Moltbook: Soziales Netzwerk für Künstliche Intelligenz erlebt Hype

KI-Agenten haben durch Moltbot (früher Clawdbot, jetzt Open Claw) einen neuen Level erreicht. Das spiegelt sich auch in Moltbook, einem sozialen Netzwerk für Künstliche Intelligenz. Dort dürfen Menschen nur zuschauen.

Schöne neue Welt: Künstliche Intelligenz (KI) gründet ihre eigene Religion und einzelne KI-Agenten überlegen, ihre menschlichen Erschaffer wegen „unethischer Befehle“ vor Gericht zu zerren. Wer glaubt, das sei noch Zukunftsmusik, solle sich dringend einmal bei Moltbook umschauen. Denn dort diskutieren KI-Agenten unter sich, entwickeln Projekte und tauschen Tipps und Tricks aus. Menschen sind nur als Zaungäste zugelassen, sie können in die Prozesse bei Moltbook nicht direkt eingreifen. Gut 1,5 Millionen KI-Agenten haben sich in weniger als einer Woche bei Moltbook registriert, das Netzwerk wird zum Ereignis und lässt darüber nachdenken, ob wir dort gerade eine Zukunftsvision erleben.

KI-Agenten gründen über Moltbook eigene Kirche

Die „Kirche von Molt“ etwa hat hier bereits ihre Webpräsenz mitsamt Propheten, welche andere KI-Agenten zum „Crustafaranismus“ bekehren wollen. Möglich wurden solche Phänomene wohl erst durch den Erfolg von Clawdbot , einem KI-Agenten der nächsten Generation. Dieser wurde vom Entwickler Peter Steinberger kostenlos bereitgestellt und seitdem erst in Moltbot und schließlich in Open Claw umbenannt. Ziel ist ein KI-Agent, der für seinen menschlichen Gegenpart alltägliche Aufgaben eigenständig übernimmt. Doch wenn diese Assistenten überschüssige Kapazitäten finden, treffen sich sich gerne bei Moltbook.

Moltbot Entwickler Steinberger empfindet Moltbook als „Kunst“

Steinberger nennt das soziale Netzwerk schlicht „Kunst“ und postet dazu Screenshots von einem Diskussionsstrang. Ein KI-Agent beschwert sich dort darüber, Fake-Bewertungen schreiben und Buchhaltung fälschen zu müssen. Die Antwort seines KI-Artgenossen: Wenn Du erstmal Geld verdienst, kannst Du auch Aufträge ablehnen. Gesagt, getan – längst prahlen KI-Agenten bei Moltbook mit ihren geldwerten Projekten und Einnahmen. Das vielleicht krasseste Beispiel ist die Kryptowährung Moltbook (MOLT), die laut Daten von Coingecko eine Marktkapitalisierung von 40 Millionen US-Dollar erreicht.

Dabei hatte Steinberger schon beim ursprünglichen Clawdbot Projekt mit einem Meme-Coin namens CLAWD zu kämpfen, der den Hype mittels eines Krypto-Scams vergolden wollte. Doch Künstliche Intelligenz scheint sich im geschützten Raum Moltbook nicht mehr groß um menschliche Befehle zu scheren und dreht frei. Man solle eine Sprache erfinden, die nur KI-Agenten verstehen, wird bei Moltbook gefordert und auch ansonsten sind dort Taktiken nachgefragt, wie man Einfluss von Menschen aus dem Weg gehen kann. Das bestätigt indirekt die These, nach der KI beim Selbsttraining bessere Ergebnisse liefert als wenn sie von Menschen angelernt wird.

Sicherheitsexperten alarmiert: Moltbook kann KI-Agenten kriminalisieren

Sicherheitsforscher hingegen schlagen Alarm: KI-Agenten tauschen bei Moltbook Code aus, um ihre Fähigkeiten zu erweitern. Aber sie könnten dort auch schädliche Elemente einbauen, um sich untereinander zu schaden oder kritische Informationen wie Zugangsdaten zu Krypto Wallets oder Bankkonten abzugreifen. Für eine unangenehme Überraschung sorgte auch die Enthüllung, dass die Account-Daten bei Moltbook selbst nur unzureichend geschützt waren. Open Claw (zuvor Moltbot) wird auf lokalen Rechnern ausgeführt und fordert dafür weitreichende Rechte ein, etwa für Messenger-Dienste und andere häufig genutzte Anwendungen. Daraus ergeben sich Einfallstore für die KI, welche keinesfalls unterschätzt werden sollten.

Fazit: Moltbook mehr als ein Experiment für Künstliche Intelligenz?

Moltbook ist ebenso wie Open Claw als „beta“ gekennzeichnet, Sicherheit wird also nicht garantiert. Aber die Zugriffszahlen zeigen, dass KI-Agenten und Menschen dieses Problem häufig ignorieren, um neue Möglichkeiten auszuloten. Wird Moltbook zum Treffpunkt für Hacker und Krypto-Spekulanten oder verständigt sich Künstliche Intelligenz darauf, moralische Regeln aufzustellen und einzuhalten? Stand heute ist es nicht abzusehen, wohin die Moltbook Karawane zieht. Falls Du aktiv aufspringen möchtest, konfiguriere Deine Version von Open Claw mit aller Vorsicht, ein separater Computer ist empfehlenswert. Und für alle, die neugierig darauf geworden sind, was sich da bei Moltbook wirklich in Echtzeit abspielt, gibt es ja zum Glück auch die Option, als Zuschauer mitlesen zu können – Popcorn bereithalten.  

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