Aus dem Trendthema Blockchain Gaming ist ein Rohrkrepierer geworden, wie eine Studie des Krypto-Unternehmens Caladan aufzeigt. Mehr als 10 Milliarden Dollar Risikokapital sind verbrannt, Blockchain Gaming scheint tot.
Über Pleiten und Pannen wird in der Kryptobranche ungern geredet, die noch junge Industrie wirbt lieber mit Erfolgsgeschichten und Wachstumsprognosen. Aus Sicht von Anlegern ist es deshalb besonders löblich, dass mit Caladan ein größeres Krypto-Unternehmen die Sparte Blockchain Gaming genauer untersucht hat und nicht mit Kritik geizt. Mehr als 12 Milliarden US-Dollar Kapital habe Web3 Gaming von 2020 bis heute angezogen, schreibt Caladan auf der Frontseite seines ausführlichen Reports, 11 Milliarden davon seien „praktisch verschwunden“. Wir hatten schon im letzten Sommer in einer Analyse Gründe für den Niedergang von Blockchain Gaming aufgezeigt, Canadan stützt und erweitert die Ergebnisse:
– In 2021 und 2022 war es für Projekte wie Axie Infinity kein Problem, Risikokapital einzusammeln. Konservativ gerechnet flossen damals 3,5 Milliarden beziehungsweise 4 Milliarden Dollar im Jahr Richtung Blockchain Gaming, im letzten Jahr waren es nur noch etwa 300 Millionen Dollar, heißt es im Caladan Report.
– Gehype Mini-Games wie Hamster Combat haben mehr als 90 Prozent ihrer aktiven Spieler verloren. Mit Blockchain Gaming direkt verbundene Kryptowährungen sind im Durchschnitt 95 Prozent hinter ihre Allzeithochs zurückgefallen.
– Projekte wie Pixelmon oder Ember Sword verkauften NFTs und Coins schon, als ihre Games noch lange nicht fertiggestellt waren. Der Hype um Metaverse brachte bei ApeCoin und Co. mehr Demos als spielbare virtuelle Welten.
– Tokenverteilung bei Axie Infinity, Hamster Combats und anderen war auf steigende Spielerzahlen ausgerichtet – das ging nicht auf. Nicht nur bei Gala Games zerstritten sich Gründer und bedienten sich (illegal) an Rücklagen.
– Allein im 2. Quartal gingen mehr als 300 DApps für Gaming offline, das Konzept „Spiele um zu Verdienen“ brach in sich zusammen. Um in Mini-Games Punkte zu sammeln, waren oft nur Klicks notwendig, welche auch Massage-Geräte erledigen konnten.
Blockchain Gaming wurde zum Desaster ohne Ansage
Krypto-Kapital hat sich mittlerweile den Themen Künstliche Intelligenz (KI) und tokenisierte Anlagewerte (RWA) zugewendet, hält Caladan fest und kommt dabei auf ähnliche Summen wie zuvor das Blockchain Gaming. „Von Dominanz zu Irrelevanz“ heißt es hier in Bezug auf den Sektor und weiter: „Eins der schlechtesten Ergebnisse in der jüngeren Geschichte von Kapitalansammlung in Technologie“. Verloren haben demnach nicht nur Großinvestoren, sondern auch Gamer selbst, die etwa blauäugig NFTs kauften. Aufgewärmt wird die Aussage aus der Solana Stiftung, „Blockchain Gaming ist tot“ – im SOL Ökosystem hatte man sich besonders große Chancen erträumt.
Fazit: Künstliche Intelligenz für Krypto das nächste Blockchain Gaming?
Die ICO Blase in 2017 und 2018 gab ein Beispiel dafür, wie Krypto-Projekte grotesk überbewertet wurden, oft auf dem Rücken von Anlegern. Dann kamen NFTs wie Ether Rock, der Meme-Coin Boom und das Blockchain Gaming. Fesselnde Geschichte, Vertriebstaktiken und ein guter Schuss legaler Graubereich sind der Mix, der all diesen Hypes im Endeffekt mehr geschadet als nachhaltig geholfen hat. Künstliche Intelligenz auf der Blockchain wie bei Bittensor (TAO) liegt nun im Trend, lässt aber bei genauerer Recherche wieder die Frage offen: Ist das Thema überhaupt für die Blockchain geeignet oder sind Buzzwords wichtiger als logische Argumente? So betrachtet taugt der milliardenschwere Niedergang von Web3 Spielen in der Kryptobranche jedenfalls als Lehrstück dafür, nicht blind auf den jeweils nächsten fahrenden Zug aufzuspringen, der Reichtum verheißt, aber große Risiken mit sich bringt.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar