Strategy führt Bitcoin Zukäufe fort – bildet MSTR Aktie gefährliche Blase?

Strategy hat letzte Woche gut 22.000 Bitcoin für knapp 2 Milliarden US-Dollar zugekauft und besitzt mittlerweile mehr als 2 Prozent aller BTC, die im Umlauf sind. Skeptiker sehen die MSTR Aktie im Duo mit Bitcoin als Risiko.

Kein anderes Unternehmen weltweit ist so eng mit Bitcoin (BTC) verknüpft wie Strategy (früher MicroStrategy), schon 2020 gab Gründer Michael Saylor den Startschuss für den Wandel der damaligen IT-Firma. Damals kaufte Strategy seine erste Tranche von rund 21.500 Bitcoin noch für gut 250 Millionen US-Dollar. In der vergangenen Woche liess sich Strategy laut Börsenmitteilung 22.048 Bitcoin zu jetzigen Marktpreisen 1,92 Milliarden US-Dollar kosten und baut damit seine Bestände auf 528.185 BTC aus. Dies entspricht gut 2 Prozent aller Bitcoin weltweit und macht Strategy zum größten globalen BTC Eigentümer.

Aber Analysten sehen den Bitcoin Kurs von Strategy zunehmend skeptisch. Im Herbst 2024 machten Statistiken die Runde, die aufzeigten, dass die MSTR Aktie von Strategy in Bezug zu den BTC Beständen einen erheblichen Premium Aufschlag von 300 Prozent auf den Bitcoin Preis mitbrachte. Dieser ist zwar gesunken, doch auch heute gilt: An der Börse wird Strategy aktuell mit gut 75 Milliarden US-Dollar bewertet und die Bitcoin des Nasdaq-Unternehmens sind lediglich rund 44 Milliarden US-Dollar wert. Zudem lassen gewagte Finanzierungsrunden Zweifel aufkommen, ob Strategy sich und Bitcoin noch Gefallen mit den BTC Zukäufen tut.

Strategy Boss Saylor wirbt verzerrend für seine Bitcoin Strategie

Kritiker und Analyst Adam Cochran macht per X auf einen rhetorischen Trick aufmerksam, den Saylor neuerdings verwendet. Denn der Strategy Chef spricht von 11 Prozent Rendite („yield“), welche Bitcoin seit Jahresanfang für das Unternehmen erwirtschaftet habe. Aber das ist mehr als missverständlich, so Cochran. Gemeint sei in Wirklichkeit, dass auf jede MSTR Aktie 11 Prozent mehr Bitcoin als zum Jahresanfang entfallen, ein Ergebnis der wiederkehrenden BTC Zukäufe. Diese Bitcoin Rendite werde durch Kursverluste bei der Strategy Aktie aufgefressen, fasst Cochran zusammen.

Aber es gibt noch eine weitere fundamentale Kennzahl bei Strategy, die Angst machen kann. Anfänglich konnte das Unternehmen Bitcoin noch zu Preisen von weit unter 20.000 US-Dollar kaufen und bis vor einem Jahr waren 60.000 US-Dollar pro BTC der Höchstpreis, den Strategy aufbrachte. Doch Zukäufe in den letzten zwölf Monaten fanden sogar bei Bitcoin Priesen über 100.000 US-Dollar statt und haben den durchschnittlichen Einkaufspreis für die 528.145 Strategy BTC auf gut 67.000 US-Dollar getrieben. Rezessionsgefahren in den USA veranlassen einige Analysten bereits zu Prognosen, das die Bitcoin Preiskurve 2025 auf unter 60.000 US-Dollar fallen könnte – bricht dann ein Kartenhaus zusammen, welches Strategy und Saylor über die Jahre aufgebaut haben?

Fazit: Strategy als systemisches Risiko für Bitcoin – oder doch nicht?

Strategy hat durch seine jüngsten Wandelanleihen und Vorzugsaktien schon gewisse Probleme beim Cashflow angedeutet und die würden sich erheblich verschärfen, wenn die Bitcoin Preiskurve einbricht. Das Finanzierungskonstrukt, welches Strategy für seine Bitcoin Käufe entwickelt hat, ist kompliziert und scheint Verbindlichkeiten zu vernebeln. Falls Strategy zum Verkauf von Bitcoin gezwungen, dürften Domino-Effekte die Kryptomärkte erschüttern, lautet die Befürchtung. Fans von Saylor hoffen hingegen, dass dieser seine Idee verwirklichen kann, aus den Bitcoin Bestände von Strategy passiv Gewinne zu generieren und so Klippen zu umschiffen.


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