SEC entspannt Krypto-Kurs: Justin Sun strebt Einigung an im TRON Fall an, Gemini aus Untersuchung entlassen

Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) scheint ihre zuvor harte Haltung gegenüber der Krypto-Branche zu lockern. Jüngste Entwicklungen deuten darauf hin, dass die jahrelang verfolgte Strategie der „Regulierung durch Durchsetzung“ allmählich einem kooperativeren Kurs weicht. Nach einer rund 699 Tage andauernden Untersuchung informierte die SEC die Kryptobörse Gemini, dass keine weiteren Schritte gegen sie eingeleitet würden. Gemini-Mitgründer Cameron Winklevoss bezeichnete diese Entscheidung als überfällig, kritisierte jedoch zugleich die immensen Kosten, die während der Ermittlungen entstanden sein sollen.

Wendepunkt in der Krypto-Regulierung

Winklevoss sieht die Entscheidung der SEC im Kontext mehrerer zurückgezogener Verfahren gegen namhafte Branchenakteure wie Coinbase, OpenSea, Robinhood und UniSwap. Seiner Auffassung nach hat die vormals aggressive Vorgehensweise der Behörde großen Schaden angerichtet, indem sie Innovationen blockierte und talentierte Fachkräfte aus den USA vertrieb. Als Reaktion fordert er nun deutliche Reformen, darunter finanzielle Entschädigungen für Unternehmen, die sich gegen unbegründete Verfahren verteidigen mussten, sowie personelle Konsequenzen für SEC-Beamte, die nach Winklevoss’ Ansicht ihre Macht missbraucht haben. Er warnt, dass ohne konsequente Aufarbeitung ähnliche Regulierungsoffensiven jederzeit erneut drohen könnten.

Fokus auf Justin Sun und Tron

Zeitgleich kündigte die SEC in ihrem Verfahren gegen Justin Sun und die Tron Foundation an, eine mögliche Einigung prüfen zu wollen. In einem gemeinsamen Antrag bat die Behörde das Gericht um eine Aussetzung des Verfahrens, um in Ruhe einen „potenziellen Vergleich“ auszuloten. Die SEC hatte Sun im März 2023 vorgeworfen, durch über 600.000 angebliche Wash Trades den Handelsumsatz des Tokens TRX künstlich aufgebläht zu haben. Zusätzlich stand der Vorwurf im Raum, unregistrierte Wertpapierangebote getätigt und Anleger in die Irre geführt zu haben. Laut SEC sollen daraus rund 32 Millionen US-Dollar an Erlösen entstanden sein.

Politische Einflüsse und Trumps Rolle

Bemerkenswert ist, dass Justin Sun jüngst 30 Millionen US-Dollar in Token von World Liberty Financial investierte, einer Organisation mit Verbindungen zu Donald Trump. Branchenbeobachter verweisen auf Trumps erklärte Ambition, die USA zu einem globalen Krypto-Hub zu machen, und seine Neigung, „kryptofreundliche“ Personen in Schlüsselpositionen zu berufen. Viele in der Branche hoffen, dass diese politische Strömung zu einer langfristigen Abkehr von strikter Strafverfolgung und zu konstruktiven Regularien führen wird.

Insgesamt sehen Marktteilnehmer die aktuellen Geschehnisse als Anzeichen für einen grundlegenden Wandel in der US-Kryptopolitik. Nach der Ära von SEC-Chef Gary Gensler, die durch harte Strafen und teure Prozesse geprägt war, scheint nun ein kooperativeres Klima einzuziehen. Dennoch bleibt fraglich, wie nachhaltig dieser Kurswechsel ist. Befürworter einer liberaleren Regulierung drängen auf institutionelle Reformen und fordern mehr Transparenz seitens der SEC, um langfristig ein innovationsfreundliches Umfeld zu schaffen und die Glaubwürdigkeit der Behörde zu stärken.


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