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Der Solana-basierte Memecoin-Launchpad-Anbieter Pump.fun durchlebt aktuell einen deutlichen Einbruch bei der Anzahl erfolgreicher Token-Graduierungen. Nach einem intensiven Hype rund um prominente Memecoin-Starts, unter anderem von Donald Trump und Javier Milei, scheint die Anlegerstimmung nun rapide zu sinken.
Funktionsweise von Pump.fun
Bei Pump.fun entstehen neue Token zunächst über eine Bonding Curve, bei der sich der Preis mit jeder weiteren gekauften Einheit erhöht. Sobald eine Marktkapitalisierung von rund 100.000 US-Dollar erreicht wird, „graduiert“ ein Token und wird auf der dezentralen Börse Raydium gelistet. Pump.fun hinterlegt dann etwa 17.000 US-Dollar an Liquidität im entsprechenden Pool und verbrennt die zugehörigen LP-Token, um Rug Pulls vorzubeugen.
Rasante Entwicklung und tiefer Fall
Im Januar erreichte der Memecoin-Wahn seinen Höhepunkt. Laut Dune Analytics wurden am 23. Januar 71.735 neue Token über Pump.fun erstellt – zeitlich nahe an Donald Trumps eigener, umstrittener Memecoin-Veröffentlichung. Die täglichen Handelsvolumina für graduierte Pump.fun-Token überstiegen an manchen Tagen sogar die 3-Milliarden-US-Dollar-Marke.
Doch nur wenige Wochen später ist von dieser Euphorie wenig übrig: Am 26. Februar wurden nur noch 25.385 Token lanciert. Auch die Zahl der auf Raydium graduierten Token sank drastisch – von über 24.000 im Januar auf 11.532 im laufenden Monat. Die Quote der erfolgreichen Graduation ist damit auf 0,7% gefallen, ein Tiefstand, verglichen mit dem Höchstwert von 2,1% im Juni 2024.
Mögliche Ursachen für den Abschwung
Der Memecoin-Sektor wird aktuell stark von Gewinnmitnahmen und schwindendem Interesse getroffen. Der GMCI Meme Index, der die größten Memecoins nach Marktkapitalisierung abbildet, ist in den letzten vier Wochen um über 30% gefallen. Rechtliche Probleme verschärfen die Lage: Mehrere Kanzleien forderten Pump.fun auf, markenrechtlich geschützte Tokens zu entfernen, und eine Sammelklage wirft der Plattform den Verkauf „hochvolatiler, nicht registrierter Wertpapiere“ vor.
Zusätzlich sorgte ein Hack des offiziellen Pump.fun-X-Accounts, bei dem betrügerische Token beworben wurden, für negative Schlagzeilen. Auch Pläne für ein eigenes AMM-Modul haben Diskussionen über mögliche Konkurrenz zu Raydium ausgelöst.
Ausblick
Angesichts sinkender Nutzerzahlen und rückläufiger Startups steht Pump.fun nun vor der Herausforderung, das Vertrauen seiner Community zurückzugewinnen. Trotz beträchtlicher Einnahmen von über drei Millionen SOL seit Januar 2024 ist das tägliche Plattform-Volumen mittlerweile auf nur noch rund 1,1 Millionen US-Dollar gesunken. Der SOL-Preis liegt bei etwa 140 US-Dollar und verlor im vergangenen Monat rund 40% an Wert.
Ob Pump.fun sich aus diesem Abwärtstrend befreien kann, hängt davon ab, wie es regulatorische und technische Hürden meistert und ob sich der Markt für Memecoins langfristig erholen wird.
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