
Am morgigen Mittwoch sollen von US-Präsident Trump angekündigte Handelszölle in Kraft treten. Bitcoin präsentiert sich zuvor wie Ethereum, Solana, XRP und andere Altcoins hochnervös. Ist die Krypto-Party vorbei?
Rund 3 Prozent Minus hat die Preiskurve von Bitcoin (BTC) im März eingefahren, damit summieren sich die Verluste im 1. Quartal auf knapp 12 Prozent. Bei Ethereum, der Nummer Zwei unter den Kryptowährungen, hat der Preisverfall seit Jahresanfang mit 45 Prozent Minus dramatische Ausmaße angenommen und ETH auf Niveaus von Herbst 2023 zurückgeworfen. Von der Aufbruchstimmung an den Kryptomärkten ist wenig geblieben, die Bitcoin noch am 20. Januar zur Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump auf das Allzeithoch von gut 109.000 US-Dollar trieb. Und es ist Trump selbst, der für den morgigen Mittwoch (2. April) den „Tag der Befreiung“ ausgerufen hat und dies mit dem Aktvieren von aggressiven Handelszöllen verbinden will. Die Finanzmärkte weltweit reagieren enttäuscht auf die provokante Strategie des US-Präsidenten, Bitcoin und Co. machen dabei keine Ausnahme.
Gold mit historischem Höchstpreis während Bitcoin ins Minus rutscht
Ganz anders hingegen verhält es sich beim Goldpreis. Erstmals in seiner Geschichte kostete die Unze Gold zum Wochenanfang mehr als 3.100 US-Dollar. Analysten wie Noelle Acheson sagen zu der Situation, „Bitcoin erinnert uns daran, dass es von vielen als Risikoanlage gesehen wird“. Ähnliches gilt auch für XRP mit einem Monatsminus von 6 Prozent und Solana, wo im März 12 Prozent Minus aufliefen. Aber wie geht es weiter?
Für Bitcoin Optimismus sei momentan der falsche Zeitpunkt, meint Quinn Thompson, Gründer des Krypto-Hedgefonds Lekker Capital. Er hatte bereits im März die von Trump verfügte Bitcoin Reserve der USA als „dumme Idee“ bezeichnet und eine Kapitulation der Kryptomärkte prognostiziert. Nun legt Thompson in einem Interview nach und sieht dunle Wolken aufziehen. Für die kommenden sechs Monate erwartet Thompson in Sachen Bitcoin nichts Gutes, sondern weitere Abwärtsbewegungen, die erst bei BTC Preisen von 50.000 bis 60.000 Us-Dollar ihr Ende finden.
Wirtschaftspolitik von Trump ist Gift für Wachstum – das spürt auch Bitcoin
Vier Gründe für seinen Pessimismus führt Thompson an. Die US-Handelszölle, zu denen Trump fast jeden Tag andere Informationen verbreitet, schüren in jedem Fall Unsicherheit für die Wirtschaft, was zu verzögerten Investitionen und Einstellungsstopps führen könnte, so Thompson. Solche Risiken belasten üblicherweise auch die Preisentwicklung von Bitcoin und populären Altcoins wie Solana, XRP und Ethereum.
Auf der Risikoseite sortiert Thompson auch das von Elon Musk angeführte DOGE Programm ein, welches im Auftrag von Trump Billionen US-Dollar an Staatsausgaben einsparen soll. Wie auch immer man über diese Sparziele denke – damit werde der Volkswirtschaft spürbar Geld entzogen, welches zuvor zu großen Teilen in den Taschen von Bürgern und Staatsangestellten landete und den Konsum ankurbelte. Das US-Sparprogramm DOGE drehe die Stimmung, so Thompson, und das werde auch Bitcoin zu spüren bekommen.
Muss Trump 2026 wegen Zwischenwahlen umdenken?
Damit nicht genug: Trump lässt illegale Immigranten ausweisen und den Grenzschutz verstärken. Unter dem Strich werden dem US-Arbeitsmarkt damit Kapazitäten entzogen, was höhere Löhnen wahrscheinlich macht, erklärt Thompson ein weiteres Risiko für die US-Wirtschaft. Dazu kommt der Kurs der Notenbank Fed, die Inflationsgefahren wittert und mögliche Zinssenkungen nach hinten verschiebt. Im Weißen Haus aber scheint man Rezessionsgefahren in Kauf zu nehmen, um das Schiff auf Kurs zu bringen, bilanziert Thompson. Für die Aktienmärkte ebenso wie für Bitcoin und andere Kryptowährungen verheiße das nichts Gutes.
Einen Lichtblick hält aber auch Thompson parat. Schon 2026 stehen in den USA wichtige Zwischenwahlen („midterm elections“) an und die werden Trump dazu zwingen, in seiner Wirtschaftspolitik Rücksicht zu nehmen. Spätestens dann sollten auch Bitcoin und Artgenossen wie XRP, Solana und Ethereum als Risikoanlagen wieder attraktiver wirken, glaubt der Analyst.
Fazit: Bitcoin ächzt unter der US-Handelspolitik von Donald Trump
Was am morgigen „Tag der Befreiung“ von Präsident Trump im Detail verfügt wird, bleibt bis zuletzt ungewiss. In Deutschland hat insbesondere die Automobilindustrie Angst vor Eskalation bei Zollsätzen, doch die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft könnten um ein Vielfaches größer werden. Ob der DAX in Deutschland, der Nikkei in Japan oder der Nasdaq in den USA – führende Aktienindexe drehten zum Wochenanfang allesamt ins Minus, Bitcoin kann sich dem nicht entziehen. Und wenn die Krypto-Leitwährung BTC schwächelt, trifft es Altcoins von Ethereum über XRP bis Solana meist noch schlimmer. Keine guten Aussichten momentan und es steht zu befürchten, dass sich daran auf die Schnelle nichts ändert.
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