Mehrere Marktbeobachter sehen 2026 als potenzielles Wendepunkt-Jahr für Bitcoin. Hintergrund ist eine anhaltende Schwäche des US-Dollars, der laut Analysten im vergangenen Jahr rund zehn Prozent an Wert verloren hat. In diesem Umfeld werde Bitcoin zunehmend als Absicherung gegen eine fortschreitende Entwertung staatlicher Währungen wahrgenommen.
Bitcoin als Ausdruck des „Debasement Trade“
Analysten des London Crypto Club beschreiben Bitcoin als die derzeit klarste Form des sogenannten „Dollar-Debasement-Trades“. Gemeint ist die These, dass expansive Fiskal- und Geldpolitik langfristig die Kaufkraft des Dollars untergräbt – und knappe Assets davon profitieren. Trotz dieses Narrativs notiert Bitcoin aktuell noch fast 30% unter seinem Allzeithoch von rund 126.000 US-Dollar.
Politischer Rückenwind vor den Midterms?
Eine zentrale Rolle spielt dabei Donald Trump. Marktbeobachter erwarten, dass die US-Regierung im Vorfeld der Kongresswahlen im November 2026 wirtschaftliche Impulse setzt, um Konsum und Wachstum zu stützen. Solche Maßnahmen könnten kurzfristig Liquidität erhöhen – ein Umfeld, das in der Vergangenheit oft auch Risikoassets wie Bitcoin begünstigt hat.
Ähnliche Argumente hatte bereits Arthur Hayes formuliert, der zu Jahresbeginn erneut ein sehr hohes Kursziel ins Spiel brachte. Seine These: Geldentwertung und staatliche Ausgabenprogramme könnten Bitcoin deutlich antreiben.
Angebotsseite entspannt sich
Neben makroökonomischen Faktoren verweisen Analysten auf Veränderungen im Marktverhalten. Onchain-Daten deuten darauf hin, dass große Investoren und langfristige Halter aktuell weniger Gewinne realisieren. Der Verkaufsdruck aus dieser Gruppe habe zuletzt nachgelassen, was das verfügbare Angebot am Markt reduziert.
Die Rolle der Notenbank
Ein entscheidender Unsicherheitsfaktor bleibt die Geldpolitik der Federal Reserve. Bitcoin reagiert historisch sensibel auf Veränderungen der Liquidität. Politischer Druck auf die Notenbank und öffentliche Spannungen mit Fed-Chef Jerome Powell haben zuletzt für zusätzliche Nervosität gesorgt. Gleichzeitig erwarten viele Marktteilnehmer mittelfristig weitere Zinssenkungen.
Einordnung
Ob Bitcoin 2026 tatsächlich wieder zur stärksten Makro-Anlage aufsteigt, hängt vom Zusammenspiel aus Dollar-Entwicklung, Geldpolitik und Risikobereitschaft ab. Die Argumente für den „Debasement Trade“ sind präsent – ob sie sich in steigenden Kursen niederschlagen, bleibt jedoch offen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar