Wie war das nochmal mit Donald Trump als „Bitcoin Präsident“? Der mächtige Mann im Weißen Haus hat BTC bei Höhenflügen ebenso geholfen wie bei aktuell unübersehbaren Bitcoin Schwächen mitgewirkt. Der Report.
Als Präsidenten-Kandidat Donald Trump am 5. November 2024 die Wahl gewann, stand die Bitcoin Preiskurve bei rund 67.000 Dollar. Heute notiert die Krypto-Leitwährung einige Prozent niedriger und Bitcoin hat zu seinem Allzeithoch von gut 126.000 Dollar ziemlich genau die Hälfte verloren. Dieses Rekordhoch aus dem Oktober 2025 wurde zurecht auch direkt mit Donald Trump als US-Präsident in Verbindung gebracht und ebenso wahr ist, dass in der Kryptoszene die Begeisterung über den Mann im Weißen Haus stark nachgelassen hat. Der Block-Builders Report:
– Trump hatte im Wahlkampf Bitcoin zum Thema gemacht, Unterstützung garantiert und weitreichende Änderungen in der Krypto-Politik der USA versprochen.
– Als das Wahlergebnis feststand, schoß Bitcoin sofort ein damals gültiger neues Rekordhoch von 75.000 Dollar. Bei der US-Börsenaufsicht SEC werde neuer Wind einziehen und die krypto-feindliche Führung Gary Gensler abgelöst, lautete eines der Versprechen von Donald Trump.
– Doch noch am Tag vor seiner Inauguration demonstrierte der Republikaner mit seinem offiziellen TRUMP Meme-Coin, wie er Krypto auch versteht – als private Gelddruckmaschine. Der MELANIA Meme-Coin seiner Ehefrau machte die Angelegenheit nicht besser.
– Auf der anderen Seite erfüllte Trump als Präsident dann einige seiner Krypto-Vorhaben. Die SEC als Börsenaufsicht wurde auf krypto-freundlichen Kurs gebracht, beendete langjährige Gerichstverfahren freiwillig und verhalf insbesondere Ripple (XRP) zu einem Comeback der Güteklasse A.
– Auch der Plan einer staatlichen Bitcoin Reserve der USA wurde von Trump verhältnismäßig rasch per Dekret umgesetzt und machte weltweit Schlagzeilen. Zudem setzte Donald Trump seine Befugnisse ein, um Krypto-Inhaftierte wie den Binance Gründer Changpeng „CZ“ Zhao per Begnadigung in die Freiheit zu lassen.
– Die Psychologie der Märkte saugte jeden dieser Schritt nahezu euphorisch auf, die Bitcoin Rallye schien kein Ende zu nehmen. Auf einmal waren auch Krypto ETFs für fast jeden Altcoin möglich, Bitcoin und Ethereum verloren ihr bisheriges Duopol.
– Aber daneben schnitt sich Präsident Trump mit Strafzöllen für fast die ganze Welt ins eigene US-Fleisch, Krypto- und Finanzmärkte reagierten zeitweilig panisch.
– Im harten, dornigen Weg der US-Politik ging es für Krypto-Vorschläge auch nicht nach dem Tempo, welches Trump vorschwebte. Ein Genius Akt für Stablecoins ist zwar heute gültig, doch das im Grunde wichtigere Clarity Gesetzespaket kommt bis jetzt nicht durch und könnte scheitern.
– Währenddessen machte die Familie Trump mit immer neuen Krypto-Projekten wie World Financial Liberty (WLFI) zwar Kasse, aber warf immer mehr Fragen über Eigeninteressen im Weißen Haus auf.
– Die von den USA begonnenen Angriffe auf den Iran am 28. Februar dieses Jahres sind bisher nach hinten losgegangen, die weitgehend stillgelegte Straße von Hormus treibt Energiepreise und damit Inflation.
– An den klasssichen Bören ist das Interesse an Bitcoin, abgebildet durch die ETFs, spürbar geschrumpft und das US-Unternehmen Strategy, als BTC Pionier vermarktet, tut sich schwer.
– Der Präsident hat zwar Ende Mai noch einen Post abgesetzt, in welchem er schreibt „TRUMP wird Krypto nie im Stich lassen“ – im Alltag ist davon aber nichts zu spüren.
Fazit: Wäre es Bitcoin ohne Trump besser ergangen?
Einige der Argumente gelten weiterhin, die Donald Trump noch zum Jahreswechsel zum „Krypto Helden“ 2025 machten. Bitcoin wird heute von US-Institutionen ohne wenn und aber anerkannt und gehört zum erweiterten Establishment. BTC hat durch Trump auch viel Werbung erhalten und ist aus den USA als dem kapitalstärksten Krypto-Staat nicht mehr wegzudenken. Doch Trumps Außen- und Wirtschaftspolitik hat Bitcoin schon mehrfach geschadet und vor Augen geführt, dass BTC als Wertspeicher noch lange nicht mit Gold mithalten kann. So ist das eben mit Frischverliebten wie Bitcoin und Trump: Nach den Flitterwochen kommt der Alltag mit seinen ganz eigenen Tücken.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar