Krypto-Steuer in Deutschland zu erwarten – Haushaltsentwurf abgesegnet

In Deutschland zeichnet sich eine weitgehende Veränderung für die steuerliche Einstufung von Bitcoin und Co. ab. Statt Steuerfreiheit nach einjähriger Haltefrist soll Krypto künftig wie Aktien besteuert werden.

In Berlin hat das Kabinett den Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 abgesegnet und für Krypto Anleger steckt in den Details eine bittere Pille. Laut Pressemitteilung hat Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) „die Besteuerung von Kryptowerten“ durchgesetzt. Das ist in vielerlei Sicht ein Novum. Bislang fallen Bitcoin und Co. unter die Regeln für „private Veräußerungsgeschäfte“ und profitieren damit wie etwa auch Gold davon, nach einjähriger Haltefrist steuerfrei verkauft werden zu können. Wenn Kryptowährungen nun künftig wie Aktien behandelt werden, sind immer Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag plus gegebenenfalls Kirchensteuer fällig. Das ergibt mehr als 26 Prozent Steuer für Gewinne aus dem Handel mit Bitcoin und Altcoins wie Ethereum – verglichen mit der bisherigen Nullnummer bei Einhaltung der Ein-Jahres-Frist ein gewaltiger Hammer. 

Mehr als 26 Prozent Steuern auf Gewinne mit Bitcoin und Co. anvisiert

Diskutiert hatte die Koalition aus CDU/CSU die Kehrtwende in Sachen Krypto und Steuern schon seit Monaten, doch Widerstand aus dem konservativen Lager schien eine Entscheidung zu verhindern. Nun aber trägt das ganze Kabinett den Vorschlag von Klingbeil und der Haushaltsentwurf wird nach der Sommerpause dem Bundestag vorgelegt. Nach Einschätzung von Experten müsste für die geänderte Steuergesetzgebung bei Kryptowährungen zudem eine Gesetzesänderung verabschiedet werden. Doch angesichts der soliden Mehrheit der großen Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dürfte das dann nur noch Formsache sein.

In Österreich hat sich Krypto-Steuer als Fehlschlag erwiesen

Österreich hatte 2022 bereits eine Krypto-Steuer von 27,5 Prozent eingeführt, die daraus erhofften Einnahmen bleiben aber weit hinter den Erwartungen zurück. Der Hauptgrund: Wenn Gewinne aus dem Handel mit Bitcoin und seinen Artgenossen versteuert werden müssen, greift eigentlich auch die Regel, Verluste steuerlich geltend machen zu können. Dass Klingbeil seinen Haushalt mit einer „Bitcoin Steuer“ sanieren kann, ist insofern unrealistisch.

Fazit: Symbolpolitik mit „Bitcoin Steuer“ in Berlin

Schon als zum Jahreswechsel in Deutschland die systematische Erfassung  von Krypto-Transaktionen in Kraft trat, ahnten Beobachter, dass sich im Hintergrund größere Änderungen abzeichneten. Doch man muss auch wissen: Der Bundeshaushalt hat ein Volumen von deutlich mehr als 500 Milliarden Euro und die geschätzten wenigen Hundert Millionen Euro Zusatzeinnahmen durch eine „Bitcoin Steuer“ wirken insofern wie Symbolpolitik. Nicht berücksichtigt ist dabei zudem, dass ein im europäischen Maßstab ziemlich hoher Krypto-Steuersatz von mehr als 26 Prozent eine abschreckende Wirkung auf Anleger und Investoren im Bereich einer innovativen Industrie haben dürfte. Pessimisten raunen sogar schon, dass Klingbeil letztendlich eine rückwirkende Besteuerung von Krypto-Gewinnen anstreben könnte. Wir meinen: Deutschland in Form der großen Koalition entpuppt sich als Bitcoin Gegner und damit einmal mehr als ein Land der vergebenen Chancen. 

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