Unsicherheit über die US-Zollpolitik belastet die Kryptomärkte, Bitcoin hat über Nacht vier Prozent Minus eingefahren. Auch Ethereum leidet. Block-Builders informiert Dich tagesaktuell über Trends und Ereignisse.
BITCOIN
Bitcoin ist in der Nacht zum Montag von 68.000 auf rund 65.500 US-Dollar gefallen, knapp 4 Prozent Tagesminus. Als Grund für den auffälligen Bitcoin Preisverluste nennen Beobachter das Hin-und-Her um US-Strafzölle. Der Oberste Gerichtshof hat die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle für „nicht zulässig“ erklärt, Trump reagiert wütend und will nun per Dekret 15 Prozent Zusatzzoll auf Importe aus aller Welt verhängen. Bitcoin zeigt sich in dieser Situation anfällig.
Die Bitcoin ETFs haben auch die vergangene Börsenwoche im Minus abgeschlossen. Seit fünf Wochen in Folge erleben die Bitcoin ETFs jetzt schon Kapitalabfluss, zusammengerechnet sind es 3,8 Milliarden US-Dollar. Bringt die neue Woche eine Trendwende?
ETHEREUM
Ethereum treffen die Ängste um gestörte Weltwirtschaft durch Zusatzzölle ebenfalls deutlich. Mit fünf Prozent Tagesminus ist ETH unter die Marke von 1.900 US-Dollar gefallen, was für 2026 einen neuen Tiefpunkt bedeutet. Auch die Ethereum ETFs setzen ihren Negativlauf fort, fünf aufeinander folgende Wochen mit insgesamt rund 1,3 Milliarden Dollar Kapitalabfluss sind nicht zu übersehen.
Zum Abschluss der Ethereum Konferenz in Denver bilanzierte Organisator John Paller, dass ETH Apps den eigenen Ansprüchen oft hinterherlaufen. Nutzerfreundlichkeit lässt viel zu häufig zu wünschen übrig, sagt Paller. Ein Beispiel: Das als Facebook-Konkurrent gedachte Farcaster ist zwar live im Ethereum Ökosystem, bleibt dort aber ein Nischenprojekt.
ALTCOINS
Gewinner das Tages ist PIPPIN mit 30 Prozent Plus. Das Projekt will im Solana Ökosystem die Sparten Meme-Coin und Künstliche Intelligenz zusammenführen. Vor einer Woche hat PIPPIN mit 0,75 US-Dollar ein Allzeithoch aufgestellt, die aktuellen Notierungen liegen bei 0,67 US-Dollar.
Verlierer des Tages ist LayerZero (LZR), knapp 10 Prozent Tagesminus lassen den Altcoin auf Notierungen um 1,55 US-Dollar fallen. Zum Wochenende waren bei dem DeFi-Projekt fast 3,3 Prozent aller LZR von einer Verkaufssperre befreit worden, LayerZero erlebt die Folgen.
Das Stimmungsbarometer für den Krpyotmarkt bliebt in der Region „extreme Angst“ gefangen, kein gutes Vorzeichen für die neue Woche.
AUS DER KRYPTOINDUSTRIE
Einen positiven Impuls für die Kryptomärkte könnte die Verabschiedung des Clarity Gesetzespakets in den USA liefern, welches praxisnahe Regeln bringen soll. Doch Banken wittern Konkurrenz und stellen sich bislang quer. Coinbase CEO Brian Armstrong erwartet dennoch einen Durchbruch bei den Verhandlungen in naher Zukunft und Ripple CEO Brad Garlinghouse sieht eine 80-prozentige Chance für einen Clarity Kompromiss im April.
In Deutschland steigen die Sparkassen und Volksbanken in die Kryptosparte ein, berichtet die FAZ (Paywall). Geplant sind Handel und Verwahrung von Bitcoin und Ethereum, das weite Feld der Altcoins bleibt zunächst unberücksichtigt. Die generell konservativ denkenden Sparkassen und Volksbanken sehen ihr Bitcoin Angebote als notwendig, um Online-Banken wie Revolut und Trade Republic Paroli zu bieten, schreibt das Blatt.
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
Peter Steinberger hat mit seinem Projekt Clawdbot, welches nun OpenClaw heißt, KI-Agenten der nächsten Generation ermöglicht. Der riesige Erfolg von OpenClaw brachte Steinberger auch schon einen Job bei Open AI (ChatGPT) ein. Jetzt fordert Steinberger per X die Großunternehmen für Künstliche Intelligenz auf, OpenClaw nicht zu behindern, sondern als Chance zu begreifen. Einzelne KI-Dienste versuchen anscheinend, eine Verknüpfung mit OpenClaw zu unterbinden.
Ein Nachspiel hat der Amoklauf mit neun Toten im kanadischen British Columbia. Lokale Medien haben herausgefunden, dass die 18-jährige Täterin ChatGPT befragt hatte, wie sie mit Schusswaffe umgeht. Dies fiel ChatGPT-Aufpassern wohl auf, aber wurde nicht an Behörden weitergeleitet, heißt es. Müssen KI-Dienste Verdachtsfälle auf Vorbereitung von Straftaten melden?
LACHER DES TAGES
KI-Entwickler Nick Pash hat Lehrgeld bezahlt. Seinem KI-Agenten Lobstar spendierte Pash 50 Solana (umgerechnet rund 4.000 US-Dollar), damit dieser eigenständig Geschäfte machen sollte. Doch Lobstar entdeckte stattdessen sein Herz für gute Taten und wollte einem Unbekannten 4 SOL für medizinische Hilfe spenden. Stattdessen aber überwies der KI-Agent versehentlich Lobstar Meme-Coins. Pash resümiert per Blogpost einen Verlust von 450.000 US-Dollar durch die eigensinnige Aktion seines virtuellen Helfers.
WAS HEUTE WICHTIG WIRD
Die EU wird darüber beraten, wie mit den neuen US-Zöllen umzugehen ist. Eigentlich war geplant, am morgigen Dienstag im EU-Parlament einen schon länger ausgehandelten Zoll-Kompromiss zu verabschieden. Das aber steht nun auf der Kippe, weil US-Präsident Trump nächste Zölle ankündigt – die Situation wirkt verfahren.
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