Der Jahresbeginn bringt Bewegung in den Kryptomarkt. Bitcoin notiert erstmals seit Oktober wieder über seinem 200-Tage-Durchschnitt – ein technisches Signal, das viele Trader als potenziellen Trendwechsel interpretieren. Nach Wochen enger Seitwärtsbewegung sendet der Markt damit ein erstes klares Lebenszeichen.
Während klassische Märkte von geopolitischen Unsicherheiten geprägt sind und Gold erneut als sicherer Hafen gefragt ist, scheint Bitcoin von derselben Unsicherheit zu profitieren. Die jüngste Aufwärtsbewegung ist weniger spektakulär wegen der absoluten Prozentzahl, sondern wegen der charttechnischen Bedeutung des Ausbruchs.
Warum der 200-Tage-Durchschnitt so wichtig ist
Der 200-Tage-EMA gehört zu den meistbeachteten Indikatoren in der technischen Analyse. Er trennt langfristig bullische von bärischen Marktphasen. Solange sich der Preis darunter befindet, spricht man häufig von einer Phase struktureller Schwäche. Genau das war bei Bitcoin seit Herbst der Fall.
Mit dem aktuellen Anstieg hat BTC diese Linie nun zurückerobert. Das bedeutet nicht automatisch einen neuen Bullenmarkt, wohl aber, dass der zuvor dominante Abwärtsdruck nachlässt. Für viele Marktteilnehmer ist das eine Voraussetzung, um überhaupt wieder über Long-Positionen nachzudenken.

Das Death Cross: Noch nicht Geschichte
Trotz der positiven Entwicklung ist Vorsicht angebracht. Bitcoin befindet sich formal weiterhin in einem sogenannten Death Cross. Dieses entsteht, wenn der kurzfristige 50-Tage-Durchschnitt unter den langfristigen 200-Tage-Durchschnitt fällt – ein klassisches Warnsignal für anhaltende Schwäche.
Dieses Muster hatte sich im November ausgebildet und passte gut zu einem enttäuschenden Kryptojahr 2025, das trotz hoher Erwartungen mit einem Minus endete. Der aktuelle Kursanstieg reicht allein noch nicht aus, um dieses Signal aufzulösen, zeigt aber, dass die Bären an Kontrolle verlieren.
Was Indikatoren jetzt verraten
Ein Blick auf weitere Indikatoren liefert zusätzliche Hinweise. Der Average Directional Index (ADX) liegt aktuell im niedrigen 20er-Bereich und signalisiert eine schwache Trendstärke. Das deutet darauf hin, dass der vorherige Abwärtstrend an Dynamik eingebüßt hat.
Der Relative-Strength-Index (RSI) bewegt sich gleichzeitig im Bereich über 65. Damit zeigt er steigenden Kaufdruck, ohne bereits überkauft zu sein. Historisch sind solche Phasen oft Übergangszonen, in denen sich entscheidet, ob aus einer Erholung ein neuer Trend entsteht.
Entscheidende Tage für Bitcoin
Unterm Strich steht Bitcoin an einem technischen Wendepunkt. Gelingt es dem Markt, mehrere Tagesschlusskurse oberhalb von 95.000 US-Dollar zu etablieren, könnte das Death Cross mittelfristig in ein Golden Cross übergehen – ein stark bullisches Signal.
Noch ist nichts entschieden. Doch erstmals seit Monaten spricht die Charttechnik wieder eine Sprache, die Hoffnung macht: Die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Trendwechsel sind zumindest gegeben.
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