Bitcoin Core Änderung, Ethereum Glamsterdam in Verzug — Block-Builders Briefing

Bitcoin Core Änderung, Ethereum Glamsterdam in Verzug — Block-Builders Briefing

BTC und ETH rutschen über das Wochenende leicht ins Minus. Bitcoin Core ändert wegen KI den Umgang mit Sicherheitshinweisen. Das Ethereum Glamsterdam Update muss letzten Testlauf verschieben. Das Block-Builders Briefing.

BITCOIN

Bitcoin wird am Montagmorgen bei rund 80.000 Dollar gehandelt, gut 1.000 Dollar minus über das Wochenende. Die Bitcoin ETFs verzeichneten am Börsenfreitag 138 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss, die Gesamtwoche landete aber mit Plus 314 Millionen in den schwarzen Zahlen.

Im BTC Netzwerk ist Bitcoin Core die Software, welche üblicherweise für den Betrieb von Netzwerkpunkten (Nodes) verwendet wird. Deshalb fällt ihr im Sicherheitskonzept eine tragende Rolle zu. Durch die rasante Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz sieht sich das Team von Bitcoin Core nun gezwungen, ihre Politik bei der Veröffentlichung von Fehlern und deren Lösungen zu ändern. Antoine Poinsot (Chaincode Labs) schreibt dazu, „wir erleben neuerdings eine zunehmende Zahl von Mitteilungen über Sicherheitslücken, welche ziemlich einfach (wieder)entdeckt werden können“. Mithilfe von KI sei es problemlos möglich, von einer Sicherheitsmeldung aus den Fehler zu reproduzieren. Deshalb werde Bitcoin Core von nun an bei Bugs der einfacheren Art Sicherheitswarnungen nicht erst nach Wochen, sondern zeitnah bekannt machen. Davon erhofft man sich, dass Nutzer von Bitcoin Core Updates schneller anstoßen. Die Änderungen finden sich bereits auf der Seite zu Sicherheitsempfehlungen bei Bitcoin Core und sollen eine Balance zwischen Transparenz und Zeitdruck aufrechterhalten. Im Sommer hatte ein Freiwilligenteam namens Bitcoin Red durch KI Tausende von Software-Fehlern im BTC Ökosystem ausfindig gemacht. 

ETHEREUM

Ethereum notiert am Montagmorgen bei gut 2.300 Dollar, am Freitag waren es noch 2.400. Die Ethereum ETFs meldeten vom Börsenfreitag 4 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss, was das Wochenergebnis nicht aus 220 Millionen Minus heraushelfen konnte.

Das Ethereum Glamsterdam Update verzögert sich weiter. In einer Mitteilung der ETH Stiftung dazu heißt es, man habe Hinweise erhalten, welche auf Fehler bei Glamsterdam im Umgang mit Smart Contracts hinweisen. ChainSecurity hatte vor wenigen Tagen auf 13 solcher Probleme hingewiesen, die sich Glamsterdam und den Fluss von Gebühren beziehen. In einem Blogpost erklärte ChainSecurity, dass Ethereum Gebühren unter Umständen beim Glamsterdam Update Schwierigkeiten bereiten. Durch die Entwicklung ist nun der abschließende Glamsterdam Testlauf im Ethereum Testnet Hoodi wieder ohne Startdatum, zuvor war der 26. Oktober angepeilt worden. Ob so das Ziel gehalten werden kann, Glamsterdam noch in diesem Jahr im Ethereum Mainnet zu aktivieren, scheint offen. Vorerst steckt das ETH Update im Sepolia Testnet fest, wo es am 6. Oktober live ging.

ALTCOINS

Gewinner des Tages ist MemeCore (M) mit 10 Prozent Plus. Das Projekt fokussiert sich auf Meme 2.0, aber MemeCore hat seit Rekordhochs im April fast 80 Prozent Minus gemacht. 

Verlierer des Tages ist Worldcoin (WLD) mit 5 Prozent Minus. Die Nachricht, WorldCoin wolle seine biometrische Daten auch für Identitätschecks Im Internet einsitzen, ging für WorldCoin nach hinten los. 

Das Krypto-Stimmungsbarometer hält sich knapp in der Zone „Neutral“, hohe Ölpreise, eine Sitzung der US-Zentralbank Fed am Mittwoch und Kursverluste im KI-Sektor schüren Nervosität.

AUS DER KRYPTOINDUSTRIE

In Sachen E-Euro hält die Europäische Zentralbank an ambitionierten Plänen fest. EZB-Präsidiumsmitglied Piero Cipollone (Italien) sagt in einem Interview, man brauche den digitalen Euro, um die Souveränität der EU zu stärken. In 2027 solle ein Testlauf starten, noch in diesem Jahr erwarte man die Zustimmung zu Regeln für den E-Euro aus Brüssel. Cipollone hält dann eine Einführung des digitalen Euro in 2029 für realistisch. Seine Argumentation deckt sich mit anderen Stimmen aus der EU, welche die Abhängigkeit Europas von US-Giganten wie Visa und Mastercard bei Online-Zahlungen kritisieren und auf Alternativen drängen. Der neue Zahlungsdienst Wero in der EU krankt aber weiterhin  an mangelnder Akzeptanz und ob ein E-Euro bei den Bürgern Anklang findet, ist eine offene Frage. Skeptiker bemängeln, mit einem digitalen Euro werde finanzielle Privatsphäre gefährdet.

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