Auf en Kryptomärkten tut sich in dieser Woche wenig, Bitcoin dümpelt um Preise bei 88.000 US-Dollar. Die US-Notenbank Fed hat wie erwartet den Leitzins nicht gesenkt und im Weißen Haus wird zum Krypto-Gipfel geladen.
Preistechnisch bahnt sich für Bitcoin der Januar als verlorener Monat an, mit Preisen um 88.000 US-Dollar notiert BTC aktuell auf dem gleichen Niveau wie zum Jahreswechsel. Die kleine Hoffnung darauf, dass die US-Notenbank Fed mit einer Senkung des Leitzinses einen Impuls setzen könnte, hat sich zerschlagen. Nach der gestrigen Fed-Sitzung wurde per Pressemitteilung aber immerhin bekannt, dass zwei der zwölf der Stimmberechtigten den US-Leitzins senken wollten. Für die Bitcoin Preisentwicklung blieb das nur ein Nebengeräusch, dort wird auf handfeste News gewartet.
Clarity Krypto-Gesetze durch Konflikt um Zinsen auf Stablecoins blockiert
Hier stehen nun die Verhandlungen um das Clarity Gesetzespaket im Mittelpunkt. Dieses hängt im US-Senat fest und soll für die Kryptoindustrie rechtliche Leitplanken aufstellen. Dabei ist Bitcoin gar nicht das Streitthema, Zinsangebote auf Stablecoins sind der Zankapfel. Traditionelle Banken pochen auf ein Verbot, dass Kryptobörsen und -plattformen Zinsen für Einlagen in Stablecoins ausschütten. Marktteilnehmer wie Coinbase lehnen dies hingegen entschieden ab, sie wollen Banken Konkurrenz machen. Nun soll ein Krypto-Gipfel im Weißen Haus auf eine Lösung hinarbeiten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Demnach sollen am Montag Vertreter der Kryptoindustrie und Banken zusammenkommen und mit den Beauftragten von US-Präsident Donald Trump einen Ausweg finden. Trump hatte gerade wieder beim Weltwirtschaftsforum in Davos seine Krypto-Politik mitsamt Bitcoin zur Chefsache erklärt und will Clarity so schnell wie möglich unterzeichnen. Doch die Fronten sind verhärtet. Experten rechnen vor, dass Banken mit ihrem Quasi-Monopol auf Guthabenzinsen bestens verdienen. Für Kundeneinlagen erhalten die Geldhäuser Zinsen in Höhe des US-Leitzinses, aber reichen davon nur einen kleinen Teil an ihre Klienten weiter. Bei Coinbase und Mitbewerben wie ByBit aber lassen sich auf Einlagen in Dollar-Stablecoins (z.B. USDC oder USDT) durchaus vier Prozent und mehr Jahreszins erzielen, was sogar über dem US-Leitzins von 3,75 Prozent liegt.
US-Präsident Trump kann sich bei Bitcoin und Clarity nicht zurücklehnen
Trump hat es bisher vermieden, sich auf die Seite der Banken oder die der Kryptobranche zu schlagen. Ob die Spitzengespräche im Weißen Haus ein tragfähiges Ergebnis erzielen, bleibt deshalb bis auf Weiteres offen. Ein kryptofreundlicher Durchbruch bei der Zinsfrage für Stablecoins dürfte Bitcoin und Co. indirekt helfen, weil wahrscheinlich mehr Bürger als bisher Krypto-Konten eröffnen und sich dann auch mit BTC, Ethereum oder anderen Digitalwährungen beschäftigen.
Fazit: Bitcoin tritt auf der Stelle – von wo kommt Aufbruchstimmung?
Nicht nur Bitcoin fehlt derzeit Dynamik, auch Ethereum verharrt mit Notierungen um 2.900 US-Dollar in passiver Stellung. Die Fed wird unter ihrer derzeitigen Führung wohl nicht an der Zinsschraube drehen, auch wenn Trump bereits öffentlich nach einem Ersatz für den Notenbankchef Jerome Powell sucht. So wäre ein Kompromiss beim Krypto-Gipfel im Weißen Haus ein Fortschritt, der Mut machen könnte. Ein Scheitern aber dürfte das Clarity Gesetzespaket vorerst stoppen. Daneben drohen den USA vom Wochenende an ein erneuter Shutdown, was bei der letzten Haushaltsperre im Oktober und November 2025 die Bitcoin Preiskurve ins Minus schickte. Die Situation ist knifflig und könnte zur Richtungsentscheidung für Bitcoin, Ethereum und Co. werden.

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