Bitcoin ETFs Erleben Ihren Schlimmsten Tag Aller Zeiten

Die Bitcoin-ETFs haben am Dienstag massive Kapitalabflüsse in Höhe von über 1,1 Milliarden US-Dollar verzeichnet – der höchste jemals registrierte Tagesverlust für diese Anlageklasse. Dies geschah parallel zu einem starken Rückgang des Bitcoin-Preises und einer allgemeinen Marktkorrektur, die durch makroökonomische Unsicherheiten, Handelskonflikte und den jüngsten Bybit-Hack verstärkt wurde.

Kapitalabflüsse und Marktunsicherheiten

Die Abflüsse am Dienstag folgten bereits auf einen Rückgang von 539 Millionen US-Dollar am Montag, was laut Daten von Farside Investors nun der sechsthöchste tägliche Nettoabfluss in der 14-monatigen Geschichte der Bitcoin-ETFs ist. Trotz dieser Entwicklungen verwalten die Bitcoin-ETFs weiterhin Vermögenswerte in Höhe von über 100 Milliarden US-Dollar.

„Die Zahlen erscheinen gigantisch, wenn man über Milliarden spricht, aber im Verhältnis sind es etwa 2,3 % des verwalteten Gesamtvermögens“, erklärte James Seyffart, ETF-Analyst bei Bloomberg, gegenüber Decrypt. „ETF-Wachstum verläuft oft in zwei bis drei Schritten vorwärts und dann in einem Schritt zurück.“

Seyffart verwies zudem auf mehrere Faktoren, die den Rückgang beeinflussen:

  • Makroökonomische Unsicherheiten: Die Sorgen über Inflation und eine mögliche Handelseskalation durch die Trump-Administration wirken sich negativ auf risikobehaftete Anlagen wie Kryptowährungen aus.
  • Der Bybit-Hack: Der Diebstahl von 1,4 Milliarden US-Dollar in Ethereum (ETH) durch die nordkoreanische Lazarus-Gruppe hat das Vertrauen der Anleger erschüttert.
  • Abwicklungen von Futures-Positionen: Viele institutionelle Anleger nutzen Bitcoin-ETFs als Absicherungsinstrumente gegen Futures-Positionen. Die aktuelle Marktlage könnte einige dieser Positionen unter Druck gesetzt und zu weiteren Abflüssen geführt haben.

Ein historischer Abwärtstrend für Krypto-ETFs

Die 11 großen Bitcoin-ETFs haben im Februar bereits über 2 Milliarden US-Dollar an Kapital verloren. Investoren ziehen sich zunehmend aus Krypto-Assets zurück und bevorzugen sicherere Anlageklassen, da geopolitische Spannungen, Handelszölle und die schwächelnde Weltwirtschaft das Vertrauen in risikobehaftete Märkte weiter belasten.

Trotz der aktuellen Verluste gehören Bitcoin-ETFs weiterhin zu den am schnellsten wachsenden Fonds der Finanzgeschichte und haben insgesamt rund 40 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen generiert. Doch der Druck auf den Markt bleibt hoch:

  • Bitcoin fiel am Mittwoch unter die Marke von 84.000 US-Dollar, ein Rückgang von 12 % in der letzten Woche.
  • Ethereum (ETH), Solana (SOL) und XRP verzeichneten zweistellige Verluste, was auf eine allgemeine Flucht aus Altcoins hindeutet.
  • Ethereum-ETFs haben in dieser Woche bereits 130 Millionen US-Dollar verloren, die höchste zweitägige Abflussrate seit Januar.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Während einige Analysten in den vergangenen Tagen noch optimistisch über einen möglichen “Buy-the-Dip”-Effekt waren, zeigt sich nun eine vorsichtigere Haltung. Geoffrey Kendrick, Leiter der digitalen Vermögenswerte bei der britischen Standard Chartered Bank, erklärte, dass der Rückgang noch nicht abgeschlossen sei und Bitcoin möglicherweise auf 82.000 US-Dollar oder tiefer fallen könnte.

Allerdings gibt es auch positive Entwicklungen: Mehrere Asset-Manager haben bei der US-Börsenaufsicht SEC neue Anträge für Krypto-ETFs auf Basis von XRP, Litecoin, Cardano, Polkadot und Solana eingereicht. Dies könnte in Zukunft neue Kapitalzuflüsse anziehen und den Markt stabilisieren.

Die kommenden Wochen bleiben entscheidend. Anleger werden genau beobachten, ob Bitcoin seinen Tiefpunkt erreicht hat oder weitere Verluste drohen.


1 Kommentar

  1. Die Kryptobörse ist der Kanarienvogel der Weltwirtschaft. Es ist „wunderschön“ zu beobachten, wie Trumps Maßnahmen Crashs ausgelöst haben – zuerst durch Zölle gegen Kanada, Mexiko und die EU, dann mit seinem „russischen Abenteuer“. Schade nur, dass die Kryptobörsen nicht mehr zwingend mit den traditionellen Märkten steigen, aber dafür jeden Crash sofort widerspiegeln.

    Allerdings droht nun großes Ungemach: Die US-Börsen und mittlerweile auch die europäischen Märkte sind stark überbewertet. Trumps Wirtschaftskrieg wird die Inflation noch erheblich stärker anheizen als die klassischen Börsen belasten.

    Das schafft scheinbar perfekte Voraussetzungen, um Kryptos mit in den Abgrund zu reißen. Doch einige der vielversprechendsten Projekte sind extrem unterbewertet – allen voran SEI, welches das Potential hat das Finanznetzwerk der Zukunft zu sein.

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