IOTA Krise: Stiftungschef Schiener drückt dem Altcoin Manifest auf 

Die IOTA Preiskurve hat zum Jahreswechsel einen historischen Tiefstand verdauen müssen und steckt in der Todeszone fest. Stiftungschef Dominik Schiener veröffentlicht nun ein IOTA Manifest  – kann das Probleme lösen?

Erst vor acht Monaten hat IOTA mit Technologie von SUI einen Neuanfang versucht. Aber IOTA Rebased verpuffte, die Preiskurve stürzte trotzdem immer weiter ab. Jetzt unternimmt Stiftungschef Dominik Schiener einen weitere Rettungsversuch und präsentiert unter dem Titel „Die Welt onchain“ ein „IOTA Manifest“. Pathetisch formulierte Manifeste kennt man etwa von kommunistischen Organisationen oder Künstlerkollektiven. Bei Schiener aber geht es vornehmlich darum, wie IOTA Wert entwickeln soll. Dazu wurde auch eine neue Webpräsenz live geschaltet und Schiener erklärt dort in zehn Kapiteln, warum IOTA eine Trendwende erwarten darf.

Welthandel soll IOTA retten – Manifest von Schiener sieht keine Aternative

Das Manifest gerät so ziemlich langatmig. Doch die Zahlen sind gigantisch. IOTA konzentriere sich nun auf den Welthandel mit 35 Billionen US-Dollar Jahresvolumen, heißt es. Durch Digitalisierung von Zollprozeduren und anderer Details bei grenzübergreifender Logistik will sich IOTA beim Welthandel unentbehrlich machen, ist aus dem Mainfest herauszulesen. An die Wand gemalt wird die Aussicht, dass IOTA schon bald so viele tägliche Transaktionen in seinem Netzwerk erlebe, dass durch Gebührengelder und deren „Verbrennung“ Deflation eintrete. Als Stiftungschef sollte Dominik Schiener eigentlich wissen, dass IOTA erst durch ihn 2023 Richtung Inflation abbog. Damals verfügte Schiener einen „Inflationshammer“ und kassierte damit auch sein Versprechen ein, dass IOTA niemals die Zahl der Token erhöhen werde.

Inflation macht IOTA schwer zu schaffen – Manifest „vergisst“ Shimmer

Seit mehr als zwei Jahren lastet mit dem „Inflationshammer“ spürbarer Preisdruck auf IOTA, die Stiftung und ihre Ableger verkaufen die ihnen alle zwei Wochen neu zugeteilten Token regelmäßig, um ihre laufenden Kosten zu finanzieren. Zum Jahreswechsel fiel IOTA folgerichtig auf ein Rekordtief von knapp 0,08 US Dollar und findet sich einmal mehr in der Todeszone unter 0,10 US-Dollar wieder. Für Anleger klingt es wie Hohn, wenn Dominik Schiener dann in der Einführung des IOTA Manifests schreibt, dass anderswo fehlgeschlagene Kryptowährungen und Scams Vertrauen und Milliarden gekostet haben. Zur Erinnerung: Mit IOTA Rebased wurde das Seitenprojekt Shimmer (SMR) endgültig eingestampft. Das Ende von Shimmer hatte sich schon im Sommer 2024 abgezeichnet, Anleger verloren durch SMR Millionen. Aber die Pleiten der IOTA Vergangenheit werden im Manifest einfach als „wild und chaotisch“ abgehandelt, weder „Inflationshammer“ oder Shimmer werden mit einem Wort erwähnt.

IOTA kalkuliert kreativ – Anlegern sei Nachrechnen empfohlen

Stattdessen versucht Schiener, sein Publikum mit der schlichten Formel „mehr Nutzung = mehr Knappheit = IOTA wird wertvoller“ zu umgarnen. Dabei fließen noch bis Herbst 2027 im Zweiwochentakt jeweils rund 12,5 Millionen IOTA im aktuellen Wert von immer noch etwa 1 Millionen US-Dollar an die Stiftung und ihre Zweigstellen, nur so kann sich der Apparat überhaupt finanzieren. Etwa 12 Prozent Jahresinflation hat sich IOTA durch den „Inflationshammer“ eingebrockt und seit dem Umstieg auf Rebased kommen durch Staking nochmals 6 bis 7 Prozent dazu.

Experten haben ausgerechnet, dass IOTA mindestens 100.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS) im Netzwerk bräuchte, damit aus Gebühren ein deflationärer Effekt einsetzt. In dem Manifest nennt Schiener 650 Millionen Transaktionen pro Jahr als realistisch, wenn nur ein Prozent der Dokumente im Welthandel bei IOTA digitalisiert werden. Die Rechnung geht also an keiner Stelle auf und es ist zudem fraglich, ob IOTA Rebased überhaupt 100.000 TPS bewältigen kann. Aber solche Details klammert das Manifest lieber aus. Stattdessen heißt es, IOTA werde für den Welthandel so „unentbehrlich“ wie „Containerschiffe, GPS oder das Internet selbst“.

Fazit: IOTA Manifest hat das Zeug zur Lachnummer

Wer sich wie Block-Builders über Jahre hinweg mit IOTA befasst, stolpert in dem Manifest über einige solcher Ungereimtheiten, wo Fantasien zu Fakten werden sollen. Bleiben wir für heute beim Digitalisieren des Welthandels, wo IOTA für sich keine Konkurrenz sieht und Pilotprojekte in Afrika Ausgangspunkt sein sollen. Kenia setze bereits auf das IOTA Netzwerk beim Export von Blumen, laut Manifest sollen in diesem Jahr mindestens fünf weitere Staaten Pilotprojekte mit IOTA starten. Für Schiener wird das Anlässe liefern, auf Kosten der IOTA Stiftung um die Welt zu jetten, auf X kokettiert er bereits mit einem Business-Outfit. Für einen traditionsreichen Altcoin wie IOTA, der nicht einmal mehr zu den 100 kapitalstärksten Kryptowährungen der Welt gehört, könnte das großspurige Manifest schnell zu einer weiteren Belastung werden – denn die dort formulierten geldwerten Ziele dürften schlichtweg den Realitätscheck kaum überstehen.


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