Unter den Altcoins der zweiten Reihe haben Movement (MOVE) und Mantra (OM) in diesem Frühling drastische Kurseinbrüche erlebt. Die Hintergründe machen deutlich, dass Anleger den Teams viel zu viel Vertrauen schenkten.
Vor gut einem Monat kollabierte die Preiskurve von Mantra (OM), 90 Prozent Minus in nur 60 Minuten sind selbst für die volatilen Kryptomärkte ein Ausnahmeereignis. Bei Movement (MOVE) verlief der Absturz zwar langsamer, aber auch hier sind Höchststände aus dem Dezember mittlerweile fast 90 Prozent von jetzigen Niveaus entfernt. Experten sehen Movement und Mantra als Paradebeispiele dafür, dass hinter den Kulissen krumme Dinger gedreht und Anleger so getäuscht wurden.
Im Fall Movement werden Market Maker dafür verantwortlich gemacht, durch Insiderhandel den Kurssturz verursacht zu haben. Die Movement Stiftung könnte in den Skandal verwickelt sein. Ein von ihr angekündigter externer Untersuchungsbericht liegt auch Wochen später noch nicht vor. So verfestigt sich der Eindruck, dass bei Movement intern Regeln zu Market Makern verletzt wurden. Anleger hatten wohl keine Chance, ein solches Szenario rund um MOVE im voraus zu erkennen.
Auch bei Mantra gab es keine Warnsignale vor dem Kurseinbruch. Das Team hinter OM versuchte, die Schuld auf mangelndes Liquiditätsmangement an Kryptobörsen zu schieben. Doch Blockchain-Daten zeigten, dass vonseiten des Mantra Teams größere Bestände an OM an Kryptobörsen transferiert und womöglich abverkauft wurden. Klar ist in jedem Fall: Transparenz war weder bei Movement noch Mantra gegeben, als die Talfahrten stattfanden. In der Kryptoszene werden Stimmen lauter, die warnen: Mit Deals in Hinterzimmern und zum Nachteil von normalen Anlegern schaden Skandale wie von Movement und Mantra auch denjenigen Projekte, welche sich an die üblichen Spielregeln halten.
Offiziell hoffen Movement und Mantra auf eine zweite Chance. Doch die Preiskurven von MOVE und OM lassen keinerlei Erholung erkennen und die Kommunikationspolitik der Teams hilft nicht bei der Fehlersuche. Aus ambitionierten Projekten sind Rohrkrepierer geworden. Mantra wollte in der Sparte RWAs punkten, Movement brachte die MoveVM in das Ethereum Ökosystem – die Konzepte hatten Potenzial.
Fazit: Nach Movement und Mantra – braucht Kryptoindustrie mehr Kontrolle?
Zum Handwerkszeug von Krypto-Anlegern gehört, gerade bei kleineren und jüngeren Altcoins die Tokenverteilung, Whitepaper und Teamzusammensetzung zu prüfen. Doch bei Mantra und Movement hätte auch das nicht geholfen, weil sich zwischen den schriftlichen Informationen und der Realität Gräben auftaten. Großanleger werden noch stärker als bislang auf Transparenz drängen. Aber reicht das aus? Man muss sich wohl eingestehen, dass „schwarze Schafe“ in der Kryptoindustrie ein wiederkehrendes Phänomen sind und Selbstkontrolle versagt, wenn Insider schnelle persönliche Gewinne über seriöse Projektentwicklung stellen.

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