In 43 untersuchten Finanz-Podcasts der vergangenen Woche tauchen Alphabet, Microsoft, MSCI World ETF und Gold jeweils viermal als Empfehlung auf. Bei Alphabet und Anthropic stehen Kauf- und Verkaufsargumente direkt nebeneinander. Für Anleger zeigt das vor allem eines: Wie einheitlich die Themen auch wirken, die Begründungen gehen teils weit auseinander.
Meistempfohlen und meistgewarnt
Am häufigsten empfohlen
Alphabet4 PodcastsMicrosoft4 PodcastsMSCI World ETF4 PodcastsGold4 PodcastsAnthropic3 PodcastsAmazon3 PodcastsSilber3 PodcastsApple2 Podcasts
Am häufigsten abgeraten
Bitcoin2 PodcastsOracle2 PodcastsMercedes-Benz2 PodcastsAnthropic2 PodcastsAlphabet2 PodcastsBASF2 PodcastsDeutsche TelekomPepsi
Was die Podcasts diese Woche bewegt
Dominierend sind zwei Stränge: große US-Tech-Konzerne mit KI-Bezug und defensiv wirkende Bausteine wie Gold, Silber und breite Aktien-ETFs. Philipp Klöckner (Doppelgänger Tech Talk) hält Alphabet und Amazon für aussichtsreich, Christian W. Röhl (echtgeld.tv) hat Alphabet dagegen komplett verkauft und privat halbiert. Bei Microsoft bleibt Röhl investiert, will aber erst bei einem KGV von 30 Gewinne mitnehmen. Philipp Vorndran (Bulle & Mensch) empfiehlt ein Portfolio aus 80 Prozent globalen Aktien, 10 Prozent physischem Gold und rund 10 Prozent Anleihen – und rät von einem Europa-Schwerpunkt ab.
Widersprüche gibt es auch beim Gold. Vorndran hält 10 Prozent physisches Gold für sinnvoll, obwohl er den fairen Wert nur bei 1.600 bis 1.700 US-Dollar je Unze sieht. Lars Erichsen (Erichsen Geld & Gold) nennt die laufende Korrektur kaufenswert. Christian Wienkamp (OHNE AKTIEN WIRD SCHWER) gewichtet Gold dagegen mit null, weil es kein produktives Kapital sei, und lehnt auch Bitcoin aus demselben Grund ab. Bei Anthropic steht eine Zeichnungsabsicht von Holger Zschäpitz (Alles auf Aktien) zwei ablehnenden Podcasts gegenüber. Wer nur die Empfehlungszahlen zählt, übersieht diese Konflikte.
Die klaren Empfehlungen der Woche
Empfiehlt für langfristigen Vermögenserhalt ein Portfolio aus 80 Prozent globalen Aktien, 10 Prozent physischem Gold und rund 10 Prozent Anleihen.
Zitat & Begründung
„dann besteht ein Portfolio heute, zumindest 1 mit dem Ziel des langfristigen Vermögenserhalts, Querstrichmehrung aus 80 Prozent globalen Aktien, 10 Prozent physischem Gold und den Rest, ja, vielleicht inzwischen sogar wieder in“
- Eigenkapital rentiert langfristig deutlich besser als Fremdkapital.
- Global streuen, um Klumpenrisiken und Europa-Übergewicht zu vermeiden.
- Gold und Anleihen ergänzen als Versicherung und Renditebaustein.
Hält 10 Prozent physisches Gold als Versicherung gegen bekannte und unbekannte Kapitalmarktrisiken für sinnvoll, obwohl er den fairen Wert nur bei 1.600–1.700 USD/Unze sieht.
Zitat & Begründung
„Aber diese 10 Prozent, diese sichere Reserve, diese Versicherung, die ist meiner Meinung nach ganz klar in physischer Ware zu halten.“
- Fiat-Geld ist ungedeckt und kann von Notenbanken beliebig vermehrt werden.
- Physisches Gold bleibt im Ernstfall verfügbar und transportierbar.
- Deshalb 10 Prozent als strukturelle Reserve, nicht als Renditebaustein.
Rät davon ab, das Portfolio schwerpunktmäßig in Europa anzulegen, weil er hier bereits über Immobilie, Altersvorsorge und Regulation stark exponiert ist und Europas Wettbewerbsfähigkeit skeptisch sieht.
Zitat & Begründung
„in' Portfolio nicht primär europäische Investments zu tätigen, das ist ja ahnebüchendes Zeug.“
- Europa hat Wettbewerbs-, Arbeitsmarkt- und Demografieprobleme.
- Viele Anleger sind ohnehin stark in Euro und Europa investiert.
- Deshalb nicht primär europäische Investments.
Erichsen bleibt langfristig bullish für Gold, hält die aktuelle Korrektur für kaufenswert und will physische Bestände halten; aktive Positionen sichert er mit Stopps.
Zitat & Begründung
„Ansonsten bleibe ich bullish für Gold“
- Die 1980er-Parallele sei zwar vorhanden, doch Zentralbanken kauften weiter und Gold mache nur rund 3 Prozent der Portfolios aus.
- Deshalb sei Gold international noch kein Crowded Trade; er bewertet den Rücksetzer als vorübergehend und kaufenswert.
- Physisches Gold lässt er liegen, aktive Goldpositionen begrenzt er per Stopp unter etwa 3770 Dollar.
Will Anthropic beim IPO unbedingt zeichnen, weil er Wachstum, Effizienz und Firmenkultur für außergewöhnlich hält und selbst bei 1,5 Billionen Bewertung Aufwärtspotenzial sieht.
Zitat & Begründung
„dass ich's unbedingt zeichnen werde. Ich bin ein Riesenanthroposoph.“
- Zschäpitz hält Anthropics Wachstum und den geringen Kapitaleinsatz für beeindruckend.
- Er verweist auf Firmenkultur und ein mögliches Ökosystem in Biotech und anderen Feldern.
- Deshalb will er die IPO-Zeichnung unbedingt mitmachen und sieht selbst bei 1,5 Billionen Dollar Luft nach oben.
Statt Direct Lending setzt Wienkamp auf Nischen wie Musikrechte, Flugzeug- und Schifffahrtsfinanzierung und erwartet 8 bis 10 Prozent auf Portfolio- und 10 bis 15 Prozent auf Einzelasset-Ebene.
Zitat & Begründung
„da sehen wir in dem Private Credit Fall, dass wir damit auch eine Zusatzrendite über Private über High Yield erwirtschaftet haben.“
- Direct Lending an dieselben Firmen wie im Private-Equity-Portfolio bringe Risiko ohne Upside.
- Deshalb baute Perpetual seit 2018 ein breit gestreutes Alternative-Credit-Portfolio auf.
- Auf Portfolioebene liegt die Zielrendite bei 8 bis 10 Prozent, übertroffen wurde High Yield.
Gold hat bei Perpetual ein Gewicht von null: Es sei kein produktives Kapital, der Preis hänge von Stimmung und Zentralbankkäufen ab – wer Gold wolle, solle es physisch halten.
Zitat & Begründung
„Und und das erscheint mir nicht sinnvoll im Portfoliokontext.“
- Perpetual will produktives Kapital finanzieren und daraus Rendite ziehen.
- Bei Gold fehlt ein Discounted Cashflow als Bewertungsgrundlage.
- Investoren, die Gold wollen, empfiehlt Wienkamp physischen Besitz.
Für Bitcoin gilt für Wienkamp dasselbe wie für Gold: keine Discounted Cashflows, der Preis folge allein der Stimmung – deshalb spielt es in der Portfoliokonstruktion keine Rolle.
Zitat & Begründung
„wenn man jetzt mal ganz klassisch auf Bitcoin schaut, dann gilt das da ganz genauso. Weswegen das für uns in der Portfoliokonstruktion keine Rolle spielt“
- Bitcoin lässt sich laut Wienkamp nicht über Cashflows bewerten.
- Der Preis wird von Stimmung getrieben.
- Damit fällt es als Baustein für das Portfolio weg.
Klöckner ist ausdrücklich „Google Long“, hält Alphabet-Aktien und sieht Google trotz des Kursrückgangs als eines der am besten positionierten Unternehmen im KI-Zeitalter.
Zitat & Begründung
„ich bin Google Long. Ich glaube an Google, ich besitz Google Aktien.“
- Umsatz plus 25 Prozent und eine operative Marge von 31,8 Prozent – die Zahlen seien solide.
- Google Cloud verdoppelt den Umsatz und ist mit 36 Prozent Marge profitabler als der Konzern.
- Die hohen Investitionen seien richtig, weil Nichtstun das eigene Kerngeschäft gefährde.
Klöckner ist auch für Amazon bullish: Das Stammgeschäft hält er für schwer disruptierbar, AWS wachse mit 40 Prozent bei 40 Prozent Marge.
Zitat & Begründung
„Also ich bin ehrlich gesagt auch für Amazon bullish.“
- Das Umsatzwachstum von 20 auf 12 Prozent erklärt sich aus dem verschobenen Prime Day.
- AWS wächst mit 39 Prozent und liefert rund zwei Drittel der Amazon-Gewinne.
- Der negative Free Cashflow durch CapEx ändert nichts an seiner bullischen Einschätzung.
Röhl hat Alphabet im Echtgeld-TV-Depot komplett verkauft und privat halbiert, weil er nach den hohen KI-Investitionen und der Cashflow-Belastung Enttäuschungen erwartet.
Zitat & Begründung
„Ich hatte ja die Aktie in in im Echtgeld TV Depot verkauft, komplett in meinem privaten Depot dann in der Tat auch reduziert“
- Alphabet hat hohe KI-Investitionen und sinkende Cashflows.
- Er sieht dadurch Risiken und mögliche Enttäuschungen.
- Deshalb hat er die Aktie verkauft und reduziert.
Microsoft überzeugt ihn mit starkem Azure-Wachstum und niedrigeren Investitionen als erwartet; er bleibt investiert und würde erst bei einem KGV von 30 Gewinne mitnehmen.
Zitat & Begründung
„Und vor dem Hintergrund bleib ich da jetzt auch erst mal noch investiert.“
- Azure wächst 48 Prozent und die Investitionen liegen unter den Erwartungen.
- Das spricht für Microsoft und stützt die Position.
- Er bleibt investiert; bei einem KGV von 30 würde er Gewinne realisieren.
Gewinner und Verlierer seit der Empfehlung
Seit ihrer Empfehlung am besten entwickelt hat sich Nike mit plus 18,7 Prozent, während die Verkaufsempfehlungen zu Seagate (minus 31,8 Prozent), Applied Digital (minus 25,2 Prozent) und Western Digital (minus 20,1 Prozent) im Rückblick günstig lagen. Solche Einzelwerte sind Momentaufnahmen und belegen keine Treffsicherheit.
| Wert | Einschätzung | Podcast | Seit Folge |
|---|---|---|---|
| Seagate Technology | Verkaufen | Wall Street mit Markus Koch | -31,8 % |
| Applied Digital | Verkaufen | Wall Street mit Markus Koch | -25,2 % |
| Western Digital | Verkaufen | Wall Street mit Markus Koch | -20,1 % |
| Nike | Kaufen | Alles auf Aktien | +18,7 % |
| Nike | Kaufen | OHNE AKTIEN WIRD SCHWER | +18,7 % |
| IREN | Kaufen | Alles auf Aktien | -42,6 % |
| Intel | Kaufen | Bulle & Mensch | -37,2 % |
| Marvell | Kaufen | Wall Street mit Markus Koch | -31,6 % |
| ServiceNow | Kaufen | Wall Street mit Markus Koch | -30,0 % |
| Marvell Technology | Kaufen | Erichsen Geld & Gold | -28,7 % |
Trefferquote der Podcasts
Wie haben sich die klaren Kauf- und Verkaufsempfehlungen entwickelt? Gemessen wird der Kurs 7 Tage nach der Folge gegenüber dem letzten Schlusskurs vor der Veröffentlichung – bei „Verkaufen“ zählt ein fallender Kurs als Treffer. Eine Trefferquote zeigen wir erst ab 20 gemessenen Empfehlungen, vorher ist sie nicht aussagekräftig.
| Podcast | Gemessen | Trefferquote | Ø Entwicklung |
|---|---|---|---|
| Alles auf Aktien | 45 / 55 | 56 % | -0,2 % |
| Deffner & Zschäpitz | 27 / 29 | 56 % | +1,6 % |
| Bulle & Mensch | 23 / 25 | 48 % | -0,8 % |
| Money Train – DER AKTIONÄR | 11 / 14 | noch 9 Messungen nötig | – |
| Asset Class | 6 / 6 | noch 14 Messungen nötig | – |
| Marktgeflüster | 5 / 5 | noch 15 Messungen nötig | – |
| Erichsen Geld & Gold | 4 / 6 | noch 16 Messungen nötig | – |
| Doppelgänger Tech Talk | 3 / 5 | noch 17 Messungen nötig | – |
| echtgeld.tv | 3 / 10 | noch 17 Messungen nötig | – |
| Finanzen ganz einfach | 3 / 5 | noch 17 Messungen nötig | – |
| Leben mit Aktien | 2 / 8 | noch 18 Messungen nötig | – |
| Mission Money | 1 / 1 | noch 19 Messungen nötig | – |
| Wall Street mit Markus Koch | 1 / 2 | noch 19 Messungen nötig | – |
| Handelsblatt Today | 0 / 1 | noch 20 Messungen nötig | – |
Fazit
Die Woche zeigt ein Portfolio aus US-Tech und Gold – aber mit gegensätzlichen Begründungen. Bei Alphabet, Anthropic und Gold stehen sich klare Kauf- und Verkaufsargumente gegenüber. Das sind Meinungen der Sprecher, keine Tatsachen und keine Empfehlung. Wer folgt, sollte die Risiken – Bewertung, KI-Investitionen, Stimmungspreise – selbst prüfen.
Alle Folgen, Zitate und Zeitmarken findest du im Podcast-Radar.
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Hinweis: Automatisch aus Podcast-Transkripten ausgewertet, Fehler sind möglich. Die Aussagen geben die Meinungen der Podcast-Sprecher wieder, nicht die von Block-Builders.de, und sind keine Anlageberatung.