Zum Jahreswechsel 2024/5 hat Krypto-Promi Julian Hosp nach eigenen Angaben sein Unternehmen Cake verkauft. Der jetzt öffentliche Jahresbericht von Cake zeigt Details, die stutzig machen und Hosp treffen.
Als Julian Hosp im Dezember 2024 verkündete, sein Krypto-Unternehmen Cake (Bake) an GSTechnologies zu verkaufen, schilderte er dies wie eine Erfolgsgeschichte. Hosp konnte damals nach eigenen Angaben zwischen mehreren Angeboten für Cake entscheiden und habe Offerten von bis zu 100 Millionen US-Dollar ausgeschlagen. Durch den Deal mit GSTechnologies wollte Hosp in seiner Darstellung die Interessen der Kunden und Community von DeFiChain schützen, dem Vorzeigeprojekt von Cake.
Cake Webdomain und Geschäftstätigkeiten für sich wenig wert
Jetzt liegt uns der finanzielle Jahresbericht 2024 von Cake vor und der zeigt deutlich: Mit dem Verkauf von Cake ist Julian Hosp nicht reich geworden. Gerade einmal 150.000 US-Dollar musste GSTechnologies zahlen und sicherte sich dafür Webpräsenz und laufende Operationen von Cake (Bake). Schon in diesem Frühling hatten wir darüber berichtet, dass GSTechnologies Cake nicht komplett übernommen hat, anders als man durch die früher von Julian Hosp verbreiteten Informationen annehmen musste. Mittlerweile betont aber auch Hosp per X, nicht das Unternehmen selbst veräußert zu haben – und es sei nicht öffentlich, wie viel er sich von Cake weiter sichern konnte.
Krypto-Unternehmen Cake schlitterte mit CEO Hosp in die Krise
Soweit also Julian Hosp, der von sich selbst gerne das Bild eines Multi-Millionärs und erfolgreichen Entrepreneurs zeichnet. Aber die Finanzlage von Cake war Ende 2024 wohl so angeschlagen, dass kaum jemand das Risiko auf sich genommen hätte, für das Unternehmen Millionen hinzublättern und auf künftige Gewinne zu hoffen. Denn bei Cake standen nur noch rund 6,2 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln zur Verfügung während sich Verpflichtungen auf über 13 Millionen US-Dollar addierten. Dies rechnet ein durchgeführter Stresstest für Cake vor und bilanziert: Wenn man Kundeneinlagen bei Cake aus dem Geschäftsbericht herausnimmt, war das Unternehmen auf dem Papier bereits finanziell nicht gut aufgestellt.
Demnach kamen mehrere auffällige Faktoren zusammen, mit denen Cake in eine finanzielle Schieflage schlitterte und für die Julian Hosp als CEO mitverantwortlich zeichnete. So leistete sich Cake in 2024 noch gewaltige Dividendenzahlungen in Höhe von fast 30 Millionen US-Dollar und zapfte dafür auch Cash-Reserven in großem Stil an, obwohl das operative Geschäft schon Verluste von 27 Millionen US-Dollar schrieb. Mit solchen Manövern ziehen Eigentümer gerne Wert aus ihren Firmen, wenn Restrukturierung geplant ist.
Millionen für Dividenden und Schuldenerlass bei Cake wirken riskant
Auffällig ist auch ein Posten namens „Schuldenerlass“. In 2023 hat Cake 150 Millionen US-Dollar dafür geltend gemacht – wem denn Schulden erlassen wurden und warum, geht aus der Übersicht nicht hervor. Aber Julian Hosp war bereits in 2023 der starke Mann bei Cake und könnte diese dubiose Aktion sicher erklären, wenn er nur wollte. Dann würde die Öffentlichkeit auch gerne wissen, warum Cake in 2023 ungewöhnlich viele Steuern vorauszahlte, gut 6 Millionen US-Dollar. Damit war die Bilanz für 2024 von einem gewichtigen Ausgabekosten befreit und Cake wirkte auf den ersten Blick finanzieller gesunder als von der Realität gedeckt – wurde das Unternehmen gezielt „aufgehübscht“ und ein Cake Verkauf war bereits angedacht?
Fazit: Cake war von Julian Hosp nicht zu trennen – schaler Beigeschmack
Anleger, die auf DeFiChain setzten und damit im Grunde zu Kunden von Cake wurden, nutzen die neuen Erkenntnisse nichts mehr: DeFichain ist längst auf Shitcoin Niveau abgestürzt und muss spätestens seit diesem August als gescheitert eingestuft werden. Hosp hat aus Cake beim Verkauf von Webdomain und Kundenliste mit 150.000 US-Dollar viel weniger Geld eingenommen als er selbst bisher andeutete. GSTechnologies hat sich mit Cake wohl Probleme eingehandelt, im Sommer musste der Handel mit GST Aktien für Wochen ausgesetzt werden, weil kein gültiger Jahresprüfbericht vorgelegt werden konnte.
Und Julian Hosp? Der engagiert sich mittlerweile für KI-Projekte und verkauft entsprechende Schulungsmaterialien. Wie das alles mit den 100 Millionen US-Dollar Privatvermögen zusammenpassen soll, die Hosp laut seinem Profil bei LinkedIn im eigenen „Family Office“ verwaltet, ist eine weitere der vielen Ungereimtheiten, die aufploppen, wenn man sich genauer mit dem 39-Jährigen beschäftigt. Ein Lesetipp: Unsere exklusiven Recherchen zu seiner „Doktorarbeit“ geben eine gute Vorstellung davon, wie groß die Kluft zwischen der Selbstdarstellung von Julian Hosp und der Faktenlage schon früher war, als der Mann noch eine Karriere als „professioneller Kitesurfer“ betrieb.
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