Goldman Sachs setzt auf Coinbase – und lässt eToro fallen: Das steckt dahinter

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat zum Jahresauftakt ein deutliches Signal an den Kryptomarkt gesendet: Die Analysten stuften die Aktie von Coinbase von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und erhöhten gleichzeitig das Kursziel von 294 auf 303 US-Dollar. Die Reaktion an der Börse folgte prompt – die COIN-Aktie legte am Montag rund acht Prozent zu.

Die Neubewertung kommt nicht zufällig. Goldman Sachs sieht Coinbase nach mehreren Produktankündigungen deutlich besser positioniert als noch vor wenigen Monaten. Besonders die strategische Ausweitung über das reine Krypto-Trading hinaus spielt dabei eine zentrale Rolle.

Neue Produkte als Gamechanger

Laut den von James Yaro geführten Analysten hat Coinbase zuletzt ein Produktportfolio aufgebaut, das klassische Brokerage-Dienstleistungen, digitales Banking, Vermögensverwaltung und Tokenisierung miteinander verbindet. Damit nähert sich die Plattform dem Angebot moderner Neobroker an – kombiniert mit einer starken Krypto-DNA.

Gerade dieser Mix macht Coinbase aus Sicht von Goldman Sachs konkurrenzfähiger. Viele der neuen Funktionen sind zwar nicht völlig neu am Markt, werden nun aber erstmals in einer integrierten Infrastruktur angeboten. Das erhöht die Kundenbindung und eröffnet zusätzliche Erlösquellen jenseits des volatilen Handelsgeschäfts.

Stabilere Erlöse und strukturelles Wachstum

Historisch war Coinbase stark von Transaktionsgebühren abhängig. Inzwischen stammen jedoch rund 40 Prozent der Umsätze aus Abonnements und Services. Dazu zählen unter anderem Custody-Lösungen, Staking-Angebote und Einnahmen aus Stablecoins.

Diese Entwicklung bewerten die Analysten positiv. Sie erwarten bis 2027 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von rund zwölf Prozent – mehr als bei vergleichbaren Wettbewerbern. Zudem dürfte der wachsende Infrastrukturanteil die Erträge langfristig stabilisieren und weniger anfällig für starke Marktschwankungen machen.

Mit rund 9,5 Millionen monatlich aktiven Nutzern und einem Anteil von etwa fünf Prozent am globalen Spot-Handelsvolumen im Jahr 2025 verfügt Coinbase laut Goldman Sachs über klare Skalenvorteile und eine starke Marke.

Rückenwind vom Kryptomarkt

Der positive Analystenkommentar fiel zudem mit einer Erholung am Kryptomarkt zusammen. Bitcoin kletterte zeitweise über 94.000 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit über einem Monat. Auch andere Krypto-Aktien profitierten von der verbesserten Stimmung.

eToro unter Druck

Während Coinbase aufgewertet wurde, traf es eToro umgekehrt. Goldman Sachs senkte das Kursziel von 48 auf 39 US-Dollar und stufte die Aktie auf „Neutral“ herab. Als Begründung nannten die Analysten vor allem den schwierigen Neustart im US-Markt, wo sich eToros Angebot stark mit dem der Konkurrenz überschneidet.

Langfristig bleibt Goldman Sachs zwar optimistisch für eToro, sieht kurzfristig jedoch klar bessere Chancen bei Coinbase. Für Investoren ist das ein weiteres Indiz dafür, dass sich im Krypto-Sektor zunehmend jene Anbieter durchsetzen, die über reines Trading hinausdenken.

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