Die Finanzstrategie des weltgrößten Bitcoin Unternehmens Strategy wird seit längerem kritisch beäugt. Nun hat Strategy seinen Plan vorgestellt, wie man weitere 42 Milliarden US-Dollar für Bitcoin Zukäufe bereitstellen will.
Ob Weihnachtszeit oder Iran-Krieg – das Bitcoin Unternehmen Strategy baut seine BTC Bestände stetig aus. In der vergangenen Woche waren es genau 1.031 Bitcoin zum Durchschnittspreis von rund 74.300 US-Dollar, wie aus der Pflichtmitteilung vom gestrigen Montag hervorgeht. Nun darf man sich schon wundern, wie das Strategy Konzept aufgehen soll, wenn Bitcoin Zukäufe regelmäßg teurer sind als Marktpreise. An der Börse kommt die Strategy MSTR Stammaktie derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 47 Milliarden Dollar während die Bitcoin Rücklagen des Unternehmens von ingesamt 762.099 BTC heute rund 54 Milliarden US-Dollar wert wären – dieses Ungleichgewicht ist aber nur ein Problem. Denn Strategy hat gestern auch ein neues Finanzprogramm vorgestellt, welches bis zu 42 Milliarden US-Dollar für weitere Bitcoin Käufe einsammeln soll.
Bitcoin Erwerb soll sich bei Strategy quasi von selbst finanzieren
Hier greift Michael Saylor, der das frühere MicroStrategy einst als IT-Unternehmen gegründet hatte, tief in die Trickkiste. 21 Milliarden US-Dollar will er durch Ausgabe vom MSTR Stammaktien stemmen können und die andere 21 Milliarden durch STRC Vorzugsaktien, welche 11,5 Prozent Rendite verspricht. Im Grunde will Strategy so eine Art Fahrrad auf den Weg bringen, welches sich durch Bitcoin Zukäufe und daraus erwartete künftige Gewinne selbst antreibt. Die STRC Aktie soll in diesem Mechanismus dank der attraktiven Rendite möglichst stabil um 100 Dollar notieren, die MSTR Wertpapiere dienen als Absicherung und gewissermaßen als Hebel. Strategy berechnet so in seinem Echtzeit-Ticker ein Sharpe Ratio von um 4 für STRC als indirektes Bitcoin Investment. Der Indikator setzt Risiko und Rendite in ein Verhältnis, schon Werte über drei sind oft „zu gut um wahr zu sein“.
MSTR, STRC, STRD, STRK und STRF – Fünf Wertpapiere bei Strategy
Doch damit nicht genug: Neben MSTR und STRC hat Strategy in den letzten Jahren drei weitere Wertpapiere für Bitcoin Käufe aufgelegt unter den Kürzeln STRD, STRK und STRF, die im Grunde Wandelanleihen darstellen. Dieses Kuddelmuddel von parallel laufenden Finanzierungsrunden von Strategy stufen viele Experten als hochriskant ein, dort wird das Nachrechnen auffällig erschwert. Klar bleibt: Strategy will auf lange Sicht fahren mit gut gefüllten Dollar-Kassen für Bitcoin Ankäufe. Die MSTR Aktie als Maßstab für diese Taktik aber ist über die letzten zwölf Monate um 55 Prozent ins Minus gesackt, Bitcoin büßte im selben Zeitraum „nur“ 20 Prozent ein. Der Grund: Die MSTR Stammaktie von Strategy wird bei jeder neuen Finanzierung durch STRC und Co. verwässert, der Vorteil früher Einstiegspreise verkehrt sich für Anleger ins Gegenteil.
Fazit: Strategy (MSTR) ist für Bitcoin Anleger ein heikles Thema
Die Fans von Michael Saylor und Strategy feiern das vielschichtige Finanzkonzept, die jeweils 21 Milliarden US-Dollar symbolisieren hier auch die Höchstmenge von 21 Millionen Bitcoin. Kein anderes Unternehmen weltweit hält so viele Bitcoin wie Strategy, diese Stellung will Saylor verteidigen. Aber ob sein gewagtes Spiel auch aufgeht, ist nicht nur für Börsianer relevant. Denn wenn das Konstrukt aus sich theoretisch gegenseitig stützenden Wertpapieren ins Wanken gerät, stürzt ein riesiges Kartenhaus zusammen, welches Bitcoin abverkaufen muss.
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