In zwei am Wochenende veröffentlichten Folgen geht es um Einzelwerte und um die Frage, wie ein Depot im Ernstfall aufgestellt sein sollte. Bei Deffner & Zschäpitz ist United Internet der einzige konkrete Einzelwert – und die Moderatoren kommen zu gegensätzlichen Urteilen. Bei Bulle & Mensch empfiehlt Philipp Vorndran ein Portfolio aus 80 Prozent globalen Aktien, 10 Prozent physischem Gold und rund 10 Prozent Anleihen.
Auf einen Blick: Empfehlungen und Warnungen
| Asset | Einschätzung | Podcast | Sprecher |
|---|---|---|---|
| Globale Aktien | Kaufen | Bulle & Mensch | Philipp Vorndran |
| Gold | Kaufen | Bulle & Mensch | Philipp Vorndran |
| Anleihen | Kaufen | Bulle & Mensch | Philipp Vorndran |
| United Internet UTDI | Meiden | Deffner & Zschäpitz | Holger Zschäpitz |
| Europäische Aktien | Meiden | Bulle & Mensch | Philipp Vorndran |
| Bitcoin BTC | Meiden | Bulle & Mensch | Philipp Vorndran |
| Deutsche Bundesanleihen | Meiden | Bulle & Mensch | Philipp Vorndran |
| United Internet UTDI | Kaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Dietmar Deffner |
| DAX | Kaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Dietmar Deffner |
| US-Aktien | Kaufen (Tendenz) | Bulle & Mensch | Philipp Vorndran |
| DHL Group DHL | Verkaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Holger Zschäpitz |
| US-Staatsanleihen (10 Jahre) | Verkaufen (Tendenz) | Deffner & Zschäpitz | Holger Zschäpitz |
| Tech-Aktien | Meiden (Tendenz) | Bulle & Mensch | Philipp Vorndran |
| KI-Aktien | Meiden (Tendenz) | Bulle & Mensch | Philipp Vorndran |
Alle Folgen und Empfehlungen der letzten Tage findest du in unserem Podcast-Radar.
Was die Podcasts heute bewegt
Ein gemeinsamer Nenner zwischen beiden Folgen ist die Skepsis gegenüber einer zu starken Konzentration auf wenige Technologiewerte. Vorndran nennt die hohe Tech-Gewichtung von 25 bis 40 Prozent in den Indizes ein Klumpenrisiko, Zschäpitz hält eine Jahresendrally in der aktuellen Zinswelt für unwahrscheinlich. Widersprüche gibt es beim Zinsausblick: Zschäpitz hält eine Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von deutlich über 5 Prozent für möglich, Deffner erwartet keinen Anstieg über 5 Prozent. Bei United Internet stehen sich die Moderatoren direkt gegenüber: Deffner sieht die schlimmsten Tage für überstanden, Zschäpitz würde einen Mischkonzern grundsätzlich nicht kaufen. Beim Thema Europa sind sich beide Folgen indirekt einig – Vorndran rät ausdrücklich von einer Übergewichtung ab.
Deffner & Zschäpitz: Tech-Beben: Schnäppchenkurse oder frisst KI die Gewinne?
Bei Deffner & Zschäpitz ist United Internet der einzige konkrete Einzelwert, und die Moderatoren sind sich uneinig. Deffner hält die schlimmsten Tage für überstanden und verweist auf fast 60 Prozent Kursplus in drei Monaten sowie die ausgesetzte Frequenzauktion bei der Tochter 1&1; Zschäpitz würde einen Mischkonzern wie United Internet grundsätzlich nicht kaufen, weil ein Konglomerat stets nach seinem schwächsten Teil bewertet werde. Als "Bär der Woche" nennt Zschäpitz die DHL Group, belastet durch fallende Frachtraten und steigende Treibstoffkosten; dem Management fehle der nötige Drive. Beim Zinsumfeld hält Zschäpitz eine Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von deutlich über 5 Prozent für möglich, Deffner widerspricht. Für den DAX rechnen beide kurzfristig mit einer leichten Erholung, eine Jahresendrally hält Zschäpitz in dieser Zinswelt aber für unwahrscheinlich.
