
Die Kryptobörse Bybit beendet ihren NFT-Marktplatz – und reiht sich damit in eine wachsende Liste von Unternehmen ein, die sich aus dem schrumpfenden NFT-Geschäft zurückziehen. In einer offiziellen Mitteilung vom 1. April kündigte Bybit an, neben dem NFT-Marktplatz auch die Inscription-Plattform sowie die IDO-Seiten vom Netz zu nehmen.
Abschaltung ab dem 8. April – Nutzer müssen handeln
Spätestens am 8. April sollen die betroffenen Seiten nicht mehr erreichbar sein. Bybit fordert Nutzer auf, bis dahin ihre Vermögenswerte zu sichern. Hintergrund ist laut Bybit eine umfassende Umstrukturierung des Angebots – doch Beobachter sehen noch tiefere Gründe.
Hackerangriff als Auslöser – NFT-Nachfrage eingebrochen
Erst im Februar wurde Bybit Ziel eines massiven Hackerangriffs, bei dem laut FBI rund 1,4 Milliarden US-Dollar entwendet wurden – angeblich durch nordkoreanische Cyberkriminelle. Doch der Angriff trifft ein ohnehin schwächelndes Segment: Das Handelsvolumen auf NFT-Marktplätzen ist laut Branchendaten seit 2021 um rund 90 % eingebrochen.
Nicht nur Bybit zieht sich zurück
Bybit steht mit dem Schritt nicht allein. Bereits in den Wochen zuvor gaben X2Y2, Kraken und das von Nike übernommene RTFKT ihre NFT-Aktivitäten auf. LG wird seine NFT-Plattform Art Lab im Juni schließen. X2Y2 kommentierte den Rückzug offen: „Netzwerkeffekte entscheiden über Erfolg oder Misserfolg – nach drei Jahren harter Konkurrenz ist für uns Schluss.“ Das Unternehmen will künftig auf KI setzen.
Preise der Top-NFTs im freien Fall
Ein Blick auf die aktuellen NFT-Floorpreise unterstreicht die Misere: Die günstigsten CryptoPunks werden aktuell für 42,59 ETH gehandelt – ein Rückgang von fast 66 % gegenüber dem Allzeithoch im August 2021 (125 ETH). Die Bored Ape Yacht Club NFTs haben sogar 90 % ihres Werts eingebüßt und notieren derzeit bei rund 15 ETH.
Fazit: NFTs am Wendepunkt
Was einst als digitale Revolution im Kunst- und Sammlermarkt gefeiert wurde, verliert weiter an Relevanz. Die Schließung des Bybit-Marktplatzes ist ein weiteres Indiz dafür, dass der NFT-Boom endgültig vorbei sein könnte – zumindest in seiner bisherigen Form.
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