Sechs Folgen aus fünf Podcasts seit gestern: Wall Street mit Markus Koch, Handelsblatt Today, Mission Money, OHNE AKTIEN WIRD SCHWER, Alles auf Aktien und Erichsen Geld & Gold. Die wichtigste Erkenntnis: Die milliardenschweren Kapitalerhöhungen von Meta und der Anthropic-Börsengang dominieren die Diskussion – die Einschätzungen dazu gehen deutlich auseinander.
Auf einen Blick: Empfehlungen und Warnungen
| Asset | Einschätzung | Podcast | Sprecher |
|---|---|---|---|
| Anthropic | Kaufen | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
| SpaceX | Kaufen | Alles auf Aktien | Nando Sommerfeld |
| Apple AAPL | Meiden | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
| SpaceX | Kaufen (Tendenz) | Wall Street mit Markus Koch | Markus Koch |
| Meta META | Kaufen (Tendenz) | Wall Street mit Markus Koch | Markus Koch |
| Microsoft MSFT | Kaufen (Tendenz) | Wall Street mit Markus Koch | Markus Koch |
| Amazon AMZN | Kaufen (Tendenz) | Wall Street mit Markus Koch | Markus Koch |
| Bayer BAYN | Kaufen (Tendenz) | Handelsblatt Today | Andreas Neuhaus |
| Moderna MRNA | Kaufen (Tendenz) | Mission Money | Peter Blöd |
| Anthropic | Kaufen (Tendenz) | OHNE AKTIEN WIRD SCHWER | Noah Leidinger |
| Silber | Kaufen (Tendenz) | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
| Emerging Markets ETF | Kaufen (Tendenz) | Erichsen Geld & Gold | Lars Erichsen |
| Oracle ORCL | Meiden (Tendenz) | Wall Street mit Markus Koch | Markus Koch |
| Meta (Pflichtwandler) | Meiden (Tendenz) | Alles auf Aktien | Holger Zschäpitz |
Alle Folgen und Empfehlungen der letzten Tage findest du in unserem Podcast-Radar.
Was die Podcasts heute bewegt
Einig sind sich die Sprecher, dass die KI-Nachfrage die Kapitalmärkte weiter treibt: Meta will bis zu 100 Mrd. US-Dollar einsammeln, Anthropic geht an die Börse, und mehrere Podcasts sehen darin Rückenwind für Infrastrukturwerte. Widersprüche gibt es bei der Bewertung: Zschäpitz würde bei Anthropic sofort zeichnen, Leidinger warnt vor geschönten Margen, weil Cloud-Gebühren als Marketingkosten verbucht werden. Beim Thema Brasilien herrscht Einigkeit über den historischen Kurssturz nach Lulas Wahlsieg, nicht aber über die Folgen – dos Santos sieht kaum Reformspielraum, aber keine Enteignungsgefahr. Bei Meta gehen die Meinungen auseinander: Koch wertet die Kapitalerhöhung als gute Nachricht, Zschäpitz sieht im Pflichtwandler ein Risiko nach unten.
Wall Street mit Markus Koch: Meta will fast 100 Mrd. US-Dollar auftreiben. Anthropic S1-Filing raus.
Markus Koch sieht in den Kapitalerhöhungen von Meta und dem Anthropic-Börsengang ein Zeichen für anhaltende KI-Nachfrage, warnt aber vor der Papierflut, die die Wall Street erst verdauen muss. Für Microsoft hält er das Setup vor den Quartalszahlen für eher positiv, die Kaufempfehlung für Oracle überzeugt ihn wegen unsicherer Ziele bis 2030 nicht. Bei Meta wertet er den nur leichten Kursrückgang trotz der milliardenschweren Emission als gutes Zeichen.
Empfohlen
Koch sieht SpaceX als Profiteur einer Konsolidierung unter Neo-Cloud-Anbietern, weil weniger Wettbewerb die Preismacht stärkt.
Zitat & Begründung
„dann kann ja SpaceX nur davon profitieren, wenn der wenn der Wettbewerb andere Neo Cloud Unternehmen ausbluten und das Zeitige segnen.“
- Elon Musk erwartet, dass viele Neo-Cloud-Anbieter verschwinden oder konsolidiert werden.
- Koch betont, dass SpaceX über Starlink und AI-Infrastruktur besser aufgestellt sei.
- Von ausblutendem Wettbewerb dürfte SpaceX profitieren.
Koch wertet es als gute Nachricht, dass Meta trotz der gigantischen Kapitalerhöhung nur leicht nachgibt.
Zitat & Begründung
„Und das bei 1 so buchtigen Kapitalerhöhung ist zunächst einmal eine gute Nachricht.“
- Meta will bis zu 95 Mrd. Dollar über Aktien aufnehmen.
- Die Aktie reagiert darauf nur mit einem Minus von weniger als einem Prozent.
- Koch sieht darin zunächst eine gute Nachricht.
Koch hält das Setup vor Microsofts Quartalszahlen für eher positiv, weil die Azure-Nachfrage weiter an Dynamik gewinne.
Zitat & Begründung
„Das heißt, das Set-up in die Ertragsergebnisse hineingehen ist eher positiv.“
- Oppenheimer hebt das Kursziel auf 625 Dollar an und bleibt bei Overweight.
- Die Azure-Nachfrage zeige anhaltendes Momentum.
- Für Koch ist das Setup in die Zahlen hinein eher positiv.
Koch erwartet, dass die Meldung über ausverkaufte AWS-Kapazitäten Amazon und dem Tech-Sektor nach dem Abverkauf neuen Schwung gibt.
Zitat & Begründung
„müssten diese Meldungen letztendlich gesehen für mehr Schwung sorgen.“
- Amazon-Chef Jassy sagt, AWS-Kapazitäten seien bis Ende 2027 weitgehend ausverkauft.
- Koch verweist auf den starken Abverkauf im Tech-Bereich.
- Die Meldung dürfte deshalb für mehr Schwung sorgen.
Abgeraten
Koch hält die Kaufempfehlung für Oracle nicht für überzeugend, weil Pfad und Ziele bis 2030 unsicher und wenig transparent seien.
Zitat & Begründung
„Ist jetzt keine unbedingt überzeugende Kaufempfehlung.“
- Wells Fargo senkt das Kursziel von 280 auf 250 Dollar, bleibt aber bei Kaufen.
- Die AI-Opportunitäten expandierten, doch der Pfad bis 2030 sei unsicher.
- Koch nennt die Kaufempfehlung deshalb nicht überzeugend.
Handelsblatt Today: Wahlkampf: War der Auftritt bei Trump von Audi-Chef Döllner geplant? | Ifo-Chef Fuest: Unternehmer etwas optimistischer
Andreas Neuhaus hebt im Marktbericht Bayer als einzigen Einzelwert hervor: Vorläufige Daten einer Prostatakrebs-Studie deuteten auf einen weiteren Wachstumstreiber hin, eine ausdrückliche Kaufempfehlung spricht er aber nicht aus. Der DAX steigt rund ein Prozent, gestützt auf den sechsten Anstieg des ifo-Geschäftsklimas in Folge. ifo-Chef Fuest sieht die Richtung in Richtung Erholung, warnt aber, dass der Aufschwung stark von staatlicher Schuldenaufnahme getragen wird.
Empfohlen
Neuhaus findet Bayer spannend, weil vorläufige Daten einer Medikamentenstudie gegen Prostatakrebs auf einen weiteren Wachstumstreiber hindeuten.
Zitat & Begründung
„Ja, Bayer finde spannend. Die gehören mit einem Plus von 3 Prozent zu den größten DAX Gewinnern und ich finde die spannend, weil ich sonst immer nur über Bayer rede, wenn's irgendwie Glyphosat ging.“
- Bayer gehört mit einem Plus von 3 Prozent zu den größten DAX-Gewinnern.
- Vorläufige Daten zeigen, dass ein Medikament gegen Prostatakrebs das Risiko eines tödlichen Verlaufs deutlich senkt.
- Das wäre laut Analysten ein überraschender weiterer Wachstumstreiber – Neuhaus nennt die Aktie deshalb spannend.
Mission Money: Historischer Kurssturz in Brasilien & die deutsche Wirtschaft wird optimistischer
Peter Blöd ordnet den historischen Kurssturz in Brasilien ein: Der MSCI Brasilien verlor nach Lulas Stichwahlsieg mehr als 20 Prozent – der größte Tagesverlust der Landesgeschichte. Meta will bis zu 95 Mrd. US-Dollar über Aktienemissionen für KI-Rechenzentren einsammeln, was Tech- und Halbleiterwerte stützte. Bei Moderna hält Blöd den großen Abverkauf fürs Erste für ausgestanden, weil die Aktie zwischenzeitlich wieder ins Plus drehte.
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Nach dem heftigen Kursrutsch am Donnerstag und Freitag hält der Sprecher den großen Abverkauf bei Moderna fürs Erste für ausgestanden, da die Aktie zwischenzeitlich wieder ins Plus drehte.
Zitat & Begründung
„Also der ganz große Abverkauf scheint vielleicht fürs 1. Vorbei zu sein.“
- Moderna fiel vorbörslich rund 8 Prozent und lag zwischenzeitlich klar im Plus.
- Der Sprecher deutet den Intraday-Richtungswechsel als Zeichen nachlassenden Verkaufsdrucks.
- Er folgert, der ganz große Abverkauf sei vielleicht fürs Erste vorbei – eine vorsichtige, nicht ausdrückliche Einschätzung.
OHNE AKTIEN WIRD SCHWER: Anthropic IPO – was sagen die Zahlen? Brasilien crasht, SpaceX & Meta investieren, Microsoft entlässt
Noah Leidinger nennt die Zahlen aus dem Anthropic-Börsengangsprospekt "krass" – Umsatz mehr als verzehnfacht, operativer Verlust gesunken –, mahnt aber, die Margen vorsichtig zu lesen, weil Cloud-Vermittlungsgebühren als Vertriebs- und Marketingkosten verbucht werden. Brasilien-Expertin Arisla dos Santos sieht unter Lula kaum Spielraum für Reformen, weil die Zentrumsparteien im Kongress mitregieren, warnt aber nicht vor Enteignungen. Konkrete Kauf- oder Verkaufsempfehlungen gibt die Folge kaum.
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Leidinger hält die Zahlen im Anthropic-Börsengangsprospekt für "krass" – rasant wachsender Umsatz, sinkender operativer Verlust –, warnt Anleger aber, die Margen wegen der als Marketingkosten verbuchten Cloud-Gebühren kritisch zu prüfen.
Zitat & Begründung
„Erst mal zu den Zahlen von Anthropic, die jetzt nicht extrem überraschend waren, weil ja in den letzten Tagen immer schon was geleakt worden ist, aber sie sind natürlich trotzdem krass.“
- Anthropic hat den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 auf über 16 Milliarden Dollar mehr als verzehnfacht.
- Der operative Verlust sank auf 700 Millionen Dollar, die Net Revenue Retention liegt laut Prospekt bei 900 Prozent.
- Gebühren an Amazon, Google und Co. werden als Vertriebs- und Marketingkosten verbucht – die Margen seien daher mit Vorsicht zu lesen.
Alles auf Aktien: Die Decodierung des Anthropic-Hypes und eine Guppy-Prophezeiung
Holger Zschäpitz würde bei einem Anthropic-Börsengang nach SpaceX-Vorbild sofort zeichnen und rät Ausgeschlossenen zu Limit-Käufen mit kleiner Position – trotz hoher Bewertung und milliardenschwerer Rechenverpflichtungen. Nando Sommerfeld ist bei SpaceX über einen Sparplan investiert. Bei Apple rät Zschäpitz auf aktuellem Niveau beim Nachkaufen zur Vorsicht, Silber hält er nach dem Rückgang unter den 200-Tage-Schnitt für eine mögliche Einstiegsgelegenheit für Spekulanten, den Meta-Pflichtwandler trotz 6 bis 6,5 Prozent Dividende wegen fehlenden Schutzes nach unten für kritisch.
Empfohlen
Zschäpitz würde bei einem Angebot an Privatanleger sofort zeichnen und rät Ausgeschlossenen zu Limit-Orders mit kleiner Anfangsgröße – trotz hoher Bewertung und milliardenschwerer Rechenverpflichtungen.
Zitat & Begründung
„aber möglicherweise könnte dann wieder zeichnen, wie es bei SpaceX dabei war und ich würd das auch sofort machen.“
- Anthropic zeigt laut Prospekt im zweiten Quartal erstmals einen operativen Gewinn und stark steigende Umsätze.
- Risiken sind unkündbare Rechenverträge und Modelle, die schnell veralten.
- Er würde dennoch sofort zeichnen, aber nur klein und mit Limit kaufen.
Sommerfeld hat beim Börsengang nicht gezeichnet, aber anschließend einen Sparplan auf SpaceX gestartet und bleibt damit investiert.