Empfohlen
Deffner sieht den MDAX-Rückkehrer nach fast 60 Prozent Kursplus in drei Monaten und der ausgesetzten Frequenzauktion bei Tochter 1&1 auf dem Weg der Besserung.
Zitat & Begründung
„Also möglicherweise hat United Internet diese Familie aus Deutschland jetzt die schlimmsten Tage hinter sich.“
- United Internet ist nach dem Aufstieg in den MDAX und rund 60 Prozent Kursplus in drei Monaten wieder in den Fokus gerückt.
- Tochter 1&1 profitiert von der ausgesetzten Auktion von Mobilfunkfrequenzen und günstigeren Frequenzen von Vodafone.
- Deffner hält daher die schlimmsten Tage des Konglomerats für überstanden.
Deffner erwartet für die kommende Woche eine positive DAX-Woche, gestützt auf den besser als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerindex und möglichen Rückenwind vom ifo-Geschäftsklima.
Zitat & Begründung
„Ich geh davon aus, dass wir nächste Woche eine positive Woche im DAX erleben werden.“
- Der DAX hat in der Woche rund 2,1 Prozent verloren.
- Der S&P-Global-Einkaufsmanagerindex fiel für Deutschland positiver aus als erwartet.
- Der am Montag erscheinende ifo-Index könnte konjunkturellen Rückenwind bringen.
Abgeraten
Zschäpitz lehnt Mischkonzerne wie United Internet ab: Ein Konglomerat werde stets nach seinem schwächsten Teil bewertet, deshalb kaufe er lieber einzelne Aktien.
Zitat & Begründung
„Für mich ist sowas nix. Ich kaufe mir lieber einzelne Aktie und nicht son Konglomerat, insofern kannst Du sie gern haben.“
- Bei United Internet kommen 1&1, GMX, Web.de und weitere Töchter zusammen.
- Ein Konglomerat werde am schlechtesten Teil gemessen, das sei bislang 1&1 gewesen.
- Deshalb kauft Zschäpitz lieber Einzelaktien statt des Dachwerts.
Zschäpitz kürt die DHL Group zu seinem "Bär der Woche": fallende Frachtraten und steigende Ölpreise belasten Ergebnis und Aktie, dem Management fehle der nötige Drive.
Zitat & Begründung
„Also das kein Glück war, die Frachtraten sind halt gefallen oder stagnieren und das Pech ist, dass jetzt auch noch die Ölpreise steigen“
- Frachtraten fallen oder stagnieren, gleichzeitig steigen die Ölpreise und damit die Treibstoffkosten.
- Zschäpitz verweist auf drohende Umsatz- und Gewinnrückgänge; Wettbewerber FedEx mache es mit seinem Programm besser.
- Er hält die Aktie daher für den Verlierer der Woche.
Zschäpitz hält eine Rendite von deutlich über 5 Prozent bei zehnjährigen US-Staatsanleihen für möglich, weil das Schuldenangebot steigt und Käufer aus China und Saudi-Arabien ausfallen.
Zitat & Begründung
„könnte ich mir vorstellen, dass die langfristige Rendite noch weit über 5 Prozent schießt und das wär der Horror für die Märkte.“
- Die US-Verschuldung von 33 Billionen Dollar bedeutet immer neue Anleiheemissionen.
- Käufer aus China und Saudi-Arabien fehlen oder verkaufen sogar.
- Bei dieser Angebotslage könnte die Rendite über 5 Prozent schießen – ein Albtraum für die Märkte.
