Die Verwerfungen den Kryptomärkten nehmen kein Ende: Die Bitcoin Talfahrt stoppte am Morgen erst an der Marke von 70.000 US-Dollar, bei Ethereum kommt die Stützlinie 2.000 US-Dollar ins Wackeln. Was treibt die Verluste?
An den Märkten für Bitcoin und Co. greift Angst um sich: BTC als Leitwährung ist durch ein Wochenminus von 20 Prozent auf um 71.000 US-Dollar zurückgefallen, in der Nacht testete Bitcoin sogar die kritische Marke von 70.000 US-Dollar. Bei Ethereum addiert sich das Wochenminus auf 30 Prozent. Daraus folgen aktuelle ETH Preise um 2.100 US-Dollar, noch hält die Unterstützungslinie von 2.000 US-Dollar. XRP (Ripple) hingegen ist nach einem Tagesminus von 10 Prozent mit jetzigen Preisen von gut 1,40 unter die psychologisch markante Marke von 1,50 US-Dollar gerutscht. Bei Solana kristallisieren sich 90 US-Dollar als Preispunkt heraus, an dem sich die nähere Zukunft entscheidet. Das Stimmungsbarometer misst „extreme Angst“ an den Kryptomärkten an und gibt einen ersten Fingerzeig, warum Bitcoin, Ethereum und andere Altcoins eine rabenschwarze Woche erwischen:
– In der Sparte Künstliche Intelligenz hat Anthropic für sein KI-Modell Claude ein Zusatzmodul vorgestellt, welches in Konkurrenz zu klassischen Anwendungsprogrammen wie von Adobe oder SAP treten soll. Entsprechende Tech-Aktien knickten daraufhin um 10 Prozent und mehr ein. Dieser Negativtrend schwappte auch auf Bitcoin über, nicht zum ersten Mal. Ethereum, XRP, Solana und anderen Altcoins schaffen es nicht, einen Gegenpol zu bilden, sondern zeigen sich erschreckend schwach.
– In der Weltpolitik können sich die USA und Iran offenbar nicht einmal auf einen Treffpunkt für Verhandlungen einigen, die Gefahr eines amerikanischen Militärschlags steigt. Auch der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bleibt ein geopolitischer Albtraum – solche Situationen bilden keine besonders gute Basis für Optimismus an den Finanzmärkten und Bitcoin erfährt das in aller Deutlichkeit.
– Gold- und Silberpreise sind nach ihren Rekordpreisen aus der letzten Woche weiter im Fallen begriffen. Zwar konnten Bitcoin und Ethereum die beeindruckenden Rallyes der Edelmetalle ohnehin nicht kopieren, doch viele Anleger betrachten BTC und Gold sowie ETH und Silber immer noch als natürliche Pärchen.
– Krypto ETFs liefern derzeit keinen Rückhalt. Die Bitcoin ETFs haben laut Daten von SoSo allein gestern rund 550 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss erlebt, Monatsergebnisse waren über das letzte Vierteljahr durchgängig negativ. Das Muster wiederholt sich bei den Ethereum ETFs, gestern flossen dort 80 Millionen US-Dollar ab. ETFs für XRP und Solana liegen zwar noch im grünen Bereich, sind aber in ihren absoluten Ergebnissen für die Preisentwicklung von SOL und Ripple nicht relevant.
Was sagen Analysten zum Preissturz bei Bitcoin und Co.?
Experten und Marktteilnehmer versuche, beruhigend einzuwirken. An den langfristig positiven Aussichten für BBTC ändere sich nichts, meint etwa John Haar, Geschäftsführer von Swan Bitcoin. Für Tiger Research hält Analyst Ryan Noon Bitcoin für „überverkauft“, noch in diesem Monat könne die Preiskurve wieder nach oben zeigen. Vincent Liu, Chef der Investmentabteilung von Kronos Research, rät zur Geduld. Von einem „enormen Potenzial“ für Bitcoin und die Kryptoindustrie spricht Peter Chung von Presto Research. Dabei gilt es wie immer zu beachten, dass der verhaltene Optimismus solcher Aussagen auch auf Eigeninteressen der Befragten beruht.
Fazit: Fällt die nächste Bitcoin Stützlinie bei 70.000 US-Dollar?
Erst in unserem gestrigen Marktreport kamen kritische Stimmen zur Bitcoin Situation ausführlich zu Worte, welche erst 60.000 US-Dollar als Stopplinie bei der Abwärtsentwicklung erwarten. Für Ethereum, Solana, XRP und andere Altcoins verheißt das in einem Negativszenario brutale Verluste. Andererseits könnten die jetzigen Preisniveaus am Kryptomarkt Einstiegspunkte bieten – wenn da nicht erste Anzeichen von Panik zu fühlen wären. Bitcoin ist angeschlagen, alle Zugewinne seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im November 2024 sind sang- und klaglos verpufft. Die Gefahr einer anhaltenden Abwärtsspirale für Bitcoin und Co. ist unübersehbar.
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