Die Bitcoin Preiskurve hängt aktuell bei rund 67.000 US-Dollar durch, ziemlich genau 50 Prozent von ihrem Allzeithoch entfernt. So stellt sich die Frage fast von alleine: Hat Bitcoin die Talsohle erreicht, was ist zu erwarten?
Erst vor vier Monaten war Bitcoin auf sein bis heute gültiges Rekordhoch von gut 126.000 US-Dollar geklettert und für die Kryptoszene war die Welt in Ordnung. Doch anstatt einer erhofften fortgesetzten Bitcoin Rallye ging es seit Mitte Oktober schrittweise abwärts und BTC findet sich aktuell in Regionen um 67.000 US-Dollar wieder. Experten und Marktteilnehmer rätseln, was aus dieser Entwicklung herauszulesen ist. Wir fassen Stimmen und Argumente zusammen:
– Das Tempo des Bitcoin Preisverfalls verlangsame sich, meint beispielsweise Tim Sun, Analyst bei der HashKey Group. Dies sei Großinvestoren („Whales“) zu verdanken, welche den BTC Preis stabilisieren wollen. Aber ein Vorzeichen für eine Trendwende bei der Bitcoin Preisentwicklung kann Sun darin nicht entdecken, dies müsse von außen kommen.
– Positiver wertet Nicholas Motz die Situation, er leitet beim Vermögensverwalter ORQO die Geschäfte. Er erkennt in der jetzigen Marktdynamik einen sogenannten „Short Queeze“, bei dem Anleger gezwungen werden, Positionen auf fallende Bitcoin Preise aufzulösen. Er erwartet danach für die kommenden Tagen einen Bitcoin Ausbruch nach oben.
– Spannend ist eine Statistik aus dem Wochenreport von Glassnode. Nur noch 55 Prozent der Bitcoin, die im Umlauf sind, liegen demnach preistechnisch im Plus. An den anderen 45 Prozent entscheidet sich demnach, ob Anleger ihre Bitcoin lieber mit Verlust verkaufen oder auf eine bessere Zukunft setzen.
– Der Blocksquare CEO Denis Petrovcic weist daraufhin, dass Stablecoins die Entwicklungen entscheidend beeinflussen. Früher habe Kapital die Blockchain-Umgebung verlassen, wenn Bitcoin in die Knie ging. Nun bleibe es in Form von Stablecoins der Kryptobranche treu und federe Abwärtsbewegungen zumindest ab.
– Connor Howe, Mitgründer von ENSO, ist pessimistisch. Er beobachtet, wie bei den Bitcoin ETFs Kapital abließt und Unterstützung nachlässt. Bitcoin müsse sich deshalb darauf einstellen, in den kommenden sechs bis zwölf Monaten bis auf eine Preisspanne von 45.000 bis 55.000 US-Dollar zurückzufallen.
– An Wettmärkten wie Polymarket fallen die Vorhersagen für den Februar negativ aus. 60.000 und 55.000 US-Dollar pro Bitcoin werden dort in diesem Monat für deutlich wahrscheinlich angesehen als ein Aufschwung hin zu 75.000 oder 80.000 US-Dollar.
– Einigermaßen einig ist man sich in der Kryptobranche aber, wenn es um langfristige Bitcoin Perspektiven geht. Geldpolitik stoße immer deutlicher an ihre Grenzen, die Unabhängigkeit der US-Notenbank sei angekratzt. So werde Bitcoin in der öffentlichen Wahrnehmung zu einem „Wertspeicher“, der vor staatlichen Irrflügen schütze.
– Dem stimmt Jeff Mei von der Kryptobörse BTSE zwar grundsätzlich zu. Aber noch sei nicht bewiesen, dass sich institutionelle Investoren mit ihrer Finanzkraft (wieder) Bitcoin zuwenden. Doch der BTC Abverkauf ist aus einer Sicht schon gestoppt.
Fazit: Hü oder hott für Bitcoin? Markt kreist um Entscheidung
Auffällig ist, dass kaum einer der Fachleute beim Bitcoin Richtungsentscheid private Kleinanleger noch als relevant einstuft. Spätestens mit den vor gut zwei Jahren gestarteten Bitcoin ETFs haben institutionelle Investoren das Ruder übernommen, lautet die vorherrschende Einschätzung. Hier lieferte zuletzt ETF Experte Eric Balchunas ein gewichtiges Detail: Auch wenn Bitcoin seit Oktober mehr als 40 Prozent Preisverlust durchleidet, seien die BTC ETF Investoren recht cool geblieben und haben nur etwa 7 Prozent ihres Kapitals abgezogen. In dieser Woche dürfen sich die Bitcoin ETFs bisher sogar über leichten Kapitalzuwachs freuen – das würde tatsächlich für eine Talsohle sprechen. Doch wie immer gilt: Die Prognose von heute kann morgen schon falsch sein und Bitcoin hat das schon vielfach bewiesen.

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