Zitat & Begründung
„Ich hab nicht gezeichnet, aber ich habe dann ja quasi den Sparplan gestartet.“
- Der SpaceX-Börsengang war stark nachgefragt, eine Zuteilung blieb aus.
- Statt einer Einmalanlage setzt er auf einen laufenden Sparplan.
- Damit hält er eine Position mit positiver Erwartung.
Zschäpitz sieht in Silber nach dem Kursrückgang unter den 200-Tage-Schnitt eine mögliche Einstiegsgelegenheit für Spekulanten, ohne feste Empfehlung.
Zitat & Begründung
„Vielleicht ist vielleicht ist es auch für Spekulanten mal wieder eine Einstiegsgelegenheit.“
- Silber notiert deutlich unter dem 200-Tage-Schnitt.
- Die Solarbranche braucht in diesem Jahr fast ein Drittel weniger Silber.
- Er nennt es nur als vielleicht interessante Gelegenheit für Spekulanten.
Abgeraten
Zschäpitz rät bei Apple auf dem aktuellen Niveau beim Nachkaufen zur Vorsicht: Das faltbare Duo sei nur ein Mosaikstein, entscheidend seien Speicherpreise, Margen und die Weihnachtsprognose.
Zitat & Begründung
„Auf diesem Niveau sollte man beim Nachkaufen eher vorsichtig sein.“
- Das iPhone Duo besteht den Produkttest nur mit Einschränkungen und ist sehr teuer.
- Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 39 hoch bewertet.
- Deshalb sollte man beim Nachkaufen auf diesem Niveau eher vorsichtig sein.
Zschäpitz sieht im Meta-Pflichtwandler trotz 6 bis 6,5 Prozent Dividende einen Haken: Gewandelt wird erst ab rund 20 Prozent Kursplus, nach unten ist der Anleger voll dabei.
Zitat & Begründung
„Es gibt aber einen kleinen Haken an diesem Wandler. Bis rund 20 Prozent Kurs plus wird da nix gewandelt, da habt ihr nix von“
- Der Wandler bietet Einkommensjägern eine attraktive Verzinsung.
- Gewandelt wird erst bei rund 20 Prozent Kursgewinn – davon hat der Anleger zunächst nichts.
- Kursverluste der Aktie wirken voll auf den Wandler, einen Schutz gibt es nicht.
Erichsen Geld & Gold: Sind das die wahren KI-Gewinner-Aktien?
Lars Erichsen sieht Schwellenländer als mögliche langfristige Gewinner der KI, weil sie günstig auf KI-Modelle zugreifen und niedrige Arbeitskosten mit Produktivitätsgewinnen verbinden könnten. Er warnt jedoch, dass Robotik und Automatisierung genau diesen Lohnkostenvorteil entwerten und Produktion zurückverlagern könnten. Seinen eigenen Emerging-Markets-ETF mit hohem China-Anteil bezeichnet er vor diesem Hintergrund als sinnvoll, ohne einen konkreten Fonds zu nennen.
Empfohlen
Er hält seinen Emerging-Markets-ETF mit hohem China-Anteil gemäß seiner KI-These für sinnvoll, auch wenn chinesische Aktien derzeit unpopulär sind.
Zitat & Begründung
„Wenn ich mir anschaue, mein ETF auf die Emerging Markets, dann ist da relativ viel China drin. Und das ist gemäß dieser These dann auch sinnvoll“
- Schwellenländer könnten von billiger KI und niedrigen Arbeitskosten profitieren.
- China ist in seinem ETF stark gewichtet und könnte laut seiner These davon profitieren.
- Deshalb bewertet er die China-Lastigkeit seines EM-ETF als sinnvoll.
Fazit
Die Podcasts liefern diese Woche vor allem Nachrichten und weniger klare Empfehlungen – mit Ausnahme von Zschäpitz, der bei Anthropic und SpaceX eindeutig Position bezieht. Wer die Einschätzungen als Grundlage nimmt, sollte die Widersprüche ernst nehmen: Die Anthropic-Zahlen werden als stark, aber schwer lesbar beschrieben, die Meta-Kapitalerhöhung als Vertrauensbeweis und Risiko zugleich. Bei Brasilien bleibt offen, ob der Kurssturz eine Übertreibung oder eine Neubewertung ist. Alles hier sind die Meinungen der Podcast-Sprecher, keine Tatsachen und keine Anlageempfehlung.
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