aber noch nicht vor. 

ALTCOINS

Gewinner des Tages ist Monero (XMR) mit 3 Prozent Tagesplus, Hauptkonkurrent Zcash (ZEC) liegt mit 2,7 Prozent nur knapp dahinter. Die Sparte Privacy Coins ist ein Topthema des Kryptojahrs 2027, Zcash hat seit Neujahr 140 Prozent Plus gemacht und Monero kommt auf rund 30 Prozent.

Verlierer des Tages ist Celestia (TIA) mit 10 Prozent Tagesminus. Celestia will als ultraschnelle Blockchain für DApps punkten, TIA erlebt nach 55 Prozent Monatsplus jetzt Preiskorrektur.

Das Krypto-Stimmungsbarometer hält sich in der Zone „Neutral“, weltpolitische Risiken und ein Kryptomarkt ohne größere Impulse sind die Basis. 

AUS DER KRYPTOINDUSTRIE

Der Hardware Hack von Ledger Wallets zieht weiter Kreise. Nachdem in Europa in Läden von MediaMarkt und Saturn manipulierte Ledger Hardware Wallets aufgespürt worden waren, meldet der Hersteller, die Technik-Kette stoppe den Verkauf der Geräte vorerst sowohl online als auch in den Geschäften. In einer anderen Ledger Mitteilung werden Reseller und Vertrieb in Südostasien und Hongkong aufgefordert, Hardware Wallets vorübergehend nicht mehr anzubieten und gegebenenfalls aus den Regalen zu nehmen. Endlich hat sich Ledger CEO Pascal Gauthier zu Wort gemeldet und macht die Aufklärung zu den kompromittierten Wallets zur Chefsache. Doch eine Zahl zu möglicherweise betroffenen Geräten fehlt vonseiten Ledger weiterhin ebenso wie bisher festgestellte Schadensummen. Ledger Kunden sind aufgefordert, ihre Geräte physisch zu prüfen, Anleitungen dazu sind auf dieser Hilfsseite zu finden. Konkurrent Trezor handelt derweil vorsorglich und streicht sein Netz von authorisierten Wiederverkäufern zusammen. Über diese Kanäle sind bei Ledger Hardware Wallets in den Umlauf gekommen, bei denen ein heimlich eingebautes „Spionage Modul“ den Bildschirm mit Eingaben auslesen kann und per Mobilfunk an die Hacker weiterleitet. Experten beziffern die Beute bisher auf mehr als 100 Millionen US-Dollar und den Vertrauensverlust für Ledger auf unermesslich. 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*