Bulle & Mensch: Dein Depot im Ernstfall – Wohin gehst du, wenn es kracht? (Philipp Vorndran)
Philipp Vorndran empfiehlt bei Bulle & Mensch für langfristigen Vermögenserhalt ein Portfolio aus 80 Prozent globalen Aktien, 10 Prozent physischem Gold und rund 10 Prozent Anleihen. Gold hält er trotz eines von ihm geschätzten fairen Werts von 1.600 bis 1.700 US-Dollar je Unze als Versicherung für sinnvoll; bei Anleihen verweist er auf vertretbare Realrenditen nach Steuern und Inflation. Von einer Übergewichtung Europas rät er ab, weil Anleger hier bereits über Immobilie, Altersvorsorge und Regulierung stark exponiert seien; US-Aktien sieht er positiver, warnt aber vor der hohen Tech-Konzentration in den Indizes. Bitcoin hält er für Kunden für ungeeignet, weil er keinen berechenbaren inneren Wert sieht, obwohl er eine eigene Position aus 2015 teilweise hält. Bei KI-Investments ist er derzeit vorsichtig, und zehnjährige Bundesanleihen reichen seiner Ansicht nach für ein 4-Prozent-Rendit…
Empfohlen
Empfiehlt für langfristigen Vermögenserhalt ein Portfolio aus 80 Prozent globalen Aktien, 10 Prozent physischem Gold und rund 10 Prozent Anleihen.
Zitat & Begründung
„dann besteht ein Portfolio heute, zumindest 1 mit dem Ziel des langfristigen Vermögenserhalts, Querstrichmehrung aus 80 Prozent globalen Aktien, 10 Prozent physischem Gold und den Rest, ja, vielleicht inzwischen sogar wieder in“
- Eigenkapital rentiert langfristig deutlich besser als Fremdkapital.
- Global streuen, um Klumpenrisiken und Europa-Übergewicht zu vermeiden.
- Gold und Anleihen ergänzen als Versicherung und Renditebaustein.
Hält 10 Prozent physisches Gold als Versicherung gegen bekannte und unbekannte Kapitalmarktrisiken für sinnvoll, obwohl er den fairen Wert nur bei 1.600–1.700 USD/Unze sieht.
Zitat & Begründung
„Aber diese 10 Prozent, diese sichere Reserve, diese Versicherung, die ist meiner Meinung nach ganz klar in physischer Ware zu halten.“
- Fiat-Geld ist ungedeckt und kann von Notenbanken beliebig vermehrt werden.
- Physisches Gold bleibt im Ernstfall verfügbar und transportierbar.
- Deshalb 10 Prozent als strukturelle Reserve, nicht als Renditebaustein.
Plädiert für rund 10 Prozent Anleihen, weil Unternehmensanleihen nach Steuern und Inflation wieder vertretbare Realrenditen bieten; mehr erst bei höherer Risikoprämie.
Zitat & Begründung
„Ja, das war und jetzt auch langsam wieder Anleihen.“
- Rentenmarkt preist langfristige Inflation und Risiken wieder etwas ein.
- Realwertverlust ist nach Steuern und Inflation nicht mehr so groß.
- Deshalb 10 Prozent, aber noch keine deutliche Aufstockung.
Hat keine grundsätzlichen Bedenken gegen US-Aktien, weil er die USA bei Rohstoffen, Unternehmergeist, Altersvorsorge und Demografie besser aufgestellt sieht als Europa.
Zitat & Begründung
„habe ich mit Investments in US Titeln per se keine Bauchschmerzen?“
- USA sind rohstoffreich und unternehmerisch geprägt.
- Staatsquote und Demografieprobleme sind geringer als in Europa.
- US-Investments daher grundsätzlich unproblematisch.
Abgeraten
Rät davon ab, das Portfolio schwerpunktmäßig in Europa anzulegen, weil er hier bereits über Immobilie, Altersvorsorge und Regulation stark exponiert ist und Europas Wettbewerbsfähigkeit skeptisch sieht.
Zitat & Begründung
„in' Portfolio nicht primär europäische Investments zu tätigen, das ist ja ahnebüchendes Zeug.“
- Europa hat Wettbewerbs-, Arbeitsmarkt- und Demografieprobleme.
- Viele Anleger sind ohnehin stark in Euro und Europa investiert.
- Deshalb nicht primär europäische Investments.
Sieht keinen berechenbaren inneren Wert bei Krypto und würde Bitcoin für Kunden nicht einsetzen; bei 85.000 Dollar fällt ihm ein Einstieg schwer, obwohl er eine 2015er-Position teilweise hält.
Zitat & Begründung
„deswegen ist das ein Investment, das ich für Kunden nie einsetzen würde.“
- Krypto hat keinen klar definierten inneren Wert.
- Eine gedeckte bessere Kryptowährung könnte Bitcoin verdrängen.
- Für Kunden daher ungeeignet; die eigene Altposition bleibt.
Hält zehnjährige deutsche Bundesanleihen für ungeeignet, wenn Anleger nach Steuern mindestens 4 Prozent Rendite brauchen, weil sie nur etwa 3,5 Prozent bringen.
Zitat & Begründung
„dann kommen zehnjährige Bundesanleihen, deutsche Bundesanleihen ja nicht infrage, weil die bringen nur dreieinhalb.“
- Zielrendite nach Inflation und Steuern liegt bei mindestens 4 Prozent.
- Zehnjährige Bundesanleihen rentieren nur rund 3,5 Prozent.
- Damit fallen sie für dieses Renditeziel aus.
Sieht in der hohen Konzentration weniger Tech-Unternehmen von 25 bis 40 Prozent in den Indizes ein Klumpenrisiko, das für ihn nichts mehr mit Diversifikation zu tun hat.
Zitat & Begründung
„Diese diese Bedeutung von wenigen, von 10 bis 15 Unternehmen an diesen Indizes hat heute Niveaus erreicht, die je nach Index zwischen 25 oder teilweise fast 40 Prozent ausmachen.“
- 10 bis 15 Tech-Unternehmen dominieren die großen Indizes.
- Ihr Gewicht erreicht je nach Index 25 bis fast 40 Prozent.
- Das schränkt die Diversifikation aus seiner Sicht stark ein.
Ist bei Investments in KI derzeit vorsichtig, obwohl er die Technologie für disruptiv hält, weil ihm zu viele Fragezeichen und zu viel Euphorie im Markt sind.
Zitat & Begründung
„deswegen bin ich auch sehr vorsichtig, was die aktuelle Situation angeht rund die Investments in die KI.“
- KI ist eine geniale Technologie, die viel verändern wird.
- Aber viele Risiken sind ungeklärt und die Euphorie ist groß.
- Deshalb aktuell vorsichtig bei KI-Investments.
Fazit
Beide Folgen liefern klare Meinungen, aber keine belastbaren Belege für deren Treffsicherheit. Besonders lehrreich ist der offene Widerspruch bei United Internet: Deffner argumentiert mit dem Kursverlauf der vergangenen drei Monate, Zschäpitz mit der Bewertungslogik von Mischkonzernen – beides sind Einschätzungen, keine Tatsachen. Wer die Folgen als Orientierung nutzt, sollte die genannten Risiken – Zinsanstieg, Tech-Konzentration, fehlender innerer Wert bei Bitcoin – mindestens so ernst nehmen wie die Chancen. Es handelt sich ausschließlich um die Meinungen der Podcast-Sprecher.
Selbst investieren
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Hinweis: Dieser Artikel fasst automatisiert ausgewertete Aussagen aus Podcast-Folgen zusammen und kann Fehler enthalten. Er gibt die Meinungen der Podcast-Sprecher wieder, nicht die von Block-Builders.de, und ist keine Anlageberatung. Alle Zitate mit Zeitmarke findest du im Podcast-Radar.