Das Bitcoin Unternehmen Strategy hat seine Bestände um 1.142 BTC erweitert. Doch durchschnittlich hat Strategy über die letzten Jahre mehr pro Bitcoin bezahlt als der aktuelle Marktpreis hergibt. Wird das kritisch?
Der Stellenwert von Strategy für Bitcoin ist unumstritten: Nach jüngsten Zukäufen hält das börsennotierte Unternehmen nun 714.644 BTC und damit knapp 3,5 Prozent aller Bitcoin, die im Umlauf sind. Doch als Strategy Gründer Michael Saylor per X jetzt den Erwerb von 1.142 Bitcoin aus der Vorwoche öffentlich machte, stach ein empfindliches Detail sofort in die Augen. Die jüngste Tranche kostete im Durchschnitt 78.815 US-Dollar pro BTC und im Gesamtbild sind die Kosten auf durchschnittlich 76.056 Dollar pro Bitcoin gestiegen. Dabei notiert die Krypto-Leitwährung aktuell knapp unter 70.00 US-Dollar, wie soll dann die Strategy Rechnung aufgehen?
Strategy fuhr im letzten Quartal 12,6 Milliarden US-Dollar Verluste ein
Kritische Nachfragen erlebt das größte Bitcoin Unternehmen der Welt regelmäßig. Das Verhältnis zwischen Börsenwert von Strategy und seinen Bitcoin Rücklagen ist bei neutraler Betrachtung schon seit geraumer Zeit ins Negative gekippt und die Rating-Agentur S&P stellt erhebliche Ausfallrisiken fest. Auch die letzte Woche vorgestellten Quartalszahlen von Strategy sind wenig ermutigend. Der Bitcoin Preisverfall führte für das Nasdaq-Unternehmen zu unrealisierten Verlusten in Höhe von 12,6 Milliarden US-Dollar.
Bitcoin Schwächephasen für Strategy kurzfristig wohl kein Problem
Doch trotz all der offensichtlichen Rückschläge hat die MSTR Aktie zuletzt wieder leicht zugelegt. Im Investorengespräch versicherte Strategy CEO Phong Le, man werde auch im Fall weiterer Bitcoin Kursverluste jahrelang in der Lage sein, Kreditlinien und zugesicherte Renditezahlungen zu bedienen. Schon im Dezember hatte Strategy damit begonnen, eine Cash Reserve zu bilden, die notfalls eingesetzt werden kann, um Bitcoin Preisschwächen auszusitzen. Analysten von Bernstein verweisen darauf, dass Strategy erst in 2028 größere Zahlungsverpflichtungen erfüllen muss und diese „konservativ“ gestaltet hat.
Fazit: Strategy ist für Bitcoin Anleger ein heißes Eisen
Die Kennzahlen von Strategy stellen für Anleger Risiken dar, alles ist auf Bitcoin Höhenflüge der Zukunft zugeschnitten. Doch die aktuelle Zwischenbilanz bleibt ernüchternd: Wenn es den Strategen bei Strategy wie momentan nicht gelingt, ihre Einkaufspreise für Bitcoin durch Marktrends bestätigt zu sehen, kann das unter dem Strich kein gutes Geschäft sein. Dies wird auch durch die Marktkapitalisierung der MSTR Aktie von aktuell rund 46 Milliarden US-verdeutlicht, denen Bitcoin Rücklagen im Tageswert von etwa 50 Milliarden US-Dollar gegenüberstehen. Kritiker sehen hier die Gefahr einer Blasenbildung und ein Szenario, in der Strategy Bitcoin zur Schuldentilgung verkaufen müsste und so Domino-Effekte für die Kryptomärkte provoziert. Das Finanzgeflecht von Strategy bleibt kompliziert und wechselt erst wieder in den grünen Bereich, wenn Bitcoin sich Preisen von 80.000 US-Dollar annähert.
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