
Tron Gründer Justin Sun hat dem Krypto-Unternehmen First Digital Trust Insolvenz vorgeworfen. Daraufhin verlor der Stablecoin First Digital USD (FDUSD) temporär die Bindung an den US-Dollar. Was ist da wirklich los?
Schockmoment an den Kryptomärkten: Der Stablecoin FDUSD (First Digital USD) verlor gestern plötzlich die 1:1 Anbindung an den US-Dollar und war an den freien Märkten zeitweise nur noch 90 Cent wert. Auslöser für den Crash war Tron Gründer Justin Sun, der auf X () First Digital Trust Zahlungsunfähigkeit vorwarf. Das Krypto-Unternehmen ist Herausgeber von FDUSD und weist die Vorwürfe entschieden zurück. FDUSD notiert derweil am heutigen Donnerstagmorgen wieder bei über 99 Cent, aber die Situation wirkt nervös. Justin Sun will seine Anschuldigungen belegen, First Digital kündigt juristische Schritte gegen den Krypto-Promi an.
FDUSD ist mit einer Marktkapitalisierung von um 2,5 Milliarden US-Dollar einer der wichtigen globalen Stablecoins und besonders intensiv genutzt bei der weltgrößten Kryptobörse Binance. Diese veröffentlichte eine aktuelle Mitteilung, der zufolge sie den Februar-Bericht von Buchprüfern zu Dollar-Reserven hinter FDUSD noch einmal gecheckt habe und keine Unregelmäßigkeiten erkenne. First Digital wiederum schreibt auf X, Justin Sun verwechsele FDUSD mit TUSD und fahre eine „schmierige Kampagne“.
Versanden Geldreserven für Stablecoins in Hongkong?
Zudem verweist First Digital auf einen Exklusiv-Bericht des Krypto-Fachportals Coindesk, der zu einseitig ausfalle. Dort geht es im Kern darum, dass Justin Sun das Krypto-Unternehmen Techteryx mit einem Notkredit von rund 400 Millionen US-Dollar über Wasser hielt. Techteryx steht hinter dem Stablecoin TUSD, liess aber Geld-Reserven von First Digital aka FDUSD verwalten. Techteryx hat First Digital in Hongkong verklagt, weil anvertraute Gelder in Höhe von 456 Millionen US-Dollar unerlaubt an ein Finanzunternehmen in Dubai verschoben geworden sein sollen.
Justin Sun empfahl nach Erscheinen des Coindesk-Reports, Vermögen zu schützen und Beziehungen zu First Digital abzubrechen. Dies schickte FDUSD für Stunden ins Minus, für einen Stablecoin ein Drama. Einen Beigeschmack bekommen die Vorfälle zudem, weil die Krypto-Händler von Wintermute parallel verdächtige Geschäfte durchführten. Die Analysten von Lookonchain zeigten auf X anhand von Blockchain-Daten, dass Wintermute gestern gut 31 Millionen FDUSD von Binance abzogen, kurz nach den Nachrichten über eine mögliche Insolvenz von First Digital. Im Raum steht, Wintermute habe FDUSD in der Krise zu 90 Cent gekauft und dürfe sich nun über gut 3 Millionen US-Dollar Gewinn freuen.
Fazit: Stablecoin FDUSD von Justin Sun angezählt – wer hat recht?
Das Gericht in Hongkong hat nach vorliegenden Informationen noch nicht über den Disput zwischen Techteryx und First Digital entschieden. Aber klar ist: Justin Sun stellt sich hinter Techteryx, wirft First Digital sogar Betrug vor und hat damit Vertrauen in FDUSD erschüttert. Auf der anderen Seite genießen First Trust und FDUSD zumindest vorerst Rückhalt von Binance als einflußreichem Marktteilnehmer. Nimmt man die Preiskurve von FDUSD als Anhaltspunkt für die Bewertung der scharfen Auseinandersetzung ergibt sich für den Moment kein eindeutiger Ergebnis. Der Crash eines wichtigen Stablecoins wie FDUSD wäre für die Krytoindustrie ein herber Rückschlag.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar