Eine Werbeaktion der südkoreanischen Kryptobörse Bithumb ist nach hinten losgegangen: Kunden sollten 2.000 Won im Wert von 1,36 US-Dollar als Geschenk erhalten – bekamen aber 2.000 Bitcoin, Wert 140 Millionen Dollar.
Einmal mit Profis arbeiten – für die Kryptobörse Bithumb mit Hauptsitz in Südkorea war diese Herausforderung zu hoch angesetzt. Denn ein Mitarbeiter hat offensichtlich die Landeswährung Won mit Bitcoin verwechselt, der Fehler hätte beinahe zu Milliardenverlusten geführt. Die irre Geschichte passierte am Freitag und hat die südkoreanische Finanzaufsicht aus dem Wochenende geholt. Was also war wirklich los?
Auch Bithumb selbst brauchte lange Stunden, um dann am Samstag per Mitteilung die Geschehnisse offenzulegen. Im Rahmen einer Werbeaktion wurden demnach 695 Kunden mit einer Überraschungsbox bedacht. In der sollten eigentlich 2.000 Won enthalten sein, eine Anerkennung von umgerechnet 1,36 US-Dollar. Doch stattdessen fanden die Kunden auf ihrem Bithumb Konto 2.000 Bitcoin, was bei Marktpreisen um 70.000 US-Dollar 140 Millionen bedeutet. Insgesamt wurden also von Bithumb kurzzeitig Bitcoin im Wert von mehr als 40 Milliarden US-Dollar „verschenkt“, es drohte die Pleite.
Bitcoin für mehr als 40 Milliarden US-Dollar von Bithumb „verschenkt“
Doch Bithumb hatte Glück im Unglück. Die fraglichen Bitcoin waren über das interne System verschickt worden, die Transaktionen also nicht endgültig. Damit hatte Bithumb die Chance einzugreifen. 35 Minuten nach den irrtümlichen Bitcoin Überweisungen habe man Abhebungen und Handelsgeschäfte für die betroffenen Kunden gesperrt, berichtet die Kryptobörse. Dadurch sei es gelungen, 99,7 Prozent der fraglichen Bitcoin wieder unter eigene Kontrolle zu stellen. Die übrigen Verluste werde man aus eigener Tasche ausgleichen.
Finanzaufsicht von Südorea kündigt Bithumb Ermittlungen an
Der Finanzaufsicht in Seoul scheint dies aber nicht zu genügen. Lokale Medien melden, dass die Behörde Untersuchungen anstellen wolle. Zudem sollen empfindliche Strafen für IT-Fehler in der Finanzindustrie eingeführt werden. Südkorea ist für Bitcoin und Co. einer der fünf weltweit wichtigste Märkte, doch die gesetzliche Regulierung der Kryptoindustrie hängt der Entwicklung hinterher.
Fazit: Bithumb kommt bei Bitcoin Malheur mit blauem Auge davon
Bithumb beteuert, dass weder Hacker noch Sicherheitslücken mit dem gerade noch abgewendeten Bitcoin Katastrophe zusammenhängen. Die Fehlersuche im eigenen Haus dauere weiter an. Doch die eigentliche Frage bleibt: Wie kann es sein, dass die internen Bithumb Sicherheitssysteme kläglich versagten, als Bitcoin im Wert von zig Milliarden US-Dollar auf einen Schlag in Bewegung gesetzt wurden? Warum setzte man den BTC Handel nicht jedenfalls kurzzeitig aus, als bei Bithumb infolge der Ereignisse Bitcoin mehr als 15 Prozent unter den Durchschnittswerten an anderen Marktplätzen notierte? Das Krisenmanagement begann erst mit auffälliger Verspätung, an diesen Bitcoin Fehler werden sich Bithumb und Kunden noch lange erinnern.
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