Clawdbot: KI-Agent erlebt Hype, Krypto-Scam und Umbenennung

Anfang der Woche war Clawdbot als innovativer KI-Agent in aller Munde. Dann wechselte Clawdbot auf Druck des KI-Modells Claude den Namen in Moltbot. In der Zeit schlug ein Krypto-Scammer zu – die ganze Story hier.

Schon etwas von Clawdbot gehört? Das Projekt von Solo-Entwickler Peter Steinberger verspricht Künstliche Intelligenz (KI), „die Dinge erledigt kriegt“ – und liefert Ergebnisse, die zehntausende Menschen zum Ausprobieren verleitet. Doch Clawdbot heißt jetzt Moltbot und während der Umbenennung fand ein Hacker-Angriff statt, der zu einem Krypto-Scam führte. Steinberger hatte von Anthropic, dem Unternehmen hinter dem KI-Modell Claude, eine Aufforderung erhalten, Clawdbot einen neuen Namen zu geben, damit keine Verwechslungen passieren können.

Clawdbot wegen Namensähnlichkeit mit Claude jetzt Moltbot

Soweit, so gut: Steinberger ging Streit aus dem Weg und setzte Accounts für Moltbot bei X und Github auf. Doch für kurze Zeit waren so die entsprechenden Konten unter dem alten Namen Clawdbot herrenlos. Diese sicherte sich blitzschnell ein Angreifer und nutzte die reichweitenstarken Accounts dann, um einen Meme-Coin mit dem Kürzel CLAWD zu bewerben. Dessen Preiskurve schoss nach oben, CLAWD erreichte eine Marktkapitalisierung von 16 Millionen US-Dollar und die Investoren wussten nicht, dass sie einem Krypto-Scam aufsaßen. Steinberger stellte zwar per X klar, dass er niemals eine Kryptowährung herausgeben würde und Clawdbot beziehungsweise jetzt Moltbot durch solchem Scam nur beschädigt werden – aber da war es schon zu spät.

Moltbot begeistert KI-Szene – der Agent nimmt Nutzern Aufgaben ab

Mit dieser Episode wird Steinberger leben müssen, seine eigene Glaubwürdigkeit scheint nicht angekratzt. Doch der Krypto-Scam überschattet nun auch, warum Moltbot (vorher Clawdbot) Nutzer so begeistert. Als persönliche Agent bekommt die darauf zugeschnittene KI weitreichende Zugriffe auf den privaten Computer, darunter auch Messenger-Dienste von WhatsApp bis Telegram, den Browser und auch Programmier-Umgebung. Auf dieser Grundlage erledigt Moltbot tatsächlich Aufgaben eigenständig, ob Buchen und Einchecken bei einem Flug, Freunden einen Geburtstagsgruß zu schicken oder telefonisch einen Platz im Restaurant zu reservieren.

Fähigkeiten von Clawdbot führen zu Sicherheitsproblemen

Doch damit Clawdbot Künstliche Intelligenz voll ausspielen kann, wühlt das Programm tief in privaten Archiven, verbindet sich mit externen KI-Modellen und darf auch Mails schreiben oder auf Bankkonten zugreifen. Da überrascht es nicht, dass Sicherheitsexperten wie „chirag“ etliche Wege fanden, um persönliche Accounts bei Moltbot online aus der Ferne zu übernehmen und damit etwa auch Passwörter lesen und ändern zu können. Entwickler Steinberger hat Clawdbot zwar stets als „Beta“ eingestuft und experimentellen Charakter betont – doch die Sicherheitsprobleme sind real. Wer Moltbot ausprobieren möchte, sollte bei der Einrichtung des KI-Agenten sorgfältig die Sicherheitseinstellungen prüfen und bekommt dazu in der offiziellen Dokumentation auch Hintergrundinformationen und praktische Tipps.

Und wie geht es weiter für Steinberger und Moltbot? Der Entwickler denkt auf seinem X-Account darüber nach, eine Stiftung für Moltbot anzustoßen. Die Weiterentwicklung des früheren Clawdbot wird nun auf den offiziellen Accounts bei X und Github dokumentiert. Die Warnungen vor Scams und Sicherheitslücken bleiben derweil ebenso aktuell wie die Erfolgserlebnisse mit Moltbot, von denen Nutzer geradezu enthusiastisch berichten.

Fazit: Moltbot aka Clawdbot – ist das der lang ersehnte KI-Agent?

Schon um 2020 hatte sich Steinberger unter Entwicklern einen Namen gemacht, als er ein innovatives Programm zur Arbeit mit PDFs vorstellte. Seine Projektliste bei Github ist lang und viele der Vorhaben hängen mehr oder weniger mit Moltbot zusammen. Schon unter dem Namen Clawdbot war der eigentliche Clou, dass der KI-Agent eigenständig nach außen kommunizieren darf – davor schrecken ChatGPT, Gemini und Co. noch zurück. Aber Moltbot gibt einen Vorgeschmack darauf, wie sich ein hochpersonalisierter KI-Agent Nutzerwünschen anpasst und diese erfüllt.


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