Das Jahr 2025 sollte – laut vielen Analysten – das große Durchbruchsjahr für Bitcoin werden. Einige der bekanntesten Stimmen der Finanzwelt übertrafen sich gegenseitig mit immer höheren Preiszielen: 170.000 US-Dollar, 250.000 US-Dollar, 500.000 US-Dollar oder sogar 2 Millionen US-Dollar standen im Raum.
Heute ist der 9. Dezember 2025 – und Bitcoin notiert bei rund 90.500 US-Dollar. Damit lagen so gut wie alle Prognosen spektakulär daneben.
Die größten Fehlprognosen des Jahres
Ein inzwischen viral gegangener Tweet fasst es treffend zusammen: „$0 was closer to being correct than any of these.“
Tatsächlich hätte beinahe jede pessimistische Einschätzung näher an der Realität gelegen als die euphorischen Vorhersagen vieler Marktteilnehmer.
Hier ein Überblick der prominentesten Preisziele:
-
JPMorgan: 170.000 USD
-
VanEck: 180.000 USD
-
Standard Chartered: 250.000 USD
-
Tom Lee: 250.000 USD
-
Robert Kiyosaki: 350.000 USD
-
Chamath Palihapitiya: 500.000 USD
-
Anthony Pompliano: 500.000 USD
-
BlackRock-Analysten: 700.000 USD
-
Michael Saylor: 1.000.000 USD
-
Cathie Wood (ARK Invest): 2.000.000 USD
Diese Prognosen wirken aus heutiger Sicht fast absurd. Keines dieser Ziele wurde erreicht – nicht einmal annähernd. Selbst die „konservativsten“ Häuser verfehlten den tatsächlichen Marktpreis um mehr als 70 bis 80 Prozent.
Warum lagen die Experten so daneben?
Mehrere Faktoren spielten eine Rolle:
1. Liquiditätsrückgang ab Sommer 2025
Der Markt verlor signifikant an Handelsvolumen – große Bewegungen wurden dadurch stärker verstärkt, was Bullen wie Bären überraschte.
2. Europa als Selloff-Treiber
Wie aktuelle Timezone-Analysen zeigen, kam der stärkste Abgabedruck seit 2018 aus Europa. Dieser regionale Effekt war in vielen Modellen nicht berücksichtigt.
3. Makro überstrahlt alles
Während Analysten sich auf Halving-Effekte und Spot-ETF-Zuflüsse konzentrierten, unterschätzten sie Zinspolitik, Kapitalabflüsse aus Tech-Werten und die stärkste Risikoaversion der US-Märkte seit der Corona-Zeit.
4. Narrative statt Daten
Viele Prognosen basierten weniger auf Modellen, sondern auf Erwartungshaltungen. Das führt typischerweise zu extremen Überschätzungen in Bullenmärkten.
Fazit: Ein Lehrstück über Prognose-Illusionen
Bitcoin steht heute mit 90.500 US-Dollar zwar deutlich höher als vor Jahren – aber ebenso deutlich unter den vollmundigen Preiszielen fast aller Experten. Das Jahr 2025 zeigt erneut:
Der Kryptomarkt folgt keiner linearen Logik und lässt sich nicht in einfache Forecasts pressen.
Für Anleger bleibt entscheidend, sich nicht von extremen Vorhersagen leiten zu lassen – weder nach oben noch nach unten.